22.04.2019 - 10:48 Uhr
AmbergOberpfalz

CSU-Fraktion will Kinderschutzbund unterstützen

Wie viele caritative oder soziale Verbände drückt auch den Kinderschutzbund bei den Finanzen der Schuh. Die CSU-Fraktion will sich deshalb dafür einsetzen, dass die städtischen Mittel für diesen Hilfsverein angepasst werden.

Im Besuchs-Café des Kinderschutzbundes hatte sich die CSU-Fraktion versammelt, um sich über die Arbeit, aber auch die finanziellen Sorgen des Kinderschutzbundes zu informieren, die die KSB-Vorsitzende Brigitte Breitfelder (rechts) ausführlich darlegte.
von Autor GFRProfil

Bei einem Besuch der CSU-Stadträte sicherten Oberbürgermeister Michael Cerny und der Fraktionsvorsitzende Dieter Mußemann dem Kinderschutzbund (KSB) Amberg-Sulzbach zu, sich dafür stark zu machen, die bisherigen Zuschüsse anzuheben. Zuvor hatte Verbands vorsitzende Brigitte Breitfelder den Mandatsträgern in groben Zügen die Arbeit des KSB vorgestellt und setzte einen Schwerpunkt bei den sogenannten Familienpaten.

Derzeit seien 14 Erwachsene in diesem Bereich tätig, sie betreuen laut Breitfelder 32 Familien mit 75 Kindern, davon 15 Familien mit Migrationshintergrund. Insgesamt haben die Familienpaten dafür fast 4000 Stunden aufgewendet. Etwa zwei Drittel davon würden im Auftrag des Stadtjugendamtes geleitet, ein Drittel für das Kreisjugendamt. Aktuell werden fünf junge Mütter mit ihren Kindern während der ersten Lebensjahre der Kinder begleitet, sozialpädagogische Familienhilfe leiste der KSB in drei Familien.

Der Kinderschutzbund bietet laut der Vorsitzenden auch "geschützte Räume" für die Begleitung innerfamiliäre Umbrüche (Trennung, Scheidung) an, die auf Anordnung der Jugendämter oder des Familiengerichts erfolgen. Breitfelder hob hervor, dass der KSB vergangenes Jahr neun Familien aus Amberg sowie 22 aus den Landkreis begleitet habe. Das sogenannte Besuchs-Café sei ein offenes und niederschwelliges Angebot, um den Kontakt von Kindern zu den Umgangsberechtigten zu ermöglichen. Gut eingeführt sei seit über 20 Jahre schon die "Wichtelburg", in der bis zu zwölf Kinder von einer Erzieherin und Ehrenamtlichen stundenweise beaufsichtigt werden.

Begleitende Maßnahmen

Am Ferienprogramm wolle sich heuer der Verband mit einem Straßenpflastermalkurs beteiligen, wenn dafür eine Genehmigung durch die Stadt auf geeigneter Fläche erteilt werde, kündigte Breitfelder an. Zudem denke der KSB daran, in einem Kurs Kindern den Umgang mit Hunden zu vermitteln. Zwei speziell ausgebildete Hunde sollen dabei den Mädchen und Buben Angst vor größeren Hunden nehmen. In den Räumen des Bürgertreffs finde schon seit einiger Zeit unter Leitung des Verbands ein russischer Gesprächskreis zu verschiedene Themen statt. In den Räumen im Mühlhof würden im Besuchs-Café weitere Gesprächskreise angeboten, etwa zur Deeskalation innerhalb Familien.

Landkreis gibt mehr

Wichtig sei auch, dass der KSB im Zuge des vom Bundesfamilienministeriums geförderten Familienstützpunktes Amberg Beratungen für die unterschiedlichsten Bedürfnisse in Familien bereit stelle. Diese spezielle Kontakt- und Anlaufstelle für Jugendliche und Erwachsene konzentriere sich unter anderem auf Mobbing oder Cybermobbing. Abschließend umriss Breitfelder die Finanzierung des KSB. Die letzte Anpassung der städtischen Zuwendung datiere auf Februar 2014 und sei beileibe nicht mehr kostendeckend.

Der Zuschuss des Landkreises liege beispielsweise wesentlich näher an den tatsächlichen Kosten für einen Familienpaten von knapp 37 Euro pro Stunde. Außerdem erstatte der Landkreis zusätzlich Fahrtkosten und Kosten für eine Koordinatorin, zusammen über 16 000 Euro. Einig waren sich der OB und die CSU-Fraktion vor diesem Hintergrund, dass eine Anhebung der Zuwendungen der Stadt geboten sei.

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