"Vom Flüchtling zum Bürger" - diese Überschrift hatten Christina Gerl (Bildungskoordinatorin für Neuzugewanderte im Kulturreferat) und Elizaveta Smyslova (Vorsitzende des Bürgertreffs) der Veranstaltung im Vorfeld gegeben. Smyslova, selbst eingebürgerte Russin, sorgte mit Kaffee und Plätzchen in der Alten Kaserne für den passenden Rahmen, aber auch für wichtige Gesprächsimpulse, wie es in einer Mitteilung der Organisatoren heißt. Christina Gerl ihrerseits hatte eine kalte Platte vorbereitet - ohne Schweinefleisch, versteht sich.
Die Flüchtlinge, eine junge Frau aus dem ostafrikanischen Eritrea, ein Afghane und eine Gruppe von Syrern ließen sich auf die Gespräche ein. Es moderierten Hanna Wettig und Ghiath Mathawi, ein seit vier Jahren in Sachsen lebender Syrer. Die Organisatorinnen haben sich zum Ziel gesetzt, Flüchtlingen zu helfen, sich besser zu integrieren und auch in ihrer neuen Umgebung aktiv zu engagieren. In der Gesprächsrunde berichtete Mohammad, einer der Syrer, von einem Betrunkenen auf offener Straße grundlos beschimpft worden zu sein. Allerdings seien ihm sofort Einheimische zu Hilfe geeilt.
Landsmann Ammar pflichtete an dieser Stelle bei: "Alle Deutschen sind sehr nett." Präzisierend schob er nach: "Ich habe sehr nette Nachbarn." Allerdings habe ihn bei einem Toilettenbesuch in der Stadt eine Frau als "Sau" bezeichnet. In dem Moment, in dem er sich gerade die Hände gewaschen habe. Bei der Frage, was ihre größten Sorgen und Probleme seien, wurden Wünsche laut. Die Neu-Amberger hätten gerne einen muslimischen Friedhof, eine eigene Wohnung und Arbeit. Kinan gab laut Bildungskoordinatorin Christina Gerl deprimiert zu Protokoll, dass manche Vermieter den Hörer auflege, wenn sie erfahren, dass er Syrer ist. Zudem sei es demütigend, wenn er beim Jobcenter die Auskunft bekomme, dass er sich als in Syrien ausgebildeter Grafik-Designer zum Lageristen umschulen lassen soll.
Gerl betont, es sei zu spüren gewesen, dass die Flüchtlinge, die zu dem Treffen gekommen waren, hochmotiviert sind, arbeiten und ihren Lebensunterhalt selbst verdienen wollen. Es gebe aber viele Hürden - und die seien hoch. Die Zugewanderten ließen sich aber nicht entmutigen. So sagte Luma aus Eritrea: "Ich möchte gerne Altenpflegerin werden."
Wichtige Ratschläge gab es an dieser Stelle von Elizaveta Smyslova: "Wendet euch an die Freiwilligenagenturen in den Gemeinden. Dort stehen auch einheimische Paten bereit, die euch in vielen Fragen beraten, begleiten und unterstützen können." Finanziert wurde dieses interkulturelle Treffen von der Partnerschaft für Demokratie Amberg.













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