In den letzten zwölf Monaten hat der Landkreis 51 Zuwanderer aus (fast) allen möglichen Ländern der Welt eingebürgert, die Stadt Amberg 60. Wer Deutscher werden will, muss finanziell auf eigenen Füßen stehen, gute Deutschkenntnisse nachweisen und eine Prüfung über die deutsche Demokratie und Geschichte bestehen. Die neuen deutschen Staatsbürger, die der Landkreis und die Stadt bei ihrer Einbürgerungsfeier willkommen hießen, hatten diese hohen Hürden gemeistert.
"Bereichern Sie uns"
Landrat Richard Reisinger dankte ihnen, dass sie sich zu Deutschland bekennen und die deutsche Staatsbürgerschaft annehmen wollen. "Sie müssen keine Superdeutschen werden", beruhigte er die Neubürger, "das sind wir auch nicht." Sie müssten auch ihre Herkunftskultur nicht aufgeben. "Beleben und bereichern Sie uns", rief er ihnen zu. Auch Ambergs Oberbürgermeister Michael Cerny hielt die Eingebürgerten für einen echten Gewinn und erinnerte, dass die Gesellschaften am erfolgreichsten sind, die es schaffen, Talente aus aller Welt aufzunehmen. "Dank und Respekt" empfinde er, wenn er sehe, "wie viele Menschen zu uns kommen und hier eine neue Heimat finden." Drei Zuwanderer erwarben bei der Einbürgerungsfeier die deutsche Staatsbürgerschaft. Phuangphet Schuller aus Thailand, die in Schnaittenbach lebt, Milenko Nicolas Bugueno Gonzales aus Chile, jetzt in Sulzbach Rosenberg, und die Ambergerin Ghevar Ismaiel, die aus Syrien stammt. Sie erklärten feierlich, Grundgesetz und Gesetze der Bundesrepublik zu achten und alles zu unterlassen, was ihrer neuen Heimat schaden könnte.
Der Arbeit oder der Liebe wegen
16 Amberger und 19 Landkreisbewohner, die im Laufe des Jahres eingebürgert worden waren, nahmen ebenfalls an der Einbürgerungsfeier teil. Cerny, Reisinger und die jeweiligen Landkreisbürgermeister überreichten ihnen Geschenke. Im Gespräch erfuhren die Politiker, dass die meisten wegen der Arbeit oder der Liebe nach Deutschland gekommen sind. Die Gründe, sich um die deutsche Staatsangehörigkeit zu bemühen, waren unterschiedlich. Einige wollten als Zeichen der Zusammengehörigkeit die Nationalität ihres Ehepartners haben, andere wollen für immer in Amberg oder dem Landkreis bleiben. Eine der Eingebürgerten sagte: "Ich wollte wieder wählen dürfen." Einer sprach wohl allen aus der Seele, als er sagte: "Da samma dahoam." Angesichts der vielen Herkunftsländer (Ägypten, Armenien, Chile, Griechenland, Großbritannien, Irak, Kroatien, Philippinen, Polen, Rumänien, Russland, Spanien, Syrien, Thailand, Tschechien, Ukraine, Ungarn, USA, Vietnam) sagte Reisinger: "Möge das friedliche Beisammensein hier ein Beispiel sein für die ganze Welt."
Gemeinsam sangen alle die Nationalhymne. Der Kalinkachor unter der Leitung von Leonid Zadovschi begleitete die Einbürgerungsfeier musikalisch. Auch für die diesjährigen Zuwanderer war in der Gasfabrikstraße ein Willkommensbaum gepflanzt worden. Alle Neubürger unterschrieben eine Tafel, die an den Baum gehängt wird.















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