Update 24.06.2018 - 18:43 Uhr
AmbergOberpfalz

"Wir freuen uns riesig"

Die Frage, was mit den 10 000 Euro Preisgeld geschieht, bringt Sabine Falk nur zum Lachen: "Ein Tierheim kann immer jeden Euro brauchen."

Umweltminister Marcel Huber übergibt die Auszeichnung an Martina Nimmerrichter.

(ll) Der Tierschutzverein für Amberg und den Landkreis Amberg-Sulzbach hat am Donnerstagabend in München den Bayerischen Tierschutzpreis verliehen bekommen, zusammen mit sechs weiteren Einrichtungen. "Unsere Laudatio kam gleich als erste dran", erzählt die Vorsitzende Sabine Falk. "Wir waren die Attraktion, weil alle unsere Geschichte kannten und fast alle anderen Heime dort auch Tiere von uns übernommen hatten."

"Die Geschichte" ist die von dem illegalen Tiertransport, der am 15. Oktober 2017 von der Polizei auf der Autobahn aufgegriffen wurde. Die 7000 Kleintiere in dem Kastenwagen kamen gegen 21 Uhr ins Tierheim und lösten dort hektische Aktivitäten aus. Mit Hilfe von Andreas Brucker, Geschäftsstellenleiter im Landesverband Bayern des Tierschutzbundes, wurden viele Heime mobilisiert, um sofort kistenweise die sichergestellten Tiere abzuholen.

"Hersbruck, Dachau, Werdenfels und Wunsiedel sind noch in der Nacht gekommen", erinnert sich Sabine Falk. Insgesamt nahmen über 100 Tierheime aus ganz Deutschland den Ambergern Mäuse, Ratten, Hamster oder Chamäleons ab. Heute sind noch gut 300 weiße Mäuse im Heim. "Viele sind schnell gestorben, das waren ja Qualzuchten mit zahlreichen Gendefekten." Umweltminister Marcel Huber brachte in seiner Laudatio am Donnerstag die Leistung der Amberger auf den Punkt: Ausgerechnet ein kleines Heim mit sehr wenigen Angestellten wurde vor diese riesige Herausforderung gestellt - und meisterte sie bravourös. Vor allem dank der vielen Helfer, die unkompliziert mit anpackten. "Wenn wir die Ehrenamtlichen nicht gehabt hätten und die Spender, dann hätten wir das nie geschafft", macht Sabine Falk klar. Eine der Fleißigsten war Martina Nimmerrichter, die zwei Monate am Stück täglich kam, um die Mäuse zu versorgen. Sie durfte deshalb Sabine Falk zur Preisverleihung begleiten - "stellvertretend für alle, ohne deren Hilfe wir aufgeschmissen gewesen wären".

"Wir freuen uns riesig", sagt Sabine Falk über die Auszeichnung. "Das Geld tut uns genauso gut wie die Anerkennung. Da sind wir stolz drauf."

Die Trophäe

Die Auszeichnung zusammen mit der Urkunde.

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