14.05.2019 - 20:43 Uhr
AmbergOberpfalz

Erste Hilfe gegen Parkdruck in der Marienstraße

Wer öfter an der Marienstraße einen Parkplatz finden muss, wird aufatmen: Am Mittwoch geht das neue Parkhaus der Firma Goldbeck in Betrieb. Doch selbst bei 776 Stellplätzen dort zeichnet sich schon ab, dass weiterer Parkraum gebraucht wird.

von Markus Müller Kontakt Profil

Bei der Einweihung am Dienstagmittag erläuterte OB Michael Cerny, dass der Erfolg des Dienstleistungszentrums an der Marienstraße mit insgesamt 3000 Mitarbeitern, davon 1800 im Klinikum, den Parkplatzbedarf an dieser Stelle zum größten Problem habe werden lassen. Ein Wettbewerb habe der Stadt gezeigt, dass die Firma Goldbeck das notwendige neue Parkhaus wirtschaftlicher bauen und betreiben könne als die Kommune. Der Bürger profitiere durch günstigere Parkgebühren. Die erste Stunde kostet einen Euro, jede weitere 60 Cent, bei einem Tagesmaximum von 5 Euro. "Jetzt ist das Parkdeck maßgeschneidert für die Marienstraße", fand Cerny. Manfred Wendl, der Vorstand des Klinikums St. Marien, das im neuen Deck 650 Einfahrtstickets für seine Mitarbeiter reserviert (und vergeben) hat, geht sogar von einem weiter steigenden Parkplatzbedarf aus.

Das dürfte Goldbeck nur recht sein. Die Firma kann das Parkhaus auf bis zu 1612 Stellplätze ausbauen, wie Stephan Pieper deutlich machte, der Geschäftsführer der Goldbeck Parking Services GmbH. Wegen der Expansion umliegender Unternehmen sehe man die Zukunft des Standorts sehr positiv. Gegenüber der AZ sagte er, aufgrund der Komplexität von Planen, Bauen und Betrieb an dieser Stelle sei das Gebäude auch für Goldbeck ein Leuchtturmprojekt. Sehr gut gefällt Pieper die mit einer Stadtansicht bedruckte Lisenenfassade nach dem Vorbild des Heidelberger Zoos. Die Diskussion in Amberg, als man wahrnahm, dass die Zeichnung nur von einer Seite zu sehen ist, habe man mitbekommen, sagte Pieper, "aber das war ein bautechnisches Thema, das wir nicht anders lösen konnten".

Das innerhalb eines guten Jahres errichtete Parkdeck mit fünf Etagen kann sowohl von der Regensburger Straße als auch von der Emailfabrikstraße angefahren werden. 150 (Komfort-)Stellplätze sind 2,70 Meter breit, die restlichen 2,50 Meter. Dazu kommen 84 Außenstellplätze, 20 Fahrradabstellplätze und 4 Ladepunkte für Elektrofahrzeuge. Ein besonderer Service ist für Dauerparker eingerichtet: Durch Kennzeichenerkennung öffnen sich die Schranken für sie automatisch. Der Richtspruch oblag Projektleiter Daniel Drmac von Goldbeck. Die kirchliche Segnung nahmen die Pfarrer Thomas Helm und Joachim von Kölichen vor.

Kommentar:

Autos schreien nach Parkraum

Da kann man noch so oft erzählen, wie schön das Fahrradfahren ist, besonders mit den E-Bikes, die einem jede Anstrengung abnehmen: Für manche Fahrten kommt man am Auto nicht vorbei. Wer vom flachen Oberpfälzer Land ins Klinikum oder zu den Ärzten in der Marienstraße will, nimmt dafür einfach das Auto. Die meisten haben keine brauchbare Alternative, selbst wenn es in der Umgebung (fast) nur noch kostenpflichtige Parkplätze gibt. Die Demografie lässt deshalb nur einen Schluss zu: Hier wird noch viel mehr Parkraum gebraucht.

Markus Müller

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