05.12.2018 - 15:21 Uhr
AmbergOberpfalz

Dank künstlicher Intelligenz bald Null-Fehler-Produktion

Der bundesweite Industrie-4.0-Award zeichnet Unternehmen aus, die bei der Digitalisierung wegweisend sind. In diesem Jahr zählt das Amberger Siemens-Elektronikwerk zu den umjubelten Preisträgern.

„Wir sind die Smart Factory“: Die Freude war groß in der Mannschaft des EWA bei der Verleihung des Industrie 4.0-Awards durch die ROI Management Consulting AG.
von Externer BeitragProfil

Das Amberger Siemens-Elektronikwerk wurde laut einer Pressemitteilung der Veranstalter in der Kategorie Smart Factory ausgezeichnet. Mit dem Preis werden laut Wolfgang Dorst aus der Führungsetage von ROI Management Consulting wegweisende industrielle Digitalisierungsprojekte honoriert: "Das Elektronikwerk setzt Benchmarks für eine mustergültige Smart Factory: Menschen, Maschinen und Roboter arbeiten hier bereits Hand in Hand."

Die Vielzahl der eingesetzten Industrie-4.0-Lösungen und die hohe Umsetzungsbreite im Werk seien allerdings nicht die einzigen Leistungen, mit denen Siemens bei der Award-Jury habe punkten können.

Das Werk sorgt auch durch die flächendeckende Vernetzung sämtlicher Maschinen und Produkte in der Fabrik für eine beispiellose Transparenz über alle Produktionsschritte hinweg. Unter anderem nutze das Werk Dashboards, die über sämtliche Performance-, Produkt- und Qualitätsdaten aller Maschinen und Produkte in Echtzeit informieren. "Dadurch sind wir nicht nur in der Lage, sehr schnell auf Abweichungen zu reagieren, sondern können auch kontinuierlich an der Verbesserung von Produkten, Prozessen und Lieferanten arbeiten", sagt Gunter Beitinger, Leiter des Amberger Elektronikwerks, und fügt hinzu: "Zukünftig wird uns künstliche Intelligenz dabei helfen, unsere Prozesse noch besser zu verstehen. Damit ist die Null-Fehler-Produktion für uns keine Vision mehr, sondern ein klares Ziel." Um die Produktivität kontinuierlich zu steigern, setzt Siemens auch auf 4.0-Elemente wie den Digitalen Zwilling für Produkt und Produktion, Leichtbauroboter und 3D-Druck.

Das Elektronikwerk wurde 1989 gegründet und produziert speicherprogrammierbare Steuerungen. In Amberg werden mehr als 1200 Produktvarianten hergestellt. Mit ihnen werden Maschinen und Anlagen gesteuert und Fertigungen automatisiert. Dadurch lassen sich Zeit und Kosten sparen. Zudem wird laut Firmenangaben die Produktqualität erhöht. Innerhalb von 24 Stunden stehen die Produkte für weltweit rund 60 000 Kunden zur Auslieferung bereit.

Im Dreischichtbetrieb werden pro Jahr etwa 4,5 Milliarden Bauelemente verarbeitet. Bei annähernd gleichbleibender Produktionsfläche (etwa 10 000 Quadratmeter) und kaum veränderter Mitarbeiterzahl habe das Werk sein Produktionsvolumen mittlerweile um das 14-fache gesteigert. Im Werk liefern laut Konzernangaben rund 1300 Mitarbeiter eine Fertigungsqualität von 99,999 Prozent.

Hintergrund:

Teilnahmeberechtigt sind alle Unternehmen, die eine Industrie 4.0-Lösung realisiert haben. Der zweistufige Bewerbungsprozess sieht zunächst einen Fragebogen vor, die besten Bewerbungen kommen in die zweite Runde. Im Rahmen eines halbtägigen Assessments besichtigen Experten von ROI das Projekt vor Ort und klären offene Fragen. Die daraus erstellten Bewertungsvorschläge bilden die Grundlage für die Award-Jury, die Sieger zu ermitteln. Bewertet werden die umgesetzten Industrie 4.0 Elemente wie horizontale und vertikale Integration oder Einsatz von Assistenzsystemen, der Umsetzungstand (zum Beispiel Pilot oder Vollständig ausgerollt) und der Innovationsgrad der Lösung. (exb)

Stolz auf den Industrie 4.0-Award für das Elektronikwerk Amberg (von links): Gunter Beitinger, Leiter EWA, Wolfram Wentingmann, Abteilungsleiter Digitalisierung im EWA.

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