09.02.2021 - 13:42 Uhr
AmbergOberpfalz

Fachambulanz für Suchtprobleme bietet Hilfe per Mausklick

Die Caritas-Fachambulanz für Suchtprobleme in Amberg hält ihr Angebot trotz des Lockdowns weiterhin aufrecht. Zwar sind Gruppenangebote derzeit nicht möglich, aber die Beratungsstelle setzt auf Telefon und Online-Portal.

von Externer BeitragProfil

Unsicherheit und Scham sind häufige Begleiter einer Suchterkrankung. Sie erschweren es vielen Betroffenen, sich Hilfe zu suchen, heißt es von der Caritas-Fachambulanz. „Deshalb haben Gruppenangebote eine besondere Bedeutung“, so Benjamin Treffert, der neue Leiter der Caritas Fachambulanz in einer Pressemeldung. „Ratsuchende erleben, dass sie nicht alleine sind mit der Krankheit, und können sich auch gegenseitig unterstützen“, beschreibt der Sozialpädagoge seine Erfahrungen. Bevor er im November 2020 nach Amberg kam, war er bereits als Suchtberater im weitläufigen Netzwerk der Caritas tätig.

Um mögliche Ansteckungen zu verhindern, finden die Gruppenangebote der Beratungsstelle aktuell nicht statt. „Eine Infektion mit dem Corona-Virus stellt gerade für alkohol- oder drogenabhängige Menschen eine besondere Gefahr da“, so der Experte. Als gelernter Gesundheits- und Krankenpfleger weiß er um die Risiken: „Durch die Erkrankung leiden Betroffene ohnehin häufig unter einem geschwächten Immunsystem. Alkohol greift beispielsweise auch die Immunzellen der Lunge an, die das Organ eigentlich schützen sollen.“

Um den Klienten sichere Hilfe zu bieten, berät die Caritas-Fachambulanz in Amberg nicht nur verstärkt in Einzelterminen, sondern auch per Telefon und online. „Wir nutzen das Internet heute so selbstverständlich für viele Dinge – Einkaufen, Banking, Kontaktpflege und Unterhaltung. Warum also nicht auch für Beratungsangebote?“, sagt Treffert.

Das digitale Beratungsportal der Caritas kann jederzeit abgerufen werden; innerhalb von 48 Stunden erhalten die Nutzer eine Antwort vom Suchtberater der nächstgelegenen Beratungsstelle. Möglich wird das durch die Postleitzahlen-Abfrage beim Einloggen – weitere Angaben müssen nicht gemacht werden. „Die Anonymität hilft oft, den ersten Schritt zu gehen. Wenn Betroffene später den Mut fassen, zu einem persönlichen Gespräch zu kommen, treffen sie auf einen Berater, mit dem sie bereits in Kontakt standen, und müssen nicht wieder bei Null anfangen.“

Die telefonische Beratung komplettiert das Angebot. „Unsere offene Telefonsprechstunde wird derzeit gut angenommen“, so Treffert. „Aktuelle, nicht aufschiebbare Probleme können so schnell geklärt werden.“ Auch Angehörigen von Suchtkranken stehen die Beratungsangebote weiterhin offen – schließlich leiden sie ebenso unter der Erkrankung, erklärt der Suchtexperte in dem Schreiben. „Dem gesamten Team der Fachambulanz ist wichtig, schnell Hilfestellung zu leisten, egal in welcher Angelegenheit.“ Auch die Art der Suchterkrankung ist für die Berater unerheblich: Sie unterstützen bei Problemen mit Alkohol und Drogen ebenso wie bei problematischem Glücksspielverhalten und Essstörungen.

Die offene Telefonsprechstunde der Caritas-Fachambulanz für Suchtprobleme in Amberg findet jeden Dienstag von 9 bis 11.30 Uhr und jeden Mittwoch von 14 bis 16.30 Uhr statt. Man erreicht die Berater unter 47 55 40. Die Online-Beratung ist erreichbar unter www.caritas.de/hilfeundberatung/onlineberatung/suchtberatung. Alle weiteren Informationen unter www.suchtambulanz-amberg.de.

 

 

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