17.04.2020 - 14:13 Uhr
AmbergOberpfalz

Containerdorf vor Amberger Gesundheitsamt wächst

Vor rund zwei Wochen konnte das Rätsel um die blauen Container auf dem Parkplatz in der Adalbert-Stifter-Straße gelöst werden: Das Gesundheitsamt bekommt Hilfe. Nun wuchs das Containerdorf auf 27 Exemplare. Aber wer arbeitet nun darin?

Landrat Richard Reisinger (links) und Gesundheitsamtleiter Roland Brey freuen sich über die personelle Aufstockung des Gesundheitsamtes. 27 Container wurden hierfür auf dem Parkplatz vor dem Gesundheitsamt aufgestellt.
von Kathrin Moch Kontakt Profil

Zuerst waren es zwölf blaue Container, die den Bewohnern rund um das Gesundheitsamt in der Adalbert-Stifter-Straße in Amberg Rätsel aufgaben. Schnell war vor rund zwei Wochen klar: Hier zieht wegen des Coronavirus Hilfe für die Mitarbeiter des Gesundheitsamtes Amberg-Sulzbach ein. Nun ist das Containerdorf auf dem Parkplatz gewachsen: Insgesamt 27 Stück, in blau und weiß, stehen mittlerweile dort.

Blaue Container in Amberg geben Rätsel auf

Amberg

Was ist ein Contact-Tracing-Team (CTT)?

In den kleinen Büroräumen auf Zeit arbeiten, laut einer Pressemitteilung aus dem Landratsamt, sogenannte Contact-Tracing-Teams (CTT). Diese Teams sind im Auftrag der bayerischen Staatsregierung unterwegs. Sie sollen aktiv dabei helfen, positiv getestete Corona-Patienten und enge Kontaktpersonen zu ermitteln, sie zu isolieren und zu überwachen. Wie es in der Pressemitteilung weiter heißt, verfolgen die Contact-Tracing-Teams mit ihrer Arbeit ein zentrales Ziel: die Ausbreitung des Coronavirus möglichst nachhaltig einzudämmen. Landrat Richard Reisinger erklärt, dass alle Container-Arbeitsplätze mit Computer und Telefon ausgestattet sind und durch die mobilen Räume fast 30 neue Arbeitsplätze geschaffen werden konnten.

Räumliche Nähe kein Zufall

Die räumliche Nähe zum Gesundheitsamt ist dabei kein Zufall: Landkreischef Reisinger betont in der Pressemitteilung, dass dadurch Dienst- und Kommunikationswege zwischen den Einheiten kurz gehalten werden können. Auch die Anzahl der eingesetzten Personen überlässt das Bayerische Gesundheitsministerium nicht dem Zufall: Pro 20 000 Einwohner soll jeweils ein fünfköpfiges Team zum Einsatz kommen. Da der Landkreis Amberg-Sulzbach aktuell etwa 103 000 Einwohner hat, werden fünf Teams à fünf Personen das Gesundheitsamt vor Ort verstärken.

Die Mitarbeiter werden von der Regierung der Oberpfalz an die jeweiligen Standorte zugeteilt. Sie stammen zum Teil vom Landratsamt Amberg-Sulzbach oder auch von anderen Behörden. Spezielle Schulungen bereiten die Mitarbeiter auf ihren neuen Einsatz vor. Landrat Richard Reisinger erklärt: "Unser Gesundheitsamt nimmt wie alle anderen Gesundheitsämter in Bayern eine entscheidende Rolle bei der Eindämmung und Verlangsamung der Covid-19-Pandemie ein. Angesichts der steigenden Zahl Infizierter ist eine konsequente Durchführung des Containments nur mit zusätzlichem Personal möglich."

Wie lange bleiben die Container stehen?

Zusätzlich zu den Contact-Tracing-Teams telefonieren Mitarbeiter des Gesundheitsamtes täglich mit den Menschen in Quarantäne und fragen, wie es ihnen geht und welche Symptome sie haben. "Ohne Personalaufstockung wäre dies aufgrund der Vielzahl an Fällen so nicht mehr möglich gewesen", freut sich Gesundheitsamtleiter Roland Brey über die Unterstützung. Zum jetzigen Zeitpunkt haben einige Mitarbeiter der CTT ihre Arbeit in den Containern bereits aufgenommen. Wie lange die neuen Kräfte im Einsatz sein werden und wie lange letztendlich auch das Containerdorf vor dem Gesundheitsamt stehen wird, ist derzeit noch unklar. Dies sei von der Entwicklung der Lage abhängig, so Landrat Reisinger.

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