29.12.2019 - 15:23 Uhr
AmbergOberpfalz

Enorme Hilfsbereitschaft für Flüchtlinge auf Samos

Das Schicksal der frierenden Flüchtlingskinder auf Samos hat Tom Scheimer berührt. Aber nicht nur ihn. Seinem Aufruf, warme Kleidung zu spenden, kamen unzählige Bürger nach. "Wahnsinn", freut er sich ob der riesigen Hilfsbereitschaft.

Damit hat selbst Tom Scheimer nicht gerechnet: In nur zwei Stunden, in denen er am Samstag Spenden für die frierenden Kinder in einem überfüllten Flüchtlingscamp auf Samos annahm, kamen Waren, die zehn Transporter füllen, zusammen.
von Kristina Sandig Kontakt Profil

Tom Scheimer hatte seinen Aufruf zur Soforthilfe relativ kurzfristig gestartet - und wurde trotzdem regelrecht überrannt. In der Halle, in der er Samstag von 10 bis 12 Uhr die Sachen abgegeben werden konnten, trafen die Ersten bereits eine halbe Stunde vor Beginn der Annahme ein. "Und dann ging es eigentlich im Sekundentakt weiter." Am Anfang nahmen vier Helfer die Spenden an, die Leute standen Schlange, um ihre Sachen abzugeben, erzählt Tom Scheimer. Unter den Hilfsgütern waren viele warme Kinderklamotten, alles schön nach Größen und Altersklassen beschriftet, worum Scheimer explizit gebeten hatte, um die Verladung in Regensburg, aber auch die Verteilung vor Ort in Griechenland zu erleichtern. "Teilweise waren das neue Sachen", erzählt Scheimer weiter.

Die Bürger brachten neben Bekleidung auch Schlafsäcke und Isomatten vorbei. Ein Mann war in die Amberger Sportgeschäfte gegangen, hatte dort alle verfügbaren Schlafsäcke gekauft und bei Tom Scheimer vorbeigebracht - "das waren 40 Stück, alle nagelneu", freut sich der Organisator der Soforthilfe.

"Das war schon Wahnsinn", zeigt er sich sehr angetan von der enormen Spendenbereitschaft in der Bevölkerung. "Es hat uns echt überrascht, wie viele Leute gekommen sind", sagt er. Überwältigt ist er von der Dimension, was in nur zwei Stunden an Hilfsgütern zusammenkam. "Die ganze Halle war voll." Den Großteil der gespendeten Sachen brachte Scheimer mit Unterstützung von Freunden und Freiwilligen, die ihm Transporter zur Verfügung stellten, noch am Samstag nach Regensburg zur Organisation Space-Eye, die am 2. Januar einen Hilfskonvoi nach Griechenland schickt.

"Wir haben aber immer noch nicht alles in Regensburg", sagt Scheimer und kündigt an, dass er den Rest heute zu Space-Eye bringen wird. Zusätzlich zu den materiellen Gütern kamen 1000 Euro Bargeld zusammen. 500 Euro davon hatte Scheimer bei zwei Tanzveranstaltungen gesammelt. Eines weiß der Organisator gewiss: Er würde sofort wieder eine Hilfsaktion machen.

Info:

Zehn Sprinter voller Hilfsgüter

Ein paar Tage vor Weihnachten erfuhr Tom Scheimer von einem Freund von den schrecklichen Zuständen, die seit Wochen in dem überfüllten Flüchtlingscamp auf der griechischen Insel Samos herrschen. Dort harren Tausende Flüchtlinge, davon viele Kinder, aus – in Kälte, Nässe und Hoffnungslosigkeit. Tom Scheimer zögerte nicht, sondern stellte kurzfristig eine Hilfsaktion auf die Beine: Am Samstag sammelte er zwei Stunden lang Hilfsgüter für die auf Samos gestrandeten Menschen.

Gedacht hatte er, einen Transporter voller Hilfsgüter aus Amberg nach Regensburg zu schicken, wo die Organisation Space-Eye gerade einen Hilfskonvoi für Samos zusammenstellt. Dank der Unterstützung vieler Menschen wurden schließlich zehn Sprinter voll.

Tüten voller warmer Klamotten für frierende Flüchtlinge auf der griechischen Insel Samos: Viele Bürger beteiligten sich an der Spendenaktion.
Nicht nur im großen Hof vor Tom Scheimers Halle, sondern auch noch auf der Straße parkten die Autos zahlreicher Bürger, die in Fiederhof warme Sachen für die Flüchtlinge auf Samos anlieferten.
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