01.06.2019 - 16:46 Uhr
AmbergOberpfalz

Cousin von Prinz Charles in Kutsche durch Amberg

Vorneweg die Stadtpfeiffer. Dahinter barockes Volk und viele Schaulustige, die sich fragten, wer das wohl sein mag, der in einer Kutsche durch die Innenstadt chauffiert wird. Schnell sprach sich herum, dass das ein adeliger Ehrengast ist.

Eduard Prinz von Anhalt-Askanien und Herzog von Sachen (links) in seinem Element. Der 77-Jährige ist ein Cousin des britischen Thronfolgers Charles. Am Samstag fuhr er mit seiner Tochter Julia Katharina, Gerd Wennicke von der Kurfürstlichen Schlosswache und Bürgermeister Martin Preuß (rechts) in der Kutsche durch die Stadt.
von Thomas Kosarew Kontakt Profil

Das Welttheater macht es möglich: Zum barocken Lagerleben im Maltesergarten hat die Kurfürstliche Schloßwache als Organisatorin historische Gruppen eingeladen, die die Zeit des Winterkönigs und dessen militärischen Untergang am Weißen Berg vor Prag abbilden. Das barocke Lagerleben startete am Donnerstag und endete am Sonntag, als die Gruppen gegen 17.30 Uhr wieder verabschiedet wurden.

Laut Gabriele und Gerd Wennicke von der Kurfüstlichen Schloßwache sollte nicht nur das kriegerische Leben gezeigt werden, sondern auch das Drumherum - von der Marketenderei bis zum Feldscher, der die Wunden von Soldaten versorgte.

Die historischen Gruppen, die teilweise bis aus Altdorf und Pressath gekommen waren, zogen am Samstagnachmittag von ihrem Lager zum Marktplatz. Mit von der Partie war der adelige Ehrengast: Eduard Prinz von Anhalt-Askanien und Herzog von Sachen. Der 77-Jährige ist ein Cousin des britischen Thronfolgers Charles. Er war bereits am Freitag in Begleitung seiner Tochter Julia Katharina (Erbprinzessin von Anhalt) und deren ältesten Sohn Maxime (8) angereist. Die Nächte verbrachte der heutige Chef des Hauses Anhalt-Askanien in der Fronfeste. Er ist ein Nachfahre von Fürst Christian von Anhalt. Dieser war 1595 als Statthalter der Oberpfalz in den Dienst von Kurfürst Friedrichs IV. von der Pfalz getreten und residierte in Amberg.

In Begleitung von Hannelore Zapf sah sich Eduard Prinz von Anhalt bereits am Freitag die Stadt an und war begeistert: "Amberg ist eine so schöne und unglaublich lebendige Stadt. Die zwei Stunden waren so schnell vorbei. Man müsste sich alles mal in Ruhe anschauen. Laden sie uns das nächste Mal bitte wieder ein", sagte der 77-Jährige beim Empfang im Rathaus im Beisein von Bürgermeister Martin Preuß und Bürgermeisterin Brigitte Netta. Ein Lob hatte der Adelige mit Blick auf das barocke Treiben für das Ehepaar Wennicke parat: "Da steckt enorm viel Organisation dahinter. Da wurde Enormes geleistet." Direkt an die Adresse von Gerd Wennicke, der mit im Rathaus war, sagte der Ehrengast: "Eigentlich hätten sie das Bundesverdienstkreuz verdient."

Das gab's am Samstag nicht, dafür aber Gastgeschenke. Eduard Prinz von Anhalt freute sich über Wein aus der Amberger Partnerstadt Bad Bergzabern, seine Tochter über eine Auswahl Amberger Biere und der Enkel über eine Amberg-Edition des "Mensch ärgere dich nicht"-Spiels.

Wann immer in Amberg ein historischer Zug durch die Altstadt auf dem Programm steht, sind sie mit dabei – und zwar ganz vorne: die Stadtpfeifer.
Ein martialisch dreinblickender Krieger.
Edlen Damen in eleganten Gewandungen.
Im Hintergrund die historische Basilika, davor die Gruppen, die Amberg in die Barock-Zeit des Mittelalters versetzten.

Prinz Eduard von Anhalt-Askanien im Interview

Amberg
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