Viele Mitglieder der israelitischen Kultusgemeinde, aber auch einige Gäste - darunter rund 20 Angehörige der jüdischen Gemeinde im tschechischen Karlsbad und vier Schüler eines P-Seminars des Herzog-Christian-August-Gymnasiums mit ihrer Lehrerin Marianne Moosburger - feierten in der Synagoge und im Gemeindesaal den Beginn von Chanukka, des achttägigen jüdischen Lichterfests.
Geweihtes Öl reicht acht Tage
Das Fest, das Juden in aller Welt feiern, hat seinem Ursprung in einem Wunder. Im Jahr 164 vor Christus reichte bei der Wiedereinweihung des zweiten Tempels in Jerusalem geweihtes Öl, das nur noch für einen Tag da gewesen wäre, schließlich acht Tage lang. Und somit blieb genügend Zeit, neues Öl herzustellen - denn das Licht der Menora, des siebenarmigen Leuchters, durfte niemals ausgehen.
Während der acht Tage von Chanukka wird allabendlich an einem speziellen Leuchter nach Einbruch der Dunkelheit ein Licht entzündet - bis schließlich alle acht brennen. Sowohl in der Synagoge als auch im darüberliegenden Gemeindesaal wurden die ersten Kerzen entzündet. Chanukka beginnt - wie alle jüdischen Feste - am Vorabend. Denn im Judentum beginnt der Tag, wenn man am Himmel drei Sterne sieht.
Auch die jüdischen Kinder freuen sich immer sehr auf das Lichterfest, denn da bekommen sie Geschenke, die größeren häufig ihr Chanukka-Geld. Dieses verteilte am Sonntagabend auch Ignaz Berger, Vorsitzender der israelitischen Kultusgemeinde, an die anwesenden Kinder. Bei einem leckeren Essen, das das fleißige Küchen-Team der jüdischen Gemeinde für die Gäste gekocht hatten, saßen die Besucher zusammen, wobei die Freude über das Wunder von Chanukka deutlich zu spüren war.
"Maos Zur" gesungen
Rabbiner Elias Dray hatte auch eine Band eingeladen: Karsten Troyke und das Trio Scho. Die Berliner bereicherten mit ihrer Musik die Feier. Alle sangen gemeinsam das Lied "Maos Zur", das zum Lichterfest gehört wie die Kerzen am Chanukka-Leuchter. Der Titel heißt übersetzt "Mein Fels" (oder auch "Meine Festung", die Strophen des Liedes erzählen die jüdische Geschichte). Das ebenso populäre "Jeruschalajim schel Sahav" ("Jerusalem aus Gold") sangen die Musiker ebenfalls: die erste Strophe auf Jiddisch, die zweite auf Englisch und die dritte auf Hebräisch. Die Menschen feierten ein fröhliches Fest, tanzten und naschten Krapfen. Auch die haben Tradition an Chanukka: Gegessen wird vor allem in Öl gebackenes - in Erinnerung an das Ölwunder.













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