Nach mehr als drei Jahrzehnten hinter der Kamera verabschiedet sich Wolfgang Steinbacher in den Ruhestand. Der 66-Jährige aus Amberg – von seinen Kollegen meist liebevoll "Steini" genannt – prägte mit seinen Bildern über 33 Jahre lang Oberpfalz-Medien mit. Er war dabei oft näher dran als viele andere.
Sein Weg zum Fotografen begann früh: 1977 startete Steinbacher seine Ausbildung bei Foto Frey in Amberg. Später arbeitete er als Werksfotograf bei Siemens, bevor er Anfang der 1990er Jahre zur Zeitung wechselte. Schon ein Jahr vor seiner Festanstellung war er als freier Mitarbeiter im Einsatz – inklusive Wochenenddiensten, bei denen er sich noch klingelnd Zugang zum Verlag verschaffen musste.
Beruf hat geprägt
Der Großteil seiner beruflichen Laufbahn spielte sich in Amberg ab. Zwischenzeitlich war Steinbacher auch im Redaktionsverbund unterwegs, etwa im Wechsel in Weiden. „Man hat viele Redaktionen kennengelernt“, sagt er rückblickend. Vor allem aber habe ihn der Beruf geprägt: „Es war eigentlich fast weniger Beruf, es war irgendwie mein Leben.“
Als Fotograf war Steinbacher bei unzähligen Terminen vor Ort – von lokalen Ereignissen bis hin zu Besuchen hochrangiger Politiker. Persönlichkeiten wie Altkanzler Gerhard Schröder („Der war sehr sympathisch und kleiner als gedacht.“) oder Angela Merkel hatte er ebenso vor der Linse wie zahlreiche Minister und Prominente. Doch nicht nur die großen Namen sind es, die ihm in Erinnerung bleiben. Oft sind es die unerwarteten Begegnungen am Rande, die den Reiz ausmachen.
Besondere Geschichten
So erinnert er sich etwa an eine Autogrammstunde des Sängers George McCrae (bekannt vor allem für das Lied „Rock Your Baby“), bei der sich ein längeres, persönliches Gespräch mit dem Künstler und dessen Frau entwickelte. Die Frau dürften viele kennen. In Werbespots mimte sie Frau Antje aus Holland. „Und in den 70er Jahren gab es eine sensationelle Fa-Werbung mit ihr“, erzählt Steinbacher. Einige erinnern sich sicherlich noch an den Spot, denn der war für die damaligen Verhältnisse recht freizügig. „Solche Geschichten erlebt man nur in diesem Beruf“, sagt Steinbacher.
Seine Arbeit führte ihn auch an Orte, die vielen verborgen bleiben: auf den Turm der Martinskirche oder den Dachboden des Rathauses etwa. Mit dem Eintritt in den Ruhestand beginnt für den Amberger nun ein neuer Lebensabschnitt. Große Pläne hat er nicht – „das wird sich zeigen“, sagt Steinbacher. Er schiebt aber hinterher: „Leider ist das Benzin aktuell so teuer, aber fürs Motorradfahren reicht es auf jeden Fall noch." Und ganz ohne Kamera geht es für den 66-Jährigen im Ruhestand auch nicht. Steinbacher hat noch die Zeit der analogen Fotografie miterlebt, hat Bilder in der Dunkelkammer entwickelt. Später war er mit einer modernen Spiegelreflexkamera und etlichen Objektiven unterwegs. Für den Ruhestand soll aber das neu angeschaffte Smartphone reichen.














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