Amberg
13.10.2026 - 21:11 Uhr

Erfahrungsaustausch nach Waldbrand-Einsätzen im Landkreis Amberg-Sulzbach

Nach den Waldbränden im Landkreis Amberg-Sulzbach trafen sich Politiker und Einsatzkräfte zum Erfahrungsaustausch. Themen waren unter anderem die Verfügbarkeit von Hubschraubern und die Rolle des Ehrenamts.

Die Serie von Waldbränden im vergangenen August hat den Einsatzkräften im Landkreis Amberg-Sulzbach viel abverlangt. Alles begann mit dem tagelangen Brand am Johannisberg in Freudenberg. Eine Woche später brannte es bei Holzhammer (Schnaittenbach), wo ein Feuer bis auf 500 Meter an die Ortschaft heranrückte. Ein dritter Waldbrand zwischen Massenricht und Dürnast führte zur Sperrung der dortigen Bahnstrecke. Insgesamt kämpften über 1.100 Helfer gegen die Flammen.

Um die Erfahrungen aus den Einsätzen auszuwerten und mögliche Verbesserungen zu besprechen, initiierte der Stimmkreisabgeordnete Harald Schwartz (CSU) einen Vor-Ort-Termin mit Vertretern aus Politik und Einsatzorganisationen.

Im Mittelpunkt standen laut einer Pressemitteilung der Austausch über die Einsätze und die Zusammenarbeit der Kräfte. Die Zusammenarbeit der Hilfsorganisationen im Landkreis Amberg-Sulzbach wurde als besonders gut bewertet. Auch das über Tage funktionierende Schicht- und Ablösesystem habe sich bewährt. „Wir wollen nicht, dass der Einsatzleiter die einzige Erkenntnisquelle bleibt“, betonte Kreisbrandinspektor Christof Strobl. Über ein laufendes Abfragetool können die Feuerwehrleute ihre Erfahrungen einbringen, um die Abläufe weiter zu verbessern. Alle Brände konnten erfolgreich bewältigt werden, sieben Einsatzkräfte wurden leicht verletzt.

Löschhubschrauber begrenzt verfügbar

Ein weiteres Thema war die Verfügbarkeit von Löschhubschraubern. In der Anfangsphase der Waldbrände im Landkreis Amberg-Sulzbach stand nach Darstellung der Beteiligten nur begrenzt Luftunterstützung zur Verfügung. Aus der Sicht von Kreisbrandinspektor Christof Strobl und Harald Schwartz müsse der Freistaat Bayern seine bisherige Strategie überprüfen.

Hinzu kämen Probleme bei der Kraftstoffversorgung der Hubschrauber vor Ort. Mobile Betankungsanlagen seien vielerorts nur begrenzt verfügbar, für kurze Einsatzintervalle bei der Luftbrandbekämpfung jedoch von großer Bedeutung. Die Teilnehmer sprachen sich für ein systematisches Konzept aus, mit dem mobile Tankanlagen im Ernstfall schnell und bedarfsgerecht an die jeweiligen Einsatzorte gebracht werden können.

Mehr Fördermittel notwendig

Auch die geländegängigen Spezialfahrzeuge von THW und Bergwacht, darunter UTVs und Quads, hätten sich bei den Einsätzen bewährt. Nach Darstellung der Beteiligten seien diese Fahrzeuge eine wichtige Unterstützung für die Einsatzkräfte gewesen. Kritisch wird jedoch gesehen, dass die Anschaffung solcher Fahrzeuge bisher durch Spenden finanziert werden musste. Dafür sollten verstärkt Landes- oder Bundesmittel zur Verfügung stehen.

Datenschutzrechtliche Fragen

Eine weitere Herausforderung sei die Übersicht über die Positionen der Einsatzkräfte im Gelände. Technisch sei es bereits möglich, ihre Standorte mithilfe von GPS zu erfassen und der Einsatzleitung in Echtzeit auf einer Karte anzuzeigen. Gerade bei Waldbränden könne dies die Koordination der Kräfte erleichtern, hieß es.

Dem Einsatz stünden allerdings datenschutzrechtliche Fragen sowie mögliche Sicherheitsrisiken, etwa durch Datenlecks oder Hackerangriffe, gegenüber. Das zuständige Staatsministerium plane deshalb, im kommenden Frühjahr eine offizielle Testphase zu starten, heißt es in der Mitteilung weiter. Dabei solle geprüft werden, wie sich das Live-Tracking sicher und praxistauglich einsetzen lässt.

Abschließend standen die Einsatzkräfte im Mittelpunkt. Im Landkreis Amberg-Sulzbach sei das ehrenamtliche Engagement bei Feuerwehren, THW, BRK und Bergwacht nach Einschätzung der Beteiligten gut aufgestellt. Mit Blick auf die Zukunft sähen sie jedoch neue Herausforderungen.

Die Teilnehmer rechnen künftig mit häufigeren Vegetationsbränden und damit verbundenen Mehrfachbelastungen für die Einsatzkräfte. Deshalb seien eine vorausschauende Planung, ausreichende Ressourcen und die Stärkung des Ehrenamts entscheidend.

Harald Schwartz dankte den Beteiligten, darunter Bernd Lödel (BRK), Harald Enßner (THW) und Markus Arnold (Bergwacht), für den Austausch. „Die Erkenntnisse von diesem Termin sind die beste Argumentationsbasis, um im Landtag für eine bessere Ausstattung des ländlichen Raums, die staatliche Förderung von UTV-Spezialfahrzeugen, den Erhalt von Katastrophenschutzfahrzeugen und schnellere finanzielle Hilfen für unsere Kommunen zu kämpfen."

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