26.05.2019 - 22:02 Uhr
AmbergOberpfalz

Erneut Frust bei SPD in Amberg-Sulzbach

Spannend ist an der Europawahl im Landkreis Amberg-Sulzbach das Rennen um Platz 2. Um 18.46 Uhr liegen die Grünen mit 11,49 Prozent hauchdünn vor der SPD mit 11,48. Am Ende aber behauptet sich die SPD mit 11,92 gegen 11,83 Prozent.

Auch im Landkreis Amberg-Sulzbach gaben bei der Europawahl mehr Bürger ihre Stimme ab als vor fünf Jahren.
von Markus Müller Kontakt Profil

Eindeutiger Sieger ist die CSU mit 44,37 Prozent. Darüber ist CSU-Kreisvorsitzender Harald Schwartz froh - vor allem weil der Landkreis über dem Bayernergebnis liegt. Eine Prognose hatte Schwartz nicht gewagt. Selbst auf die Frage von Ministerpräsident Markus Söder, wie aus Schwartz' Sicht die Wahl ausgehe, habe er es nicht gewagt. "Ich kann es nicht beurteilen, es war insgesamt eine Kakophonie von Meinungen und Themen." Klar habe der Brexit die Menschen berührt, doch für viele sei Europa weit weg und sehr abstrakt. Grundsätzlich seien die 44,37 Prozent für die CSU im Landkreis ein gutes Ergebnis.

Die Wahlbeteiligung lag mit 60,34 Prozent fast um 20 Prozentpunkte über der von 2014 (40,75 Prozent). Die meisten Bürger wählten in Kastl (71,52 Prozent), Gebenbach (68,00) und Freudenberg (67,48). Mit großem Abstand die wenigsten fanden in Vilseck (52,49) und Sulzbach-Rosenberg (52,35) den Weg zur Urne. Die gestiegene Wahlbeteiligung freut den SPD-Kreisvorsitzenden Uwe Bergmann. Die 11,92 Prozent für die SPD im Landkreis seien aber ein weiterer Tiefschlag. Die Regierungs- und die Wahlergebnisse stimmten nicht überein. "Wir liefern schon in Berlin, aber es wird uns nicht zugerechnet." Der Schnaittenbacher selbstkritisch: "Es scheint, wir treffen den Zeitgeist nicht." Bergmann führt soziale Themen wie den europäischen Mindestlohn an. "Scheinbar geht alles unter in Bienensterben und Artenschutz." Bergmann findet, man müsse sich überlegen, wie es personell in Berlin weitergehen soll - das fange bei der Parteivorsitzenden an. "Man muss hinterfragen, ob die Groko uns als Partei gut tut." Er fragt sich, wie lange die Basis das noch mitmache, wenn sie nur Frustergebnisse bekomme.

Bei den Ergebnissen in den Gemeinden bewegt sich die CSU zwischen 40 und 50 Prozent. Ausreißer nach oben sind Freudenberg (52,69 Prozent), Hahnbach (52,02) und Kastl (51,27). Die schlechtesten CSU-Stimmenzahlen gibt es in den altbekannten "Problemzonen": Sulzbach-Rosenberg (38,40 Prozent), Hirschbach (39,51) und Neukirchen (39,64).

Auch die SPD-Hochburgen konnte man so erwarten: Poppenricht, das vor wenigen Wochen einen sozialdemokratischen Bürgermeister gewählt hat, liegt mit 16,15 Prozent an der Spitze, gefolgt von Kümmersbruck (16,07) und Sulzbach-Rosenberg (15,57). Am weitesten nach unten abgesackt ist die SPD in Kastl (5,23), Vilseck (6,26) und Gebenbach (7,19).

Die Grünen kommen in Weigendorf auf 20,03 Prozent und in Neukirchen auf 16,31, während sie in Vilseck nur 8,43 und in Freihung 8,36 Prozent erreichen. Der AfD gelingt ihr Spitzenergebnis wieder in Rieden (14,90 Prozent); Schmidmühlen (13,38) und Hohenburg (12,87) sind die anderen Hochburgen. Die wenigsten Stimmen erhält sie in Freudenberg (6,29) und Auerbach (6,60).

Die Freien Wähler glänzen in Königstein (17,41) und Vilseck (14,11), während sie in den drei SPD-Hochburgen ganz mau abschneiden: Sulzbach-Rosenberg (3,86 Prozent), Kümmersbruck (4,71) und Poppenricht (5,83). Die ÖDP liegt in Edelsfeld (6,90) und Kastl (5,37) am besten, kommt aber in Weigendorf (0,63) auf keinen grünen Zweig. Die FDP ist in Edelsfeld (3,40) am stärksten, während sie in Weigendorf nur 1,1 Prozent schafft. Die Linke pendelt zwischen 0,74 Prozent in Freudenberg und 3,39 in Neukirchen.

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Oberpfalz
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