11.01.2019 - 18:00 Uhr
AmbergOberpfalz

Dreikönigssingen einzigartig in der Region

Wer beim Dreikönigssingen in der Bergkirche einen Sitzplatz will, muss rechtzeitig kommen. Die musikalische Andacht erlebt seit ihrem Bestehen alljährlich einen regelrechten Ansturm – auch diesmal.

Die Ensdorfer Bläser eröffneten mit majestätischen Klängen das Dreikönigssingen.
von Adele SchützProfil

Ein Grund für den großen Zuspruch liegt darin, dass es das einzige Dreikönigssingen seiner Art in der Oberpfalz ist. Zum anderen gelingt es Organisator Hermann Frieser jedes Jahr, Musik- und Gesangsgruppen aus der Region zu verpflichten, die ein besonderes Musikerlebnis garantieren.

Interessantes zum Brauch

Diesmal interpretierten die Birgländer Stubenmusi, die Birgländer Sängerinnen und die Ensdorfer Bläser die Bedeutung des Dreikönigsfestes mit stimmungsvollen Stücken. Der Ehenfelder Männergesangverein musste aus gesundheitlichen Gründen kurzfristig absagen. Hermann Frieser als ehemaliger Kreisheimatpfleger hatte Interessantes zum Oberpfälzer Brauchtum an Dreikönig zu berichten.

Mit majestätischen Klängen erfüllten die Ensdorfer Bläser das Kirchenschiff schon zum Auftakt. Der Prior des Franziskanerklosters, Pater Seraphim, freute sich als Hausherr über den großen Zuspruch. Die Birgländer Sängerinnen glänzten harmonisch mit ihren klaren, ausdrucksstarken Frauenstimmen. Das Gesangstrio wirkte auch bei der Birgländer Stubenmusi mit, die für besinnliche Momente sorgte.

Organisator Hermann Frieser erinnerte in den Musikpausen zunächst an das frühere Brauchtum zu Dreikönig. Wenn die Kinder das ganze Jahr über bei den Sonntagsmessen weit hinten in der Kirche gesessen hätten, hätten sie am Dreikönigstag stets versucht, einen Platz möglichst weit vorne in der Kirche zu ergattern, um sich als einer der Ersten das frisch geweihte Dreikönigswasser zu sichern: „Früher hat man geglaubt, dass das oberste Dreikönigswasser im Kübel nach der Weihe die stärkste Wirkung hat“, erklärte Frieser.

Er erzählte auch, dass die Kinder am Dreikönigstag von der Mutter mit einem geschmückten Korb mit Weihrauch, Rauchkerzln und Kranwitter (Wacholder) für den heiligen Rauch am Dreikönigstag in die Messe geschickt worden sind. „A Kreidn zum Anschreiben der Jahreszahl und des Segens an die Türen und a Salz durften im Korb auch nicht fehlen“, erzählte Frieser. Das Dreikönigswasser wurde, mit Salz und Johanniswein vermischt, in einem flachen Schüsselchen zum Trocknen auf den Ofen gestellt. Der so entstandene Stein sei neben die Tür gehängt worden und habe zu allen Anlässen seine Verwendung gefunden: Kranke haben ein Bröserl auf die Zunge bekommen, Reisende davon etwas in die Tasche und einer kranken Kuh hat man davon ins Heu gemischt. Jeden Abend hat man den Salzstein angetupft, um sich selbst zu segnen.

Magier werden Könige

Frieser erläuterte genau, wie die Buchstaben C, M, und B, die Kreu-zerln und Jahreszahl angeordnet sein mussten, die man zum Segen des Hauses über die Tür mit geweihter Kreide schrieb, um die bösen Geister und Hexen abzuhalten. Zu den heiligen drei Königen erläuterte Hermann Frieser, dass erst Papst Leo um 450 die Zahl drei und die Bezeichnung Könige eingeführt habe, nachdem die Geschichte früher auch die Zahl 12 und Magier wie Weise gekannt habe.

Frieser verwies auf den Titel „Splendida Paupertas“, auf eine Prozessionsfahne aus dem Jahr 1740 in der Martinskirche in Bernried am Starnberger See. Diese zeigt das künstlerische Abbild der drei Könige. „Die drei bringen durch die Huldigung des Kindes den Kern, das Geheimnis des Christentums zum Ausdruck, das in der strahlenden Armut liegt. Im Kleinen, Armen und Schwachen, im Kind in der Krippe, scheint die Herrlichkeit Gottes auf.“

Gerne kamen die Besucher des Dreikönigssingens noch der Einladung der Franziskaner ins Kloster zur Brotzeit und zum gemütlichen Beisammensein nach.

Für besinnliche Momente sorgte die Birgländer Stubenmusi mit stimmungsvollen Instrumentalstücken.
Die Birgländer Sängerinnen glänzten mit ihren klaren und ausdrucksstarken Stimmen.

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