25.03.2020 - 13:07 Uhr
AmbergOberpfalz

Corona und Abitur: "Da fängt die große Unsicherheit an"

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Die Abiturprüfungen sind zwar nun um drei Wochen verschoben worden, bei den Zwölftklässlern bleiben trotzdem Fragen offen. Zwei Amberger Schüler verraten, wie es um ihr Nervenkostüm bestellt ist und was ihnen Sorgen macht.

Die Abiturprüfungen finden in diesem Jahr erst ab dem 20. Mai statt. Schuld ist das Coronavirus.
von Florian Bindl Kontakt Profil

Vor einer Woche kam die Meldung des Kultusministeriums. Nun also doch. Was Schüler und Lehrer schon vermutet hatten, ist nun eingetreten. Die Abiturprüfungen können in Bayern nicht wie geplant am 30. April starten, sie mussten um drei Wochen verschoben werden - wegen Corona. Nachdem zusätzlich seit einer Woche alle Schulen geschlossen sind, stehen Abiturienten vor einer ungewissen Zeit. Noch sei er entspannt, sagt Benedikt Lueger vom Erasmus-Gymnasium. Er geht in die 12. Klasse. Seine Abiturfächer hat er längst gewählt. Neben Deutsch und Mathe versucht er sich in Englisch, Musik und Geschichte/Sozialkunde. Selbst die Themen für die mündlichen Prüfungen sind schon vergeben.

Abfragen per Skype

Nun ist alles anders. Es fehlt noch Stoff, auch im Hinblick auf die Prüfungen. Offizielles Unterrichtsende wäre für die angehenden Abiturienten eigentlich der 3. April gewesen. Zum Teil stehen noch Klausuren aus. "Da fängt bei uns die große Unsicherheit an", sagt Lueger. "Keiner weiß so genau, wie es weitergeht." Ein Lehrer habe schon Abfragen per Skype organisiert, Klausuren könnten wohl auch mit genügend Tischabstand in der Aula geschrieben werden, lautet eine Überlegung.

Kultusministerium beschließt: Abitur um drei Wochen verschoben

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Seit Tagen laufen die jahrgangsinternen Kommunikationskanäle heiß. Die Schüler tauschen Neuigkeiten aus und unterstützen sich beim Lernen. So richtig in die Vollen will Lueger mit dem Abiturstoff noch nicht gehen. Ob die Prüfungen im Mai stattfinden können? Reine Spekulation. Wann und ob der Unterricht für die Zwölftklässler fortgesetzt wird? Weiß niemand mit Sicherheit. Immerhin: Um seine Bewerbung für einen Studiengang muss sich Lueger keine Sorgen machen. Für andere ist das ein echtes Problem, schließlich gibt es an zahlreichen Universitäten Zulassungsbeschränkungen. Er möchte nach dem Abitur zunächst im Rettungsdienst arbeiten und erst in einem Jahr studieren. Vielleicht Medizin. Oder Politikwissenschaft.

Auch Lena Ibler vom Max-Reger-Gymnasium macht sich darüber keine Gedanken. Sie will nach dem Abitur Pause machen und reisen, wenn das möglich ist. Sie stört an der derzeitigen Situation vor allem, dass wohl nach dem Abitur nicht genügend Freizeit mit ihren Mitschülern bleibt. "Da möchte man doch etwas zusammen unternehmen, solange noch alle in Amberg sind", sagt sie. "Wer weiß, ob bei uns in diesem Jahr überhaupt ein Abiturball stattfinden kann."

Digitale Arbeitsaufträge

In schulischer Hinsicht sieht Ibler die neue Lage aber entspannt. Über das Lernportal Mebis, aber auch per E-Mail, bekommen die Schüler Aufträge und Material, um die freie Zeit zu überbrücken und die letzten Lücken für die Abiturvorbereitung zu schließen. In speziell eingerichteten Sprechstunden haben sie bei Schwierigkeiten eine Anlaufstelle.

Sollte nach den Osterferien der Unterricht wieder normal fortgesetzt werden können, würde wieder ein klein wenig Normalität in die Klassenzimmer einkehren. Dann wäre noch ausreichend Zeit für eine halbwegs geordnete Abiturvorbereitung. "Bisher ist noch nichts offiziell bekanntgegeben worden", sagt Lueger, "ich kann mir aber nicht vorstellen, dass Mitte April wieder regulär Unterricht ist für ein, zwei Wochen". Das Abitur 2020, ohnehin schon ein Stressfaktor für tausende Schüler in Bayern, es könnte zu einer Hängepartie werden.

Im Blickpunkt:

Freiwillige Proben für Viertklässler

Wie geht es weiter für die Viertklässler, die heuer an eine weiterführende Schule wechseln wollen? Am Mittwoch machte ein Schreiben aus dem Kultusministerium die Runde, das die Richtung vorgibt. Demnach erhalten die Kinder ihr Übertrittszeugnis am 11. Mai. „Grundlage ... sind die bis zum 13. März – dem letzten Tag vor der Einstellung des Unterrichtsbetriebs – erzielten Noten“, heißt es in dem Schreiben. Die Kinder müssten keine weiteren verpflichtenden Probearbeiten mehr schreiben. „Die Schule bietet jedoch in den Fächern Deutsch, Mathematik und HSU jeweils noch eine Probearbeit an. Die Teilnahme daran ist freiwillig.“ Die Noten könnten sich nicht verschlechtern, nur verbessern. (upl)

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