23.08.2018 - 16:29 Uhr
AmbergOberpfalz

Fünf Jahre Haft für Serien-Dieb

Der Mann hatte den Griff in die Kasse perfektioniert. In mehr als 50 Läden in ganz Deutschland machte der 52-Jährige Beute. Jetzt verurteilte ihn das Landgericht Amberg zu fünf Jahren Haft.

Symbolbild

(hwo) Nach einem Haftaufenthalt im Jahr 2008 hatte er den Halt verloren. Der heute 52-Jährige beging eine Straftat nach der anderen und startete schließlich eine Diebstahlsserie, die ihn quer durch Deutschland führte. Dafür bekam er jetzt fünf Jahre Haft vom Landgericht Amberg.

Wie berichtet, manipulierte er Ladentüren und setzte akustische Signalanlagen außer Kraft, die dem momentan nicht im unmittelbaren Verkaufsbereich anwesenden Personal hätten signalisieren sollen, dass soeben ein Kunde gekommen war. So konnte der Mann ungestört in die Registrierkassen greifen. Auch deren mitunter komplizierte Öffnung beherrschte er perfekt (www.onetz.de/2471731).

Umfassendes Geständnis

Der Prozess hätte auch viele Tage dauern können. Doch durch sein umfassendes Geständnis sorgte der Angeklagte dafür, dass insgesamt 58 Geschädigte nicht nach Amberg anreisen und als Zeugen aussagen mussten. Dabei handelte es sich fast ausnahmslos um Geschäftsbesitzer, deren Ladenkassen durch den mit technischen Kenntnissen ausgestatteten Mann in unbeobachteten Momenten geöffnet und um teilweise viele Geldscheine erleichtert worden waren. Unter dem Strich stand eine Beute von nahezu 25 000 Euro.

Wie kam dieses Sammelverfahren nach Amberg? Die Serie des stets sehr seriös und gepflegt auftretenden Straftäters führte unter anderem in die Landkreise Amberg-Sulzbach, Cham und Schwandorf. Auch in Burglengenfeld wurde der 52-Jährige tätig und machte Beute. Nur bei der dortigen Polizeidienststelle bestand anschließend ein Haftbefehl gegen ihn. Als man den Schwaben schließlich nach dreijähriger Suche auf frischer Tat festgenommen hatte, kam er hinter Gitter. Ab dann lief die Bearbeitung des gesamten Verfahrens bei der Polizeiinspektion Burglengenfeld und damit auch bei der Staatsanwaltschaft Amberg.

Die Akten füllten mehrere Waschkörbe. Sie wurden ergänzt durch zahlreiche weitere Unterlagen aus den fast zwei Dutzend Vorstrafen des eigentlich nie einer geregelten Arbeit nachgehenden Mannes. Sie wurden ihm nun erschwerend angerechnet. Doch in Justitias Waagschale kam auch mildernd das lückenlose Bekenntnis zu der langen Liste von Diebstählen aus Registrierkassen. Begangen in Orten und Städten wie Uffenheim, Braunlage, Miesbach, Heilsbronn, Marktrodach, Hirschau, Schwarzenfeld und Rötz. Mit Autos, die er sich im Bekannten- und Verwandtenkreis lieh, legte der 52-Jährige im Lauf der Zeit etliche tausend Kilometer zurück.

Erst noch Entzug

Die Erste Strafkammer des Landgerichts verhängte nun fünf Jahre Gefängnis. Die Vorsitzende Richterin Roswitha Stöber billigte dem Angeklagten parallel dazu eine Therapie zu. Dies geschah auf der Grundlage eines Gutachtens, das dem Mann Alkoholabhängigkeit attestierte. Bevor er diesen Entzug antreten kann, muss aber zunächst ein Jahr Gefängnis verbüßt sein. Die Ahndung deckte sich weitgehend mit den Anträgen von Staatsanwalt Wolfgang Doblinger und Verteidiger Johannes Büttner (Regensburg).

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