13.09.2019 - 16:29 Uhr
AmbergOberpfalz

Faktencheck: Architekt Georg Zunner räumt mit Gerüchten um die Bergwirtschaft auf

Zum Bergprojekt kursieren einige Gerüchte. Architekt Georg Zunner stand bei der Pressekonferenz am Donnerstag Rede und Antwort.

Architekt Georg Zunner.
von Andrea Mußemann Kontakt Profil

ONETZ: Entsteht auf dem Berg ein Wellness-Hotel?

Georg Zunner: Nein. Das ist viel zu klein. Wir haben nur 20 Zimmer geplant und nicht vor, daraus ein Wellness-Hotel zu machen.

ONETZ: Wieviele Quadratmeter Landschaftsschutzgebiet werden vernichtet?

Georg Zunner: Wir sind auf dem Berg im Landschaftsschutzgebiet und haben mit der Bestandsbebauung eine herausgenommene Fläche. Diese ist weit gegriffen und entspricht nicht der Baukörpergröße. Der Bau selbst hatte viele Erweiterungen. Und diese Fläche, mit dem, was wir neu machen würde ich mit circa 350 Quadratmeter angeben. Dafür wird ein Ausgleichsverfahren gemacht. Aber: Der wesentliche Teil ist eine Unterbauung. Es wird Natur darüber gezogen. Jetzt haben wir eine aufgeschüttete Hangsituation. Wir nehmen das, was dort einst abgelegt wurde wieder in die Hand und machen es besser.

ONETZ: Sind neue Zufahrtswege auf den Berg geplant?

Georg Zunner: Es wird keine neuen Zufahrtsstraßen geben. Es ist alles in einer ausreichenden Dimension vorhanden. Die Zufahrtsstraßen, die da sind, sollen nicht größer werden. Wir brauchen und wollen keine weiteren Versiegelungen haben. Versiegelungen wie auf den Terrassen unterhalb zu sehen sind, werden wir zurückbauen. Da sind jetzt riesige Schotterparkplatzflächen.

ONETZ: Kann der Neubau die Statik der Bergkirche verändern?

Wir arbeiten im Bereich der Sanierung mit großen historischen Gebäuden und wirklich schwierigen baulichen Situationen. Es wurden enorm viele Untersuchungen im Vorfeld durchgeführt. Das Gebäude hat jetzt bereits ein Rissbild. Damit keine weiteren Risse durch unseren Bau entstehen, haben wir ein Gutachten in Auftrag gegeben. Es wurde die Geologie des Hanges geprüft. Danach gibt es Vorschläge für die Baugrubenaushebung. Wir haben auf Empfehlung des Bodengutachters einen Eingriff in die Konstruktion vorgenommen. Wir haben sie kleiner gemacht. Das fällt keinem auf, weil alles unterirdisch ist.

ONETZ: Wird es einen dauerhaft beleuchteten Parkplatz geben?

Georg Zunner: Das ist auch so eines der Gerüchte. Wir wollen keinen Parkplatz, der Hotelkategorien entspricht. Wir wollen ein Hotel, das so schön und klein ist, dass es keine Internet-Portal benötigt und dort Sterne bekommt, was wiederum dazu führt, das rund um die Uhr der Parkplatz beleuchtet, die Rezeption besetzt sein muss. Unsere Gäste kommen nicht Mitternacht, sondern zu üblichen Zeiten. Der Parkplatz ist gottseidank weit genug weg, dass sie ihre Ruhe haben. Das ist das Thema für die Gäste: die Ruhe. Deswegen haben wir die Zimmer auch nach unten versetzt im Hang integriert, damit sie die Ruhe genießen können.

ONETZ: Ist die Bergruhe durch das Projekt in Gefahr?

Georg Zunner: Das ist sehr zweischneidig. Die Bergruhe ist beim Bergfest jedes Mal wieder in großer Gefahr. Bei der Nutzung gibt es kaum eine wesentliche Veränderung. Der Saal wird zwar vergrößert, es werden mehr Leute Platz finden, aber die Größe einer Hochzeitsgellschaft verändert sich nicht wesentlich. Die Terassenflächen sind Freischankflächen. Hier gibt es im Rahmen der Pachtverträge zwischen allen Beteiligten eine Vereinbarung, was wann gemacht werden kann. Es ist nicht zu erwarten, dass es sich wesentlich verändert.

ONETZ: Wird es einen Kreisverkehr um die Loretto-Kapelle geben?

Georg Zunner: Ein schönes Motiv, das ist aber aus dem Reich der Fabel.

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