Viel Zeit hatten die 25 Helfer aller Altersgruppen mitgebracht. Allen voran engagierten sich die Initiatoren: Katharina Wennicke von der Kurfürstlichen Schlosswache und Elizaveta Smyslova (Bürgertreff). Mit ihren Helfern, zu denen auch Bürgermeisterin Brigitte Netta gehörte, kümmerten sie sich um rund 150 Grabstellen von Männern, die im Ersten oder Zweiten Weltkrieg gefallen sind. Auch der Abschnitt für Soldaten aus der Ex-Sowjetunion und den ehemaligen Ostblock-Staaten wurde bei dem Treffen gepflegt.
Kreuze wurden poliert, Laternen gesäubert und Kerzen angezündet. Nun folgt noch ein Treffen in den Räumen des Bürgervereins, bei dem noch Kränze für Allerheiligen gebunden werden. Vor einigen Jahren hatte die Kurfürstliche Schlosswache die Kriegsgräberpflege auf dem Katharinenfriedhof von der Amberger Militärkameradschaft übernommen, die den Einsatz aus Altersgründen vieler Helfer hatte aufgeben müssen.
Gerd Wennicke war zu dieser Zeit Vorsitzender der Schlosswache und Mitglied in der Militärkameradschaft - und somit Bindeglied. Auf Initiative von Bürgermeisterin Brigitte Netta, die einst den Bürgertreff mit in das Leben gerufen hat, bekamen die Historienfreunde Unterstützung. Für Netta war es selbstverständlich, sich erneut zu beteiligen: "Mir war es sehr wichtig, den Bürgertreff als starken Partner für die Friedensarbeit mit ins Boot zu holen, als die Kameradschaft die Gräberpflege nicht mehr leisten konnte und die Schlosswache dankenswerter übernommen hat." Denn dadurch sei gewährleistet, dass die Erinnerungen an die Grausamkeiten der Weltkriege nicht verblassen. Gerd Wennicke, der die Auswirkungen des Zweiten Weltkriegs in Berlin noch selbst erlebt hat, sieht die Kriegsgräberpflege der beiden Vereine auch als Versöhnungsarbeit über die Ruhestätten hinweg: "Die Vorfahren jener Aktiven aus dem Bürgertreff mit russischem Migrationshintergrund und die der deutschen jungen Generation haben sich im Zweiten Weltkrieg noch bekämpft, jetzt pflegen die jungen Leute gemeinsam deren Gräber." Beim Rundgang erinnerten Franz Kölbl, Bernhard Kösel und Gerd Wennicke daran, dass sich heuer das Ende des Ersten Weltkrieges zum 100. Mal jährt. Und sie machten unisono darauf aufmerksam, dass auch das von der Frauen-Union des Bayerischen Roten Kreuzes errichtete Ehrenmal im Schatten der Katharinenkirche dringend der Pflege bedürfe. Die Militärkameradschaft hofft auch hier auf ehrenamtliche Helfer.














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