30.06.2020 - 14:31 Uhr
AmbergOberpfalz

Drei Monate Katastrophenfall in Bayern: Amberg zieht Bilanz

Corona hat Ambergs Stadtverwaltung auf Trab gehalten: Aus ihren Reihen rekrutierte sich die Führungsgruppe Katastrophenschutz. Die hatte gut zu tun, vor allem am Bürgertelefon. Und dann war da auch noch eine Bombe.

Lagebesprechung mit dem Leiter der Amberger Führungsgruppe Katastrophenschutz, Bernhard Mitko (rechts vorne), Leitungsassistentin Elisabeth Keck ( links vorne), den Vertretern der einzelnen Arbeitsbereiche und externen Fachleuten.
von Externer BeitragProfil

Genau drei Monate dauerte der Katastrophenfall im Zuge der Corona-Pandemie in Bayern: Ministerpräsident Markus Söder hatte ihn am 16. März ausgerufen und am 16. Juni offiziell wieder beendet. Jeweils zwei Tage danach trat in Amberg die Führungsgruppe Katastrophenschutz zum ersten und nun zumindest vorerst zum letzten Mal zusammen. "Dazwischen lagen Tage und Wochen des Hoffens und des Bangens, angefüllt mit zahlreichen Sonderdiensten und Einsätzen zum Wohle der Stadt Amberg und ihrer Bürger", teilt jetzt Stadt-Pressesprecherin Susanne Schwab in einer Bilanz mit.

Drei Monate im Katastrophenfall

Referatsleiter Bernhard Mitko, der die Führungsgruppe leitete, nahm die Gelegenheit des Abschlusstreffens zum Anlass, seinen Mitstreitern zu danken. Es waren fast ausschließlich Mitarbeiter der Stadtverwaltung, die von ihrer regulären Arbeit abgezogen und in der in der Integrierten Leitstelle (ILS) in der Gasfabrikstraße untergebrachten Einsatzzentrale tätig waren. Gemeinsam mit Mitko zogen sie nun Bilanz und listeten auf, was sich in den drei Monaten des K-Falls ereignet hatte.

Dies begann für die Abteilung „Innerer Dienst“ damit, stets Personal finden zu müssen, das bereit war, sich dem "zum Teil recht anstrengenden Dienst zu stellen und auch nachts und am Wochenende für die FüGK bereit zu sein", wie Schwab mitteilt. „Die Zusammenarbeit war exzellent“, zitiert sie Ingolf Just. Dieser hatte ein Zeitkontingent von insgesamt mehr als 7000 Stunden errechnet, in denen die Beschäftigten vor Ort und einsatzbereit waren – unter anderem, um die vielen Anfragen am Bürgertelefon zu beantworten.

2350 Einsatzstunden

Hinzu kamen die Vertreter der Polizei, der Amberger Feuerwehr, der Integrierten Leitstelle und der Bundeswehr beziehungsweise des Kreisverbindungskommandos, wobei Letztere auf insgesamt rund 2350 Einsatzstunden kamen. Ebenfalls in der FüGK integriert waren Birgit Hübner als Ansprechpartnerin für die Seniorenheime und Pflegedienste, Marc Bigalke, der als Ärztlicher Leiter wichtige medizinische Entscheidungen zu treffen hatte, sowie Versorgungsarzt Dr. Harald Schmaußer, der die Anliegen aller niedergelassenen Ärzte in die FüGK einbrachte.

Für die Einrichtung und Koordination in der Fieberambulanz zeichneten Renate Preuß sowie in Vertretung Martin Schafbauer und Kerstin Scherl verantwortlich. Diese war nicht nur für die Versorgung von Patienten mit Verdacht auf Covid-19 zuständiger Ansprechpartner, sondern übernahm auch die Tests der Verdachtsfälle, nachdem die vorübergehend im Amberger Congress Centrum eingerichtete Teststrecke nicht mehr voll ausgelastet war und aufgelöst werden konnte. Dort wiederum sorgten die FüGK-Mitarbeiter dafür, dass die Stelle eingerichtet und mit ausreichendem Schutz- und Testmaterial versorgt wurde. Auch die Terminierung der Tests lag in den Händen der FüGK, genauer des Bürgertelefons.

Wichtiges Thema: Schutzausrüstung

Anfangs aber war es vor allem das Thema Schutzausrüstungen, das die FüGK besonders in Atem hielt – gab es doch anfangs zu wenig Schutzmasken, Anzüge und Kittel, um die Senioreneinrichtungen und Pflegedienste auszustatten. Deshalb wurde Material aus unterschiedlichen Quellen beschafft – „mit viel Augenmaß“, wie der zuständige Einsatzleiter Uli Strobl bestätigte.

Das habe sich jetzt, bei der Bestandsaufnahme, gezeigt: „Wir haben noch Restbestände, jedoch keineswegs so viel, dass wir damit nichts mehr anfangen könnten.“ Nach einer gewissen Anlaufzeit trafen auch die Materiallieferungen des Freistaats ein, so dass sich die FüGK dann auf deren Verteilung konzentrieren und die eigenen Beschaffungen zurückfahren konnte.

Den Herbst im Blick

FüGK-Leiter Bernhard Mitko wünschte sich zum Abschluss, dass die Gruppe trotz der positiven Bilanz im Zuge der Corona-Pandemie nicht mehr zusammentreten muss. Er hoffe, „dass die Zahlen auch im Herbst nicht mehr soweit hochschnellen, dass das noch einmal notwendig wird“.

Bombenfund am Bergsteig in Amberg

Amberg
Im Blickpunkt:

Blindgänger sorgt für Aufregung

Ein ganz besonderes Ereignis im Zeitraum des Corona-Katastrophenfalls war der Blindgängerfund im Bergsteigviertel, der sich dann als harmlose, nicht zündbare Stabbrandbomben aus dem Zweiten Weltkrieg entpuppte. Er hatte aber eine umfangreiche Vorbereitung erforderlich gemacht.

Die Tatsache, "dass die FüGK bereits handlungsfähig war und nicht mehr eigens einberufen werden musste", war laut Susanne Schwab "ganz klar einen Vorteil". Dass eine Entschärfung nicht notwendig wurde und der Ernstfall damit nicht eintrat, war für Bernhard Strobl, Stadtbrandrat und Einsatzleiter, sowie den Leiter der Amberger Polizeiinspektion, Thomas Lachner, zumindest eine gute Übung, denselben zu proben. „Der Fund hat uns sehr gefordert“, bestätigte Strobl.

So funktioniert die Corona-App

Deutschland und die Welt
Im Blickpunkt:

Corona-App und Amberg-Magazin

  • Stadt wirbt für Warn-App
    Die Stadt Amberg ermuntert dazu, die Corona-Warn-App zu nutzen. „Je mehr Bürger mitmachen, desto wirksamer kann sie uns dabei unterstützen, die Pandemie auch bei uns in der Region weiterhin einzudämmen“, betont Oberbürgermeister Michael Cerny. Bernhard Mitko, Leiter der Führungsgruppe Katastrophenschutz sowie des Amberger Referats für Recht, Umwelt und Personal, ergänzt: „Äußerst positiv ist der Datenschutz bei der Nutzung der App zu bewerten.“
  • Tipps im Amberg-Magazin
    Das neue Amberg-Magazin ist erschienen. Statt des gewohnten DIN-A4-Formats ist es diesmal ein DIN-A5-Heft mit Corona-Schwerpunkt. Die Sonderausgabe enthält neben Neueröffnungen (Einzelhandel/Gastronomie) Tipps für Urlaub daheim und Amberger Lieblingsplätze, Interviews mit OB Michael Cerny und Unternehmern zu ihren Corona-Erfahrungen, Informationen zur Aktion „Amberg hilft“ sowie Gutscheine von Amberger Gastronomie und Geschäften. Wer bis Samstag, 3. Juli, kein Exemplar in seinem Briefkasten hatte, kann sich ein Heft bei TNT Productions (Herrnstraße 6-8) abholen oder ins Internet gehen (www.amberg.de/magazin).
Klicken Sie hier für mehr Artikel zum Thema:

Für Sie empfohlen

 

Videos aus der Region

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.