13.10.2019 - 15:13 Uhr
AmbergOberpfalz

CSU sammelt Bürger-Ideen für Ambergs Zukunft

Bei einer „Nacht der Ideen“ der CSU konnten Bürger am Donnerstag bis 23 Uhr Anregungen zu Themen geben, die ihnen am Herzen liegen. Zur Resonanz befragte die AZ Mitorganisator Matthias Schöberl, der auch eine ungewöhnliche Idee einbrachte.

Bei der Nacht der Ideen kamen die Ideengeber in der CSU-Geschäftsstelle auch mit denen in Kontakt, die für die Umsetzung verantwortlich sind, hier OB Michael Cerny und Rupert Natter, dem stellvertretenden Vorsitzenden der CSU-Stadtratsfraktion (von links).
von Markus Müller Kontakt Profil

ONETZ: Herr Schöberl, wie viele Leute haben denn bei der Nacht der Ideen mit Vorschlägen mitgemacht?

Matthias Schöberl: Ungefähr 80. Darüber hinaus haben uns weitere Bürger Mails mit Vorschlägen geschrieben.

ONETZ: Wann war der Besuch am stärksten?

Matthias Schöberl: Zwischen 17 und 19 Uhr war der größte Betrieb.

ONETZ: Also eher ein Abend der Ideen.

Matthias Schöberl: Es dürfte in vielen Fällen so gewesen sein, dass die Leute aus der Arbeit kamen und vor dem Abendessen oder anderen Abendveranstaltungen bei uns reinschauten.

ONETZ: Gab es bei den Leuten, die Vorschläge machten, eine Gruppe, die besonders stark vertreten war?

Matthias Schöberl: Nein, die Gäste haben eigentlich das gesamte Spektrum des gesellschaftlichen Engagements in unserer Stadt abgedeckt: Sport, Jugendarbeit, Kunst und Kulturwirtschaft, Unternehmer, karitativer Sektor, Innenstadt und Stadtteile. Frauen waren genauso dabei wie Männer, jüngere genauso wie ältere Menschen.

ONETZ: Hatten Sie Themen vorgegeben?

Matthias Schöberl: Wir hatten verschiedene Stellwände und Tische zu den Themenbereichen Innenstadt, Wirtschaft, Verkehr, Kunst und Kultur, Nachhaltigkeit, Umwelt, Stadtteile, Sicherheit, Verwaltung und Bürger, Gesundheit und Bildung vorbereitet. Jeder Gast konnte seine Ideen aufschreiben und sich mit den anderen darüber austauschen. Bis auf die Einhaltung der Netiquette gab es keine Regeln.

ONETZ: Zu welchen Themen kamen die meisten Vorschläge?

Matthias Schöberl: Bei Kunst und Kultur bzw. lebenswerte Stadt, Verkehr, Innenstadt und Nachhaltigkeit.

ONETZ: Waren auch Ideen dabei, die sofort umgesetzt werden können?

Matthias Schöberl: Zumindest einige, die direkt angegangen werden können. Es gab aber natürlich auch Anregungen, die Strukturveränderungen oder Verhaltensänderungen mit sich bringen würden, die intensiv in kommunalen Gremien und der Verwaltung vorbereitet werden müssten. Insgesamt handelte es sich stets um ganz konkrete Vorschläge. Allgemeinplätze wie „mehr für die Umwelt tun“ wurden nicht vorgetragen. Ich sehe jedenfalls für alle Punkte grundsätzlich – wenn auch nicht immer 1:1 – Chancen auf eine Umsetzung.

ONETZ: Können Sie gleich einen rausgreifen?

Matthias Schöberl: Ja, die Idee, dass man für jeden neugeborenen Amberger einen Baum pflanzt. Den Antrag wollte unser Fraktionschef Dieter Mußemann ohnehin auch von sich aus in den Stadtrat einbringen.

ONETZ: Gab es auch Forderungen, dass man bestimmte Sachen abschaffen sollte?

Matthias Schöberl: Eigentlich waren alles Vorschläge für, nicht gegen etwas.

Matthias Schöberl, einer der stellvertretenden Kreisvorsitzenden der Amberger CSU.

ONETZ: Was ist Ihre Lieblingsidee?

Matthias Schöberl: Da nenne ich eine von mir: öffentliche Klaviere. Das heißt, mit einem Logo wird kenntlich gemacht, in welchen Gaststätten, städtischen Einrichtungen oder Läden Klaviere stehen, auf denen man auch spielen darf. Einmal im Jahr gibt es ein großes Konzert an allen öffentlichen Klavieren in der Innenstadt – mit Hobbymusikern, Klavierschülern und Gaststars.

ONETZ: Was macht jemand, der nachträglich noch eine Idee an den Mann bringen möchte?

Matthias Schöberl: Einfach an die E-Mail-Adresse buero[at]csu-amberg[dot]de schicken.

ONETZ: Und was macht die CSU mit den jetzt gesammelten Ideen?

Matthias Schöberl: Sobald unsere Kandidaten für die Stadtratswahl nominiert sind, werden sie sich zusammen mit dem Kreisvorstand die Vorschläge ansehen, sie wägen und priorisieren.

Eine Auswahl der vorgebrachten Ideen:
  • Inklusion an allen Schulen stärker fördern (Fahrstühle, Lerntempo, Toleranz, Einbeziehung).
  • Die Ammersrichter Kinderkrippe ist zu klein und sollte ausgebaut werden.
  • Ganztagsbetreuung ausbauen. Auch Ferienbetreuung an Schulen, aber durch Vereine zulassen.
  • Einzelhandel bei Transformation unterstützen: Läden sind dazu da, auszuprobieren, Kauf dann nach Hause liefern lassen. Stadt könnte einen Lieferservice unterstützen.
  • Beteiligung von Bürgerinnen und Bürgern an Stadtwerkeprojekten, um auch Geld für mehr regenerative Energien einzusammeln.
  • Bauplätze mit Punktesystem/Einheimischenmodell vergeben.
  • Gestaltungssatzung für Innenstadt anpassen, damit PV-Anlagen möglich werden.
  • Des Nachts mehr Polizeipräsenz in der Stadt.
  • Imbissbuden und to-go-Cafés zu Straßenreinigungsabgabe verpflichten.
  • Elektro- und Elektronikgeräte mit einem Elektro-Mobil einsammeln.
  • Technische und räumliche Unterstützung für Repair-Cafés.
  • Stadt soll nur faire Arbeitskleidung (zum Beispiel Grüner Knopf) anschaffen.
  • Spielmöglichkeiten für Kinder in der Fußgängerzone/Innenstadt
  • Energetische Sanierung des Gebäudebestandes der Stadt Vorrang geben vor Neubau.
  • Bänke an der Vils mit Rückenlehnen versehen – zum Beispiel für Senioren.
  • Auch Ruhezonen lassen – es muss nicht alles belebt werden.
  • Citybus soll durch die Fußgängerzone fahren.
  • Weitere großformatige Stadtpläne anbringen zur Orientierung der Besucher.
  • Netzwerkmanager für Kultur- und Kreativwirtschaft schaffen.
  • Zentrale Anlaufstelle für Vereine.
  • Höhere Entlohnung für Übungsleiter.
  • Konkurrenzsituation VHS - Sportvereine bei gleichem Kursangebot überprüfen.
  • „Stadtmaler“ für ein Jahr fördern, vielleicht ein Atelier in einem Leerstand einrichten.
  • Mehr Kulturaustausch mit Partnerstädten (Konzerte, Ausstellungen)
  • Portfoliomanagement für städtische Gebäude.
  • Städtische Gebäude nach Lebenszykluskosten planen (Unterhalt und Bewirtschaftung mit berücksichtigen).
  • Neubaugebiete nur noch mit Kraft-Wärme-Kopplung-Anlagen versehen.
  • Garagen-Boxen für Pedelecs und E-Bikes mit integrierten Steckern.
  • Höhere Frequenzen für City-Bus.
  • E-Autos der Stadt Fahrschulen zur Verfügung stellen, damit jede Fahrschülerin/jeder Fahrschüler wenigstens eine Stunde mit einem E-Auto fahren kann.
  • Stadtplan mit eingezeichneten Radwegen auflegen.
  • Neue ÖPNV-Linien z.B: nach Raigering oder ins Industriegebiet Nord.
  • Münchner Parkmodell überdenken.
Klicken Sie hier für mehr Artikel zum Thema:

Für Sie empfohlen

 

Videos aus der Region

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.