10.05.2020 - 10:48 Uhr
AmbergOberpfalz

Drogenlager im Dreifaltigkeitsviertel nur ein Hirngespinst?

Hat es da wirklich einen Lager- und Umschlagplatz für Drogen im Dreifaltigkeitsviertel gegeben? Der Angeklagte zeigt sich vor dem Schöffengericht empört. "Unglaublich, nichts davon ist wahr", gibt er zu Protokoll.

Hat ein 36-Jähriger im Dreifaltigkeitsviertel eine Art Drogenlager? Das wird nun vor Gericht geklärt.
von Autor HWOProfil

Der Fall datiert zurück ins Jahr 2017. Bis es jetzt endlich zur Verhandlung kam, hat er im Vorfeld mehrere Richter beschäftigt. Es geht um eine Wohnung im Dreifaltigkeitsviertel und um einen heute 36 Jahre alten Mann. Er soll, so der erste von Staatsanwältin Julia Weigl erhobene Vorwurf, in seinen eigenen vier Wänden eine Bekannte empfangen und ihr zwei Haschischplatten mit einem Gesamtgewicht von 250 Gramm für 300 Euro angeboten haben. Angeblich schlug sie das Angebot aus und nahm nur zwei Brocken Cannabis mit.

Da schon gab es energischen Widerspruch. "Ich weiß nicht, was ich sagen soll", entrüstete sich der Angeklagte und ergänzte: "Solche Platten hatte ich nie." Sein Verteidiger Karl Holzapfel legte nach und stellte die Frage: "250 Gramm Haschisch für 300 Euro?" Das wäre dann wohl ein unglaubliches Schnäppchen gewesen. Allerdings erfuhr die Schöffengerichtsvorsitzende Kathrin Rieger von dem Beschuldigten auch: "Einen Joint habe ich ab und zu schon geraucht. Mehr aber nicht."

Was folgte, machte die Richterin nach eigenen Angaben "stinksauer". Die Frau, der die Haschischplatten angeblich zum Kauf angeboten wurden, hatte sich kurz vor Prozessbeginn als Zeugin abgemeldet und telefonisch mitgeteilt, sie habe die Reise von weiter her nach Amberg nicht angetreten. Angeblich wollte sie aus anderen Quellen von einer Terminverlegung erfahren haben. Die Richterin reagierte mit 100 Euro Ordnungsgeld und der Auferlegung aller durch die Abwesenheit entstandenen Kosten.

Zu diesem Zeitpunkt stand fest: Das Verfahren geht in der dritten Maiwoche weiter. Dann in Gegenwart der säumigen Zeugin und einhergehend mit der Erörterung einer weiteren Begebenheit. Sie dreht sich um ein Pfund Marihuana und 300 Gramm Haschisch. Auch diese stattlichen Drogenmengen soll der 36-Jährige in seiner Wohnung gebunkert haben. Zeugen sahen dies angeblich. "Auch das ist völlig auf der Luft gegriffen", versicherte der Angeklagte vor Gericht.

Mithin ist für den zweiten Verhandlungstag Spannung angesagt. Als geklärt gilt aber: "Der Mann ist nicht rauschgiftabhängig", attestierte Landgerichtsarzt Rainer Miedel dem Angeklagten. Deswegen seien auch keinerlei Maßnahmen wie etwa eine Entzugstherapie erforderlich.

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