06.12.2019 - 13:42 Uhr
AmbergOberpfalz

Fischereiverein Amberg nimmt Kormoran ins Visier

Der Fischereiverein Amberg registriert steigende Zahlen von Kormoranen in der Region. Die Mitglieder sind aufgerufen, ein Auge auf die Vögel zu haben. Denn die können bis zu 80 Prozent der Fische in einem Teich wegfressen.

Eine Kormoran-Attrappe, wie sie zur Lockjagd eingesetzt wird.
von Autor OEProfil

Bei der Jahreshauptversammlung des Fischereivereins Amberg informierte Hans-Hermann Lier, ehrenamtlicher Kormoranberater der Landesanstalt für Landwirtschaft (LfL), über die derzeitige Entwicklung des Bestandes in der Oberpfalz.  Die Zahl der Vögel steige durch die derzeit ankommenden Zuzügler wieder an.

1,5 Tonnen Fisch am Tag

In den vergangenen Wochen waren laut Lier Trupps von bis zu 150 Kormoranen zunächst in der Luft und dann natürlich auf Futtersuche an und in den Gewässern. Bei dieser Größenordnung bedeute dies eine Entnahme von rund 1,5 Zentner Fisch pro Tag. Ein Kormoran verschlinge problemlos bis zu 30 Zentimeter gr0ße Exemplare. Er unterscheidet dabei nicht, ob es sich um bedrohte Fischarten handelt oder nicht. Viele Fische würden bei den Fangversuchen aber auch nur verletzt und verendeten dann.

Hans-Hermann Lier informiert über die Problematik Kormoran.

Fischbestände gefährdet

Für den Teichwirt wird es dann eine Frage der Wirtschaftlichkeit seiner Tätigkeit. Die Angelfischer sehen in den freien Fließgewässern die Bestände und deren Entwicklung gefährdet. So viel kann gar nicht während eines Jahres nachwachsen, so die Erfahrungen der Verantwortlichen in den Fischereivereinen. Nur durch teure Besatzmaßnahmen können Fischbestände in den Gewässern gehalten werden.

Obwohl der Vogel europaweit immer noch einen Schutzstatuts hat, wurden in Bayern Bestimmungen erlassen, die zu bestimmten Zeiten und unter entsprechenden Voraussetzungen eine "Vergrämung" zulassen. In der Oberpfalz wurde dies durch eine Ausnahmeverordnung ergänzt.  Deren Umsetzung erfordert es laut Lier nun, die Zuzüge und Einflüge an den Gewässern genau zu beobachten. Bleibe dies unbemerkt, seien schnell bis zu 80 Prozent der Fischbestände in einer Teichanlage weggefressen.

Kormorane melden

Lier forderte die Mitglieder deshalb auf, als Beobachter an  den Gewässern zu fungieren und Meldungen an die Vereinsführung zu geben. Diese Rückmeldungen würden gesammelt und an die Jagdberechtigten an den Gewässern weitergeleitet, um diese um Hilfe zu bitten. Fachleute sprechen von "Vergrämung". Dazu gehört auch der Abschuss der Vögel. Um andere Tierarten zu schonen, wird laut Lier derzeit die Lockjagd mit Vogelattrappen ausprobiert.

Aktuell bekannt und gemeldet sind folgende Zahlen: 80 bis 100 Kormorane am Happurger Stausee, rund 100 Vögel in Diessfurt und ebenso an der Naab.

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