18.02.2021 - 13:56 Uhr
AmbergOberpfalz

Friede, Freude, Grüne: Politischer Aschermittwoch im Eigenheim

Drei Verbände, 20 Teilnehmer: Die Grünen waren im digitalen Vormarsch am Aschermittwoch milde gestimmt. Kritik im Rückblick am politischen Spielfeld gab es trotzdem.

Kleine Seitenhiebe oder Huldigungen gab es im Chat. Wen habe Winkelmann vergessen? "Frau Merkel. Und die Frauen der CSU, denn die gibt es gar nicht".
von Dagmar WilliamsonProfil

Oberpfalz-Bezirkssprecherin Tina Winkelmann übernahm den Part der „Grünen Monika Gruber“. Es konnte jedoch nicht geklärt werden, ob sich der Titel für beide Frauen gleichermaßen positiv auswirkt. „Natürlich wollen die Grünen, dass Eigenheime bestehen bleiben“, klärte die 40-Jährige auf. Ökonomisch und nachhaltig müsse die Bebauung jedoch sein; auch in Ballungsräumen, wo Wohnraum für viele geschaffen werden soll. Leicht verletzt zeigte sich Winkelmann im Hinblick auf die Twitter-Orgie am Valentinstag: „Ich habe keine romantischen Gefühle gegenüber den Grünen. (Alexander Dobrindt)“. Dafür liebe die CSU das Bäumeumarmen.

Seehofer blockiert Rassismus-Aufklärung

Seehofers One-Man-Show müsse beendet werden. Sein ständiges „Nein“ zu den Rassismusvorwürfen bei der Polizei ändere nichts an der Tatsache, dass es einer Aufklärung bedarf. „Wer nicht zuhört und nicht auf das eingeht, was Menschen wollen, ist Fehl am Platz“, sagte Winkelmann im Hinblick auf Forderungen der Polizei-Gewerkschaft.

Verkehrsminister Andreas Scheuer, der „mal locker 50 Millionen Euro für Beraterverträge in den Sand setzte“, sei ebenfalls nicht mehr tragbar. „Über Wire-Card möchte ich ja gar nicht sprechen, so wie der Herr „von und zu“ zu Guttenberg aus dem Untersuchungsausschuss.“ Ob Julia Klöckner und Nestlé, Philipp Amthor und die US-Firma Augustus Intelligence, Olaf Scholz und der Nord-Stream-2-Skandal oder Friedrich Merz und Blackrock – diese Namen seien Beispiele für ein obligatorisches Lobbyregister.

Was ist Brauereien?

Aus Hubert Aiwanger's „6-Leute-und-eine-Mass-mit-Hendl“ Biergarten-Regel versuchte Tina Winkelmann noch immer schlau zu werden. „Bei aller Liebe zur Tradition – die Brauereien hat der Aiwanger aber vergessen.“ Hilfe müsse sofort kommen, damit es mit dem bayerischen Handwerk weitergehen könne. Zum Abschluss gab es also die generelle Forderung: „Die Staatskanzlei muss ihren Auftrag endlich ernst nehmen!“

Während Winkelmann ihren Auftrag ernst nahm, digital Stimmung in den politischen Aschermittwoch zu bringen, sah sich Karl-Heinz Herbst, Kreisverband Amberg-Sulzbach, verpflichtet, den Wahlkampf friedlich und lösungsorientiert zu gestalten. So philosophierte er über „Wohlstand für alle“ und „Gemeinwohl-Ökonomie“. Mit Letzterer sollten sich alle infizieren – so der Wunsch des Kreisvorsitzenden.

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