Die Damen haben ihre Anwesen gleich nebeneinander im nördlichen Landkreis Amberg-Sulzbach. Die eine zog erst 2017 hin, die andere lebt schon immer dort. Sie saß nun vor Amtsrichterin Sonja Tofolini und wehrte sich entschieden gegen den von Staatsanwältin Franziska Meinl erhobenen Vorwurf einer üblen Beschimpfung.
"Du dumme Sau"
Der spontane Ausruf gegenüber den Nachbarin soll, weil aktenkundig geworden, so gelautet haben: "Schau nicht so blöd, du dumme Sau, du blöde". Das, unterstrich die Angeklagte (64) empört, sei ihr niemals entfahren. "Was dann?", wollte die Richterin wissen. "Gar nichts", entgegnete die Rentnerin, sprach von glatter Lüge und setzte zu vielerlei Beschwerden mit Blick auf die Nachbarsfrau an. Es wurden aufgezählt: Bellende Hunde, gegen ihre Garagenmauer geworfene Bälle, Beleidigungen durch den Freund der Nachbarin. Und dann auch noch übergreifender Blumensamen auf ihrem Grundstück. "Da müsste man doch einmal miteinander reden", empfahl die Vorsitzende und hörte: "Mit der spreche ich nicht."
Dann kam die Zeugin, der angesichts des Stakkatos von einer "blöden Sau" der Kragen geplatzt war. Warum sie plötzlich derart harsch angegangen wurde, konnte sich die 34-Jährige nicht erklären. Und noch viel weniger, weshalb sie "schon öfter" zur Zielscheibe des Unmuts wurde. "Das würde ich gerne wissen."
Verfahren eingestellt
Gute Nachbarschaft wird wohl auch künftig nicht einkehren. Gleichwohl neigte die Richterin angesichts schmaler Rente der Angeklagten zu folgender Lösung: "Sie zahlen 200 Euro und wir stellen das Verfahren ein." Das akzeptierte die 64-Jährige schließlich. Bei einem Urteil wäre die Summe sicher viel höher ausgefallen. Zumal schon einmal ein ähnlicher Vorfall in die Akten gelangt war.













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