Die Begriffe "schön" und "Schönheit" sind feste Bestandteile unseres alltäglichen Sprachgebrauchs. So können Blumen, ein Sonnenuntergang oder auch Menschen als schön bezeichnet werden. Vielleicht gibt es ja ein ungeschriebenes Gesetz, das regelt, was schön ist. Vielleicht ist Schönheit aber auch etwas ganz Subjektives. Ziemlich sicher ist sogar, dass die Vorstellungen von Schönheit, die sich über den gesamten Globus erstrecken, stark voneinander abweichen. Und wenn man an die behaarten Achselhöhlen der 1980-er Jahre denkt, ist auch klar, dass sich Schönheitsideale im Laufe der Zeit wandeln können. Nur weil Werte in der Gesellschaft einen gewissen Rahmen vorgeben, heißt das nicht, dass man ein Leben in grauer Einfalt führen muss. Wer glaubt, er muss davon erst überzeugt werden, der sollte einfach nur mit offenen Augen auf die Straße gehen und die verschiedenen Menschen, die ihm dort begegnen, beobachten. Fünf Menschen, die sich in ihrem Alltag mit dem Thema Schönheit auseinandersetzen, haben ihre Sichtweise dazu verraten.
Amberg
13.09.2018 - 17:06 Uhr
Was ist eigentlich „Schönheit“?
von Wolfgang Ruppert

Annette Rester (Kosmetikerin): „Wenn wir keine Spiegel hätten, würden wir uns alle schön finden“, sagt die Ambergerin mit einem Lächeln. „Schönheit hängt für mich mit dem Selbstbild zusammen. Wenn wir uns selbst als schön empfinden, strahlen wir das aus und sind gerade deswegen wunderschön.“ Für Rester bedeutet Schönheit Natürlichkeit und Ausstrahlung. Durch ihren Beruf trägt sie zu dieser positiven Ausstrahlung bei: „In meinem Beruf kann ich mit dekorativen Mitteln oder auch mit permanenten Methoden Menschen helfen, ihre Vorzüge zu betonen. Eine Wimpernwelle kann zum Beispiel von Schlupflidern ablenken.“ Gerade jungen Menschen, die sich oft an unrealistischen Idealen messen, wünscht die Kosmetikerin mehr Selbstvertrauen. (pkmo)
Bild: exb

Rebecca Haupt (Tätowiererin): „Es ist gar nicht so einfach zu sagen, was für mich schön ist“, meint die 32-jährige Tätowiererin. „Wahrscheinlich, Dinge, die besonders sind. Ich finde auch gerade Menschen, die einen vermeintlichen Makel haben, interessant.“ Auch wenn Haupt von Berufs wegen viel mit tätowierten Menschen zu tun hat, ist das für sie kein Muss: „Mein Freund zum Beispiel ist auch gar nicht tätowiert und er ist auch schön für mich“, erzählt sie. „Schönheit hat für mich absolut nichts mit dem Äußeren zu tun. Eher das Gegenteil.“ Tattoos könnten auch dazu beitragen, dass jemand sich selbst mehr mag, erklärt Haupt: „Oft lassen Leute ihre Narben covern. Man kann damit eben etwas, das man nicht mag, verstecken. Aber auch hervorheben, was einem gut gefällt.“ (pkmo)
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Jerome Fischer (Fitnessstudio-Mitarbeiter): „Für mich ist das Wichtigste, dass man mit sich selbst zufrieden ist. Schönheit ist was ganz Individuelles“, sagt der Mitarbeiter in einem Amberger Fitnessstudio. „Es hängt viel davon ab, wie man sich präsentiert. Egal ob man dann muskelbepackt ist oder einen Bierbauch hat.“ Weil es gerade im Fitnessbereich häufiger vorkommt, verrät Fischer, dass er es nicht schön findet, wenn jemand mit seinem Körper prahlt: „Wenn Leute dann hundert Fotos von sich auf Instagram posten, ist das einfach übertrieben.“ Auf ein gesundes Mittelmaß kommt es für Fischer an: „Wenn man zu schnell abnimmt, oder es mit dem Sport übertreibt, hat das nicht Schönheit, sondern im schlimmsten Fall gesundheitliche Probleme zur Folge.“ (pkmo)
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Sarah Saazer (Miss Tracht): Sie setzte sich gegen 42 Konkurrentinnen aus der Oberpfalz durch, allesamt durchweg schön: Sarah Saazer aus Vilseck ist Miss Tracht 2018. Was bedeutet Schönheit für die Gewinnerin der Aktion von Trachtenhof Nübler und Onetz? „Schönheit empfindet jeder anders. Ich finde, dass alleine hübsch sein nicht reicht. Der Charakter, Humor oder Ehrlichkeit machen Menschen schöner als jedes Make-up.“ Die 21-jährige angehende Mediengestalterin im dritten Lehrjahr kann aber auch nachvollziehen, wenn schönen Menschen nachgesagt wird, dass sie es im Alltag leichter haben. „Man kommt einfacher durch das Leben, wenn man sich schön findet, wenn man sich nicht versteckt, sondern selbstbewusst rausgeht.“ (roa)
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Nadja Renner (Friseurin): „Schönheit ist für mich die Kombination aus inneren und äußeren Werten“, erklärt die Friseurin. Auch Makel seien für sie attraktiv: „Ich glaube, viele sind einfach gesättigt von diesem perfekten Schönheitsideal. Makel machen Menschen interessant. In diese Richtung tut sich etwas bei den Leuten.“ Als Friseurin hat sie ihr Auge vor allem bei den Haaren: „Durch meinen Beruf fällt es mir sofort auf, wenn jemand außergewöhnliche Haare hat, zum Beispiel kräftige Naturlocken.“ Zur Schönheit ihrer Kunden trägt die Friseurin mehr bei als nur das Haare Schneiden: „Viele werden durch eine gute Frisur selbstbewusster. Auch Leuten, die zum Beispiel durch Krankheit viele Haare verloren haben, können wir Lebensqualität zurückgeben.“ (pkmo)
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