18.04.2019 - 12:24 Uhr
AmbergOberpfalz

Feuer und Flamme für den Altardienst

Ausnahmezustand in der der Sakristei: Während der "heiligen drei Tage" zwischen Gründonnerstag und Ostersonntag sind die Ministranten im Dauereinsatz. Sie zünden nicht nur Kerzen an, sondern sind selbst ganz Feuer und Flamme.

von Adele SchützProfil

85 Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene im Alter zwischen 10 und 25 Jahren stehen in der Pfarrei St. Georg bereit, um wichtige Dienste in der Liturgie zu versehen. An Ostern sind sie gefordert, wie sonst das ganze Jahr nicht. Täglich kommen sie in die Kirche, um beim Ablauf der Gottesdienste zu helfen.

Kilian ist mit zehn Jahren einer der jüngsten Ministranten von St. Georg. Der Viertklässler hatte im vergangenen Jahr Kommunion und wollte dann unbedingt ministrieren, denn seine ältere Schwester Viktoria war schon Ministrantin und schwärmte ihrem kleinen Bruder vom Altardienst vor. Als Kaplan Thomas Kopp den Kommunionkindern das Schnuppern bei den Georgsministranten anbot, war Kilian gleich dabei. "Mir hat es so gut bei den Minis gefallen, dass ich geblieben bin", erinnert er sich. Inzwischen ist er schon fleißig bei den Messen im Einsatz. Das frühe Aufstehen am Wochenende stört ihn nicht. Die Abendmesse am Mittwoch fällt ihm allerdings schwer: "Im Anschluss an die Messe ist stille Anbetung und da müssen wir so lange knien." Kilian freut sich schon auf seinen ersten Einsatz in der Osternacht. Aufgeregt ist er schon. Aber eines weiß er sicher: "Wenn ich in der Osternacht im Ministrantendienst bin, wird die Messe wie im Flug vergehen."

Eva-Maria ist ein Jahr älter als Kilian und ist ebenfalls nach ihrer Kommunion zur Ministrantenschar gestoßen. "Von Anfang an hat mich der Ministrantendienst begeistert und tut es immer noch", verrät die Schülerin. Sie zeigt ein hohes Verantwortungsbewusstsein für ihren Altardienst. Eva Maria gesteht, dass sie im vergangenen Jahr in der Osternacht furchtbar nervös gewesen sei, weil sie Angst hatte, ihre Einsätze zu verpassen. "Alles klappte und die Nervosität hat sich schnell gelegt", erinnert sich sie sich. Sie hat die Lichtfeier in der Osternacht besonders beeindruckt: "Wir Ministranten sind in die dunkle Kirche eingezogen, wo wir unsere Kerzen am Licht der Osterkerze entzündet haben, um dann wiederum die Kerzen aller Kirchenbesucher zu entzünden." Eva-Maria fühlt sich wohl in der Gemeinschaft, wenn auch die Jungs in den Gruppenstunden mitunter "sehr nervig" sein können. Oberministrant Matthias Kraus hat in der Pfarrei St. Georg nach zehn Jahren Mininstrantendienst die Chefetage erreicht. Für ihn war immer die schöne Gemeinschaft das wichtigste. "Es war auch immer schön, neue Leute kennenzulernen, die nicht in dieselbe Schule gehen." Von den Hüttenwochenenden in Krickelsdorf ist er immer noch begeistert. Inzwischen habe er als Oberministrant die Gruppenleiter unter sich, die jeweils zu Dritt für zehn Minis verantwortlich sind. Die derzeit insgesamt sechs Gruppen kommen jede Woche zu Gruppenstunden im Pfarrzentrum zusammen, die sie individuell gestalten dürften.

"Oberministrant zu sein, ist eine sehr verantwortliche Aufgabe, denn in dieser Funktion ist man Bindeglied zwischen Kaplan und allen Ministranten", sagt Matthias. "Als Oberministrant unterstütze ich den Kaplan bei der Organisation, bringe meine eigenen Ideen mit ein und habe ein offenes Ohr für die Minis", beschreibt er seine Aufgabe. In der Osternacht nimmt er den Weihrauchdienst wahr.

Kaplan Thomas Kopp zeigt sich sehr stolz auf seine Minis - besonders an Ostern. "Gerade in der Osternacht zeigen sie, wie sie bei der Sache sind. Da sind Konzentration und Aufmerksamkeit gefragt. Und sie verstehen sich quasi blind: Sie reagieren bei bloßem Blickkontakt.

Klicken Sie hier für mehr Artikel zum Thema:

Nachrichten per WhatsApp und Facebook Messenger

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.