28.10.2019 - 17:12 Uhr
AmbergOberpfalz

Feierlicher Festakt zum 180. Gründungsjubiläum der Decker-Schulen

180 Jahre klingt alt und ehrwürdig. Der Dr.-Johanna-Decker-Schulen bescheinigten Laudatoren dieses Jubiläums genau das Gegenteil.

von Externer BeitragProfil

"Auch heute ist noch der gute Geist der Schulgründerin in dieser Schule zu spüren." Dessen ist sich der Leiter der konfessionellen Dr.-Johanna-Decker Schulen, Oberstudiendirektor Günter Jehl, auch nach 180 Jahren noch sicher. Und: "Wenn wir uns an Mutter Theresias Gottvertrauen und Tatkraft orientieren, wird die Zukunft der Schule nicht infrage stehen."

Diözesanbischof Rudolf Voderholzer, der ein dem weltlichen Festakt vorausgegangenes Pontifikalamt zelebriert hatte, nahm sich auch für diesen Programmpunkt der Feier Zeit. Mit einem Blumenstrauß willkommen geheißen wurde Elisabeth Strobl. Die 101-jährige Dame war einst eine persönliche Freundin der Namensgeberin der Schule.

Klingende Namen

Domdekan Prälat Johannes Neumüller, der Direktor des heutigen Trägers Schulstiftung der Diözese Regensburg, warf einen humorvollen Blick zurück auf die schwierigen Umstände, unter denen vor allem weibliche Lehrkräfte im 19. Jahrhundert arbeiten mussten. Es sei erfreulich, dass sich seither viel zum Besseren gewandelt habe. Nicht zuletzt das sei ein Beleg für die erfolgreiche Arbeit der Decker-Schulen. Immerhin können sie mit den Namen berühmter Frauen, die hier unterrichtet wurden, aufwarten: Johanna Decker eben, Mildred Scheel oder Barbara Meier.

Sie werden gebraucht

Der Direktor des Katholischen Schulwerks in Bayern, der Dachorganisation der katholischen Schulen im Freistaat, Peter Nothaft, stellte fest, dass den Absolventinnen der DJD-Schulen "alle Türen" offenstünden. Nicht zuletzt weil die Gesellschaft "starke, verantwortungsbewusste und entscheidungsfähige Frauen" brauche, was bereits das zentrale Anliegen der Schulgründerin gewesen sei.

Weitere Schwerpunkte

Franz-Xaver Huber, Ministerialbeauftragter für die Gymnasien in der Oberpfalz, verwies auf das ehrwürdige Alter der Schule. 180 klinge zwar alt, aber die Schule selbst sei "jung, zeitgemäß und lebendig". Hier würden Mädchen und junge Frauen auf die wirkliche heutige Welt vorbereitet, nicht nur auf die digitale. Huber verwies in diesem Zusammenhang auf die angebotenen vielen gesellschaftlichen und sozialen Aktivitäten neben dem Unterrichtsalltag. Darin manifestiere sich die "christliche Prägung" der Decker-Schulen.

Geschichte der Mädchenschule:

Am 25. November 1839 wurden die Armen Schulschwestern durch Vertreter des Magistrats der Stadt Amberg und der Kirche im Gebäude des Klösterl feierlich „installiert“, so dass der offizielle Betrieb der Schule dort beginnen konnte, die sich an drei Altersgruppen richtete: Eine „höhere Töchterschule mit Pensionat“ (es war die erste höhere Schule für Mädchen in der Oberpfalz), eine „Industrieschule“ für schulentlassene Mädchen und eine so genannte „Kleinkinderbewahranstalt“. Bald war das Gebäude an der Vils zu klein, so dass 1849 der von den Schulschwestern erworbene Bau am Schrannenplatz bezogen wurde. Später kam dann das ehemalige Salesianerinnenkloster dazu, also die Gebäude zwischen Schrannenplatz und Vils. Dass die 1985 seliggesprochene Ordens- und Schulgründerin Maria Theresia von Jesu Gerhardinger eine beeindruckende Persönlichkeit war, erkannte auch König Ludwig I. von Bayern, der über sie sagte: „Diese Frau weiß, was sie will, und was sie will, ist groß gedacht.“ M. Theresia Gerhardinger ging nicht nur in der Pädagogik neue Wege, indem sie besonderen Wert auf die musische Bildung legte, sondern war auch eine Pionierin bei der Einrichtung eines Ausbildungskonzepts für die klösterlichen Lehrerinnen.

Ambergs Bürgermeister Martin Preuß konstatierte in einem Grußwort, dass die Stadt "engstens mit den Decker-Schulen verbunden und sie nicht missen möchte". Als Festredner eigens aus Österreich angereist, trat Professor Pater Karl Wallner vom Orden der Zisterzienser ans Rednerpult. An die Schülerinnen gewandt fragte er sie: "Wenn ihr heute nach Hause geht, müsst ihr euch fragen: Was ist meine Mission?" Immer wieder. Denn in dem Alter der Mädchen zwischen zehn und 20 Jahren würde "alle Welt" versuchen, sie zu beeinflussen. Im Zweifelsfall sollten sich deshalb die Mädchen und jungen Frauen vor Augen führen, "einer, der euch hilft, ist der liebe Gott".

Ihm ist nicht bange

Wallner schloss seine humorvolle, mit Bezügen auf die Lebenswirklichkeit der Jugendlichen durchsetzten Worte mit einer Reihe von Wünschen. Darunter, dass sie "echte Freundschaften" fänden, Erfolge feiern und Niederlagen verkraften könnten. Wenn das gelinge, sei ihm für die 250-Jahr-Feier der Schule 2089 nicht bange.

Wallner ist Direktor von Missio Österreich, dem Päpstlichen Missionswerks also. Als Dank für seinen besuch überreichten ihm Vertreterinnen der Schülerinnen und die Schulleitung einen Scheck über 1 400 Euro. Sie sind der Erlös des diesjährigen Solidaritätslaufs.

Und jetzt Ferien

Die musikalische Gestaltung des Festakts lag bei Studiendirektor Franz Hanauska und dem Bläserensemble sowie der Musiklehrerin Regina Fibich-Wiesneth und den Chören der Decker-Schulen. Im Anschluss an den Festakt wurden die Schülerinnen in die Allerheiligenferien entlassen. Die Ehrengäste und das Lehrerkollegium trafen sich noch zu einem Stehempfang.

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