25.03.2020 - 10:18 Uhr
AmbergOberpfalz

Coronakrise: Psychologin bietet Unterstützung für medizinisches Personal

Eine Amberger Psychologin möchte in der Coronakrise diejenigen unterstützen, die anderen Menschen helfen und damit derzeit an ihre Grenzen gehen. Deshalb ruft sie eine kostenlose Hilfsaktion für medizinisches Personal ins Leben.

Die in Amberg lebende Psychologin Sandra Salb bietet in der Coronakrise eine kostenlose psychologische Telefon- oder E-Mail- Beratung für medizinisches Personal an. Andere psychologisch geschulte Menschen ruft sie dazu auf, sich der Aktion anzuschließen.
von Miriam Wittich Kontakt Profil

Es ist eine Ausnahmesituation, wie es sie bisher fast noch niemand erlebt hat. Das Coronavirus bringt das öffentliche Leben zum Stillstand. Und die Menschen haben Angst, Angst vor dem Ungewissen, vor Kontrollverlust. Vor einer Ansteckung oder davor, andere anzustecken. Angst, dass Materialien knapp werden und unser Gesundheitssystem der Herausforderung nicht gewachsen ist. Und mitten drin sind Altenpfleger, Krankenschwestern, Apotheker, Ärzte. Sie sind rund um die Uhr im Einsatz, werden von allen Seiten mit diesen Sorgen konfrontiert, müssen sich neuen Herausforderungen und ihren eigenen Ängsten stellen.

Deshalb hat Psychologin Dr. Sandra Salb aus Amberg eine Hilfsaktion für medizinisches Personal ins Leben gerufen. "Ich bin freiberuflich tätig und habe jetzt durch die Ausgangsbeschränkungen und das Kontaktverbot Kapazitäten frei. Die möchte ich nutzen, um anderen zu helfen, die gerade an der Grenze der Belastbarkeit arbeiten", erklärt sie. Ihr kostenloses Angebot richtet sich an alle, die sich auch in der Coronakrise um Menschen in Not kümmern – vor allem an Mitarbeiter in Krankenhäusern, Arztpraxen und Seniorenheimen. Ihnen bietet sie eine kostenlose psychologische Beratung per E-Mail oder Telefon an.

"Eine Freundin, die normalerweise ehrenamtlich im Altenheim hilft, hat mir erzählt, wie bedrückend die Quarantäne-Situation ist. Die Menschen dort können ja nicht mehr von ihren Angehörigen besucht und umsorgt werden." Dadurch steige die Belastung der Pfleger enorm – auch emotional. Und auch die Nachrichten aus Italien hätten Salb dazu bewogen, ihre Hilfe anzubieten. Dort gibt es Berichten zufolge immer mehr Covid-19-Patienten und immer weniger Betten und Personal. In manchen Krankenhäusern müssten die Ärzte entscheiden, wer ein Beatmungsgerät bekommt und wer nicht. Eine unvorstellbare Last für die Mediziner und Pfleger. "Das hat mich sehr bewegt", sagt die Psychologin. In Deutschland werden viele Maßnahmen ergriffen und Vorbereitungen getroffen, um es nicht so weit kommen zu lassen. Doch die Angst ist da.

„In diesen Zeiten muss man unbürokratisch helfen", betont Salb. "Ich möchte auch andere Menschen mit einer psychologischen oder psychotherapeutischen Ausbildung dazu aufzurufen, sich der Aktion anzuschließen."

Dr. Sandra Salb ist Diplom-Psychologin in den Schwerpunkten Pädagogische Psychologie, Klinische Psychologie sowie Arbeits-, Betriebs- und Organisationspsychologie. Sie arbeitet als Trainerin für Erwachsenen- und Medienbildung.
Kontakt:

Die ehrenamtliche Tätigkeit von Dr. Sandra Salb kann als Telefon- oder E-Mail-Beratung zwischen 8 und 20 Uhr in Anspruch genommen werden. Melden kann man sich mit seinem Anliegen über das Kontaktformular auf der Homepage www.salb-medien.de oder per E-Mail an info[at]salb-medien[dot]de. So können Termine für eine telefonische Beratung ausgemacht werden.

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