14.03.2019 - 12:21 Uhr
AmbergOberpfalz

Fischereiverein Amberg hat ein Herz für Insekten

Sie haben ein wachsamen Auge auf die Gewässer. Demnächst werden Mitglieder des Fischereivereins Amberg wieder Nachwuchs von Karpfen, Barben & Co. einsetzen. Aber auch die Insekten liegen ihnen am Herzen.

Nicht nur Fische liegen dem Fischereiverein Amberg am Herzen. Das Insektensterben macht den Aktiven Sorgen – denn es betrifft auch Insekten, die im oder um das Gewässer leben, wie die Maifliege (Bild).
von Autor OEProfil

Gut besucht war die Frühjahrsversammlung des Fischereivereins Amberg im Schützenhaus Kleinraigering. Das Interesse der Mitglieder ist deshalb so groß, weil es bei diesen Veranstaltungen viele Infos rund um die Gewässer gibt. Dazu gehörte der Hinweis auf die sogenannten Besatzmaßnahmen. In den nächsten Wochen bringen dabei viele ehrenamtlich Helfer Karpfen und Bachforellen in die Gewässer. Über das Artenhilfsprogramm (AHP) werden in der Vils Nasen, Alande, Barben, Quappen und Schleien eingesetzt, informierte Vorsitzender Tim Jüntgen.

Er berichtete aber auch, dass sich Fischräuber wie Kormoran, Reiher und Otter weiter ausbreiten. Jüntgen bat alle Mitglieder, entsprechende Beobachtungen an den Verein weiterzugeben. 2017 lagen nach den Worten des Vorsitzenden die gemeldeten Schäden durch Fischotter in Niederbayern und der Oberpfalz bei mehr als einer Million Euro. Der schlaue und wendige Räuber stelle aber nicht nur den Fischen nach. Auch Krebse, Muscheln, Wildvögel, Amphibien und Insekten seien für ihn ein attraktives Mahl.

Der Fischereiverein betreut viele für Angler interessante Gewässer. Seine Mitglieder können aber auch zu günstigen Bedingungen Jahreskarten für Gewässer der Fränkischen Seenplatte (Altmühlsee, Brombachsee, Igelsbachsee, Rotsee) kaufen. Interessant ist für sie zudem der Main-Donau-Kanal zwischen Berching und Hilpoltstein. Ebenso die Freizeit-Seen Dießfurt. Jüntgen verwies auf viele Veranstaltungen, die in den kommenden Monaten geplant seien. Details, auch zu Kursen, finden Interessierte im Internet. Das Hege- und Königsfischen findet am Samstag, 18. Mai, in Bühl bei Freudenberg statt. Hegeziel sind laut Jüntgen die Bestandserfassung sowie die Reduzierung des Brachsen- und Giebel-Bestandes. Da zudem die Zahl der Waller immer größer wird, sind auch Waller-Hegefischen terminiert.

Jüntgen erinnerte an die Auftaktveranstaltung von "AefI - Amberg engagiert für Insekten" Ende Januar. Der Fischereiverein ist hier Bündnispartner. Die Initiative richtet sich vor allen an Privatpersonen und Vereine. Ihr Ziel beschrieb Jüntgen so: Jeder soll, wenn möglich, auf seinem Grundstück einen Quadratmeter insektengerecht einrichten. Seit mehr als 15 Jahren gebe es in Deutschland ein alarmierendes Insektensterben.

In Bayern gilt er schon als ausgestorben: Der Atlantische Lachs ist der Fisch des Jahres 2019. Hier hält ein Experte Jungfische dieser Art in der Hand.
Hintergrund:

Fisch des Jahres: Der Atlantische Lachs

Fisch des Jahres 2019 ist der Atlantische Lachs, informierte Vorsitzender Tim Jüntgen in der Versammlung des Fischereivereins Amberg. Der Atlantische Lachs sei die größte einheimische Forellenart. Er kann bis zu 1,50 Meter groß und bis zu 40 Kilo schwer werden. Wie seine amerikanischen Verwandten zieht er Tausende von Kilometern vom Meer in Flüsse und Bäche, um sich fortzupflanzen.

Die große Wanderung ist das Problem: Zu viele Schleusen und Wehre versperren den Tieren den Weg – und manchmal tut laut Jüntgen verschmutztes Wasser das Übrige. Bis in die 1950er-Jahre war der Lachs in Deutschland heimisch. Er wandert vom Atlantik durch die Nordsee und versucht, bis in die Elbe, den Rhein und den Main zu gelangen, um dort abzulaichen. In Bayern gilt der Lachs bereits als ausgestorben: Er steht auf der roten Liste.

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