Amberg
02.11.2018 - 11:27 Uhr

Digitalisierung reicht in Hörsaal

Im Zeitalter von Internet und Digitalisierung ändern sich auch Lehre und Forschung. Muss die Rolle des Lehrenden an der Hochschule neu definiert werden? Antworten gibt das Didaktik-Forum der Ostbayerischen Technischen Hochschule.

Professor Jürgen Handke ist ein ausgewiesener Experte beim Thema Digitalisierung der Lehre. Bild: Wiesel/OTH Amberg-Weiden
Professor Jürgen Handke ist ein ausgewiesener Experte beim Thema Digitalisierung der Lehre.

Sich für Kurse online anzumelden oder Power-Point-Folien herunterzuladen, ist schon längst im Alltag der Hochschule angekommen. Aber im Zuge der Digitalisierung genügt das schon längst nicht mehr. Das Didaktik-Forum hat sich daher mit Professor Jürgen Handke von der Universität Marburg einen ausgewiesenen Experte für das Thema "Digitalisierung der Lehre" eingeladen. Er beschäftigt sich seit Jahren mit der Digitalisierung der Hochschullehre.

In seinem Impulsvortrag zeigte Handke den Mehrwert digitaler Lehr- und Lernszenarien. "Es genügt nicht, die klassische Hochschullehre mit Aufzeichungen der Vorlesungen per Video oder digitalen Skripten anzureichern. Das hätte den Effekt, dass sich Studierende die Frage stellen, warum man in die Vorlesung muss."

Neue Anforderungen

Die Lösung: digitale Integration. Hier erfolgt die Inhaltsvermittlung und -erschließung digital und die Inhaltsvertiefung in der anschließenden Präsenzphase. Dabei sieht Handke die Lehrenden in der Rolle des Coaches, als individuelle Lernbegleiter. Dieses Format wird auch Inverted Classroom genannt. Ein Vorteil: In der Präsenzphase entsteht ein enormer Freiraum für das Einüben der benötigten Fachkompetenzen, für die Diskussion und die individuelle Behandlung von Fragestellungen aller Art. "Wir sehen Digitalisierung nicht als Trend, sondern verstehen sie als Aufgabe zur regelmäßigen Weiterentwicklung der Lehre. Im Mittelpunkt der Hochschulbildung steht das Lernen der Studierenden. Der Einsatz digitaler Medien kann uns dabei auf vielfältige Weise unterstützen, zum Beispiel, um zielgruppengerecht Lehrkonzepte zu ermöglichen und die Form der Präsenzlehre zu erweitern", sagte Professor Ulrich Müller, Vizepräsident der OTH Amberg-Weiden. Die Digitalisierung in der Lehre stellt neue Anforderungen (unter anderem in Medienkompetenz und Mediendidaktik) sowohl an die neuen und als auch an die etablierten Lehrenden.

Diesen Themen will sich künftig unter anderem das Kompetenzzentrum Digitaler Campus widmen. Mit neuen Aufgaben gehen auch Vorbehalte einher. Diese nahm Handke den Teilnehmern beim anschließenden Workshop. Dabei zeigte er an Beispielen, wie die Digitalisierung der Lehre sogar bei laufendem Lehrbetrieb gelingen kann. Dazu stellte er sein Sechs-Schritte-Programm vor und setzte es anschließend mit den Teilnehmern um.

Über 50 HochschuldozentInnen und LehrerInnen beschäftigen sich mit der Digitalisierung der Lehre Bild: Wiesel/OTH Amberg-Weiden
Über 50 HochschuldozentInnen und LehrerInnen beschäftigen sich mit der Digitalisierung der Lehre
Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.

Klicken Sie hier für mehr Artikel zum Thema:
Zum Fortsetzen bitte

Sie sind bereits eingeloggt.

Um diesen Artikel lesen zu können, benötigen Sie ein OnetzPlus- oder E-Paper-Abo.