Zum politischen Aschermittwoch der CSU waren 140 Interessierte ins ACC gekommen, um Albert Füracker, den bayerischen Finanz- und Heimatminister, zu hören. Da aber mussten sie sich etwas gedulden, denn zuerst sprach OB Michael Cerny und dann gab es Fisch aus Michael Eckls Küche.
Für Albert Füracker ist die Welt komplexer geworden. Damals, 1989 nach dem Fall der Mauer, hatte man seinen Worten nach die Vision, dass die Welt friedlicher werde. Doch auch Deutschlands Freunde hätten sich verändert, seien nicht mehr so berechenbar. "Jetzt haben wir ein Amerika, in dem niemand mehr weiß, welcher Tweet morgen kommt und in welche Richtung es übermorgen geht." Auch das Taktieren von Großbritannien ("Ich trete aus, ich trete nicht mehr aus, ich trete vielleicht später aus") führe zu Verunsicherungen in Europa. "Und das ist schlimmer als der Brexit selbst."
Die Politik müsse die Sorgen der Menschen ernst nehmen. "Wir als Politiker müssen aber dafür sorgen, dass Angst nicht dazu führt, dass sie unser Land lähmt." Mahnend sagte er, man müsse aufhören, "unser Land schlecht zu reden" und verwies stattdessen auf Erfolge. Zum Beispiel durch die Globalisierung. "Zwei Drittel der Güter, die hier produziert werden, werden in andere Länder verkauft." Zur Digitalisierung höre er jeden Tag, "wir wären hinten dran". Doch gerade in Bayern "sorgen wir für die digitale Infrastruktur". 82 Prozent der Haushalte im ländlichen Raum hätten schnelles Internet.
Jeder Euro müsse erst verdient werden, bevor man ihn ausgeben könne, ist Fürackers Devise. "Der bayerische Finanzminister ist kein ideenloser Mensch, aber das Geld, das ich verwalte, ist nicht mein Geld." Wenn Bundesfinanzminister Olaf Scholz von der SPD sage, dass man höhere Sozialleistungen brauche und er diese über mehr Steuern finanzieren wolle, ist das für Füracker "die kreativloseste Idee, die ein Politiker haben kann". Fatal wäre es, wenn der Eindruck entstehe, Leistung würde sich nicht mehr lohnen. "Dann können wir nämlich denjenigen, die Unterstützung benötigen, auch nichts mehr geben." Füracker verwies darauf, wie Bayern die Familien unterstütze: "Dafür geben wir mehr als eine Milliarde Euro zusätzlich pro Jahr aus."
Füracker brach auch eine Lanze für Europa, erinnerte an Frieden und Freiheit, an die wirtschaftliche Entwicklung. Fragen der Alternativen zur Europäischen Union stellten sich nicht. "Antidemokraten, die den Dexit predigen, schocken mich nicht." Kräften, die es Ernst meinten mit dem Zurückdrehen der Zeit "überlassen wir nicht das Land." Auch Oberbürgermeister Michael Cerny hatte eingangs betont, dass es bei der Europawahl auch darum gehen werde, "Europa als nachhaltiges Konstrukt für Wohlstand und Frieden zu sichern und gegen rechtspopulistische Strömungen zu verteidigen".
Zitate
„Wer Nachhaltigkeit auf das Thema Öko reduziert, wird nachhaltig scheitern.“
OB Michael Cerny
„Diese AfD hat Kräfte in ihren Reihen, die nichts anderes wollen als Chaos, Spaltung und die Europäische Union beenden – diesen Leuten lassen wir das nicht durchgehen.“
Finanzminister Albert Füracker
"7,5 Milliarden Menschen leben auf der Welt – mindestens sieben Milliarden beneiden uns um unser Leben."
Albert Füracker
















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