Amberg
25.11.2018 - 11:18 Uhr

Drogen-Prozess platzt, weil Angeklagter revidiert

Es sind keine großen Drogendeals: Aber immerhin Rauschgiftgeschäfte, bei denen ein Jugendlicher Methamphetamin erhielt. Das kreidet die Justiz einem 25-Jährigen an. Der Prozess gegen den Mann ist nun vorläufig geplatzt.

Bild: Uli Deck/dpa

Wer Drogen an Minderjährige abgibt, begibt sich auf sehr glattes Eis. Denn dann ist ein Verbrechenstatbestand erfüllt. In der Anklageschrift von Staatsanwalt Wolfgang Doblinger war eine solche Weitergabe an Rauschgift an einen 15-Jährigen enthalten. Geschehen soll das im vergangenen Jahr im nördlichen Landkreis sein. Es ging wohl um Methamphetamin in kleinerer Portion. Dabei drehte es sich mutmaßlich um die kleinste Menge einer zuvor aus Dealerkreisen erworbenen Crystal-Speed-Lieferung.

Es gab noch andere Anschuldigungen gegen den 25-Jährigen auf der Anklagebank. Er soll 23 Gramm Haschisch von anderen angekauft und zusammen mit einem Kumpel eine recht eigenartige Herstellungsaktion gestartet haben. Zehn Gramm Haschisch wurden angeblich in einem sogenannten Crasher zerkleinert und dann einer Flüssigkeit beigemischt.

Angereichert mit dem im Hanf enthaltenen Tetrahydrocannabinol (THC) und gedacht zum Inhalieren. Das Schöffengericht sollte sich ein Urteil bilden. Doch dazu kam es nicht. Den Polizeiakten entnahm der Vorsitzende Markus Sand Aussagen des Beschuldigten, die Rückschlüsse darauf zuließen, dass man eigentlich sehr zügig würde verhandeln können. Doch im Prozess revidierte der 25-Jährige einige seiner Angaben.

Angeklagter revidiert

Als "Bullshit" stellte er manche der Aufzeichnungen hin und sorgte so für tiefe Verwunderung bei Sand. Zum Beispiel auch deswegen: Der Mann wollte zwar an einer Produktion der THC-haltigen Flüssigkeit beteiligt gewesen sein. Doch wie das Ergebnis dieser Versuche aus der Haschisch-Küche, bestehend aus einem Liter und abgefüllt in kleine Flaschen, hätte weiterverkauft werden sollen, sei ausschließlich Sache seines Freundes gewesen. "Wir neigen hier keineswegs dazu, Sie einzusperren", signalisierte Richter Sand und gab dem 25-Jährigen Gelegenheit, längere Zeit mit seinem Anwalt Rudolf Pleischl zu sprechen.

Nach dieser Unterredung gab der Angeklagte zu Protokoll: "Alles, was mit Haschisch zusammenhängt, gebe ich zu. Nicht aber den Umgang mit Methamphetamin." "Gut, dann machen wir es anders", gab der Vorsitzende zu verstehen. Markus Sand brach den Prozess ab und ließ erkennen, dass nun alle, die mit den Transaktionen etwas zu tun hatten, für eine neue Verhandlung im Frühjahr geladen würden. Das war bisher nicht geschehen, da man mit einem umfangreichen Geständnis des Angeklagten rechnete.

 
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