09.04.2019 - 16:22 Uhr
AmbergOberpfalz

Digital lernen - mit Ausschalter

"Das geht nicht wieder weg" sagte Beratungsrektor Tobias Frischholz in Bezug auf "Bildung im digitalen Wandel" in Ursensollen. Mit dabei: über 200 Lehrer der Grund- und Mittelschulen des Landkreises, aus Amberg und dem Landkreis Schwandorf

Von links: Schulrat Stephan Tischer SchADin Renate Vettori. AD Thomas Ungerer, Beatrix Hilburger, SchADin Gerald Haas, SchAD Tobias Frischholz, Beratungsrektor MiB Johann Hilburger, LtRSchD Jürgen Bomertl, SchR Johannes Schirrmacher, Koordinator Alexander Friedl, KR und KdB Birgit Härtl, Rin
von Autor MMAProfil

Ihnen machte Frischholz Mut zu einem "zeitgemäßen Unterricht". Begrüßt von Schulamtsdirektorin Beatrix Hilburger waren für die Pädagogen zudem je zwölf Workshops und Informationsstände organisiert worden.

Thomas Unger, Bereichsleiter für Oberpfälzer Schulen, warnte "in einer Zeit der Fake-News" vor einer "Reduktion auf reich technische Aspekte" und verlangte, dass die Technik der analogen Pädagogik "illuminierend" zu dienen habe. Es sei ein "contraintuitives Wagen", das sich aber lohne, versicherte er. Der Amberger Oberbürgermeister Michael Cerny erinnerte an die große Verantwortung der Leher, die zur "Mitgestaltung der Zukunft" aufgerufen seien. Doch sei auch "Scheitern ausdrücklich erlaubt". Der stellvertretene Schwandorfer Landrat Jakob Scharf und Ursensollens Dritter Bürgermeister Josef Schmaußer mahnten, "Herz- und Charakterbildung" nicht zu vergessen.

"Kein ausschließliches Fokussieren" und kein "chinesisches (Totalüberwachungs-)Modell", sondern ein "sowohl als auch" braucht es laut Frischholz, um die Kinder nicht allein zu lassen und sie für einen verantwortungsbewussten Zugang mit "Kultur-Zugangsgeräten" fit zu machen. Derzeitige und künftige Anforderungen in Alltag und Beruf bedürften einer klugen Vermittlung, eines ästhetisch schönen Klassenzimmers und nicht zuletzt auch professioneller Systembetreuer. "Nicht alles technisch Mögliche ist sinnvoll", zeigte er auf. Auch ein gemeinsames Lernen anhand guter Angebote war sein Credo. "Gehen sie mit gutem Beispiel voran", war der Wunsch des Experten an die Lehrer - "und zeigen Sie auch den Knopf zum Ausschalten. Seien Sie digital, haben Sie keine Angst, und vergessen Sie nie Herz und Verstand."

An Beispielen aus der Praxis wurde die enorme Breite der Einsatzmöglichkeiten klar. Michaela Bergmann, die Rektorin der Grund-. und Mittelschule Schnaittenbach, stellte "Persönliche Lernnetzwerke (PLN)" für Lehrer vor. Damit könne man sich vernetzten, Infos verbreiten, aber auch vieles verändern und verbessern. Die Amberger Barbaraschule zeigte einen "Programmzirkus" mit Algokids. Alexander Friedl stellte die Medientutoren der Mittelschule Neunburg vorm Wald vor und einen "flipped classroom" für von Schülern angefertigte Erklärvideos. Simone Hösl präsentierte das Bayern-Lab von Nabburg und lud zu dortigen kostenlosen Workshops, Projekten und Führungen ein. Eine Stunde lang besuchten am Nachmittag die Pädagogen zwölf verschiedene Arbeitskreise in der Ursensollener Mittelschule. Im Abschluss-Plenum gab es viel dankbarem Applaus im Kubus.

Klicken Sie hier für mehr Artikel zum Thema:

Nachrichten per WhatsApp und Facebook Messenger

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.