15.06.2020 - 15:05 Uhr
AmbergOberpfalz

Faktor Schnelligkeit ist entscheidend

Verschließt ein Blutgerinnsel ein Herzkranzgefäß so zählt jede Minute. Der Betroffene muss sofort ins Krankenhaus. Die beste und oft auch lebensrettende Behandlung beim Herzinfarkt ist die Herzkatheteruntersuchung mit anschließender Stent-Implantation.

Oberärztin Dr. Verena Fabiunke-Dörr bei einer Herzkatheteruntersuchung im Klinikum Amberg.
von Externer BeitragProfil

Hier wird eine Gefäßstütze eingesetzt, die dabei hilft, Verengungen der Herzkranzgefäße zu behandeln. Der akute Herzinfarkt ist die zweithäufigste Todesursache in Deutschland. Der Faktor Schnelligkeit spielt bei der Behandlung eine enorm große Rolle. Angefangen beim Betroffenen, der die Symptome richtig deuten und schnell reagieren muss.

Schnelles Handeln wichtig

"Druck, Brennen auf der Brust, das in die Arme, den Oberbauch, den Kiefer und den Rücken ausstrahlen kann, sind die häufigsten Beschwerden. Doch auch atypische Symptome wie etwa Übelkeit oder Schwindel können auftreten", erklärt Dr. Christoph Birner, Chefarzt der Klinik für Innere Medizin I. In solch einem Fall muss sofort der Rettungsdienst unter der 112 alarmiert werden. Die Rettungskette muss reibungslos funktionieren bis hin zur Notfallbehandlung im Herzkathederlabor, heißt es dazu in einer Pressemitteilung des Klinikums St. Marien.

Sogenannte Herzinfarktnetzwerke dienen der bestmöglichen Infarktversorgung. Im Vordergrund steht dabei die Verzahnung des prähospitalen und der innerklinischen Therapie. Bereits zum zweiten Mal ist das Herzinfarktnetz Oberpfalz-Mitte - mit dem Klinikum Amberg als Zentrum - jetzt durch die Arbeitsgemeinschaft der Bayerischen Herzinfarktnetzwerke rezertifiziert worden. "Die Anforderungen hierfür sind streng und werden von den internationalen und nationalen Leitlinien, aber auch vom Bayerischen Rettungsdienstausschuss vorgegeben", so Dr. Birner.

Rund um die Uhr verfügbar

Voraussetzung ist eine Rund-um-die-Uhr-Bereitschaft von spezialisierten Kardiologen, die jederzeit eine Intervention im Herzkatheterlabor vornehmen können. "Sie ist ein besonders wichtiger Faktor, weil sich gezeigt hat, dass in Krankenhäusern mit einer solchen Rund-um-die-Uhr-Verfügbarkeit von Kardiologen sowohl Sterblichkeit als auch das Risiko schwerer Komplikationen signifikant geringer sind."

Strukturelle Zusammenarbeit

Um eine optimale Behandlung für den Patienten zu gewährleisten, sei außerdem eine enge und strukturierte Zusammenarbeit zwischen allen Akteuren nötig. Angefangen bei der telemetrischen EKG-Übertragung ins Klinikum, durch die das Notfallteam im Klinikum vorinformiert wird und dadurch die Behandlung schnell und effektiv vorbereiten kann.

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