13.06.2019 - 11:29 Uhr
AmbergOberpfalz

Gambia - Hilfe für eines der ärmsten Länder der Welt.

Gambia ist das kleinste Land Westafrikas und zählt zu den ärmsten der Welt. Da es keine Bodenschätze gibt, sind Landwirtschaft, Tourismus und Fischerei die Haupterwerbszweige. "Socials for the Gambia" will den Ärmsten helfen.

Glückliche Momente in einem schweren Leben. Die Kinder in Gambia haben nicht genug Essen und kaum Zugang zu Schulbildung. Ein Verein aus der Oberpfalz hilft.
von Externer BeitragProfil

Ihre erste Reise nach Gambia im Jahr 1998 wird Christine Weigl wohl nie vergessen. „Das war ein ganz furchtbarer Urlaub“, sagt sie und lacht. „Das war der erste Urlaub, bei dem man nun sicher nicht sagen konnte: Wetter war toll, Essen war toll, Strand war toll.“ Die Ambergerin und ihr Mann wurden überall angebettelt, schliefen bei ihrer Rundreise auf alten Strohsäcken auf dem Boden – und waren entsetzt über die Verhältnisse, in denen viele der Menschen in dem afrikanischen Land leben. „Wir sind nach Hause gekommen und haben noch tagelang über unsere Eindrücke gesprochen, die Armut hat uns wahnsinnig beschäftigt. Aber zugleich waren wir beeindruckt von der Aufgeschlossenheit und Freundlichkeit der Menschen dort.“ Eine weitere Reise nach Gambia folgte, bei der sie noch mehr Einblick in das Leben der Einheimischen bekamen. Wieder daheim angekommen, lasen Christine Weigl und ihr Mann von dem neu gegründeten Verein „Socialis for The Gambia“, den zwei Frauen, die die gleichen Erfahrungen in Gambia gemacht hatten, ins Leben gerufen hatten – und traten sofort bei.

Wichtigstes Ziel von „Socialis for The Gambia“ ist es, den Kindern vor Ort einen guten Start in eine bessere Zukunft zu ermöglichen. „Für mehr Bildung“ lautet das Motto, der Verein betreibt eine Schule sowie zwei Bildungszentren. Um auch den ärmsten Kindern einen sorgenfreien Schulbesuch zu ermöglichen, wird täglich ein nahrhaftes, warmes Mittagessen

angeboten. Dieses wird täglich frisch zubereitet und ist für die Schüler kostenlos. „Die Mitgliedsbeiträge und Spenden werden nicht nur für den Bau von Schul- und Ausbildungsgebäuden in Brufut und Sintet eingesetzt“, erklärt Vereinsvorsitzende Karin Neumüller. „Es werden weiterhin Schulmaterial, Schuluniformen und Mittagsverpflegung, sanitäre Einrichtungen, Spiel und Sportaktivitäten und Ausbildungen für Jugendliche und junge Erwachsene finanziert.“ Natürlich müssen auch alle Angestellten in Gambia bezahlt werden, ebenfalls wird die Weiterbildung der Lehrkräfte gefördert. „Natürlich liegt uns auch das Wohl unserer Mitarbeiter vor Ort am Herzen. Ohne diese wäre der Betrieb der Schule nicht darstellbar. Egal ob Lehrer, Köchin oder Wachmann – eine zeitgemäße Entlohnung ist für den Verein selbstverständlich.“

370 Mitglieder unterstützen Verein

Gemeinschaft ist wichtig - genauso wie die gemeinsame Sport.

2019 feiert der Verein sein 20-jähriges Bestehen. „Natürlich sind wir stolz darauf, was in den letzten beiden Jahrzehnten bereits passiert ist“, sagt Christine Weigl, die inzwischen ebenfalls als Vorstandsvorsitzende tätig ist. „Zurzeit ermöglichen 370 Mitglieder mit ihren Beiträgen und Spenden 600 gambischen Kindern, die Schule zu besuchen, sowie 65 Jugendlichen eine Ausbildung.“ Wenn die beiden Vorstandsvorsitzenden auch nicht ständig selbst vor Ort sein können, werden sie doch permanent von nach Gambia reisenden Mitgliedern und den Angestellten vor Ort auf dem Laufenden gehalten. „Die Technik hat inzwischen auch in Gambia Einzug gehalten“, sagt Karin Neumüller und lacht. „Da bekommt man dann regelmäßig Fotos auf das Handy geschickt.“ Die Ambergerin freut sich trotzdem schon sehr auf die nächste Reise nach Afrika, diese ist für Pfingsten 2019 geplant. „Da kann ich mir dann nochmal ein besseres Bild vom laufenden Betrieb vor Ort machen.“ Einen großen Wunsch haben die beiden Vorstandsvorsitzenden dann doch noch: „Wir wollen auf 500 Mitglieder kommen. Denn dann können wir den laufenden Betrieb der Einrichtungen vor Ort von den Mitgliedsbeiträgen (10 Euro im Monat) finanzieren. Im Moment sind wir noch auf Spenden und sonstige Einnahmen angewiesen.“

Die Vorstandsvorsitzenden Karin Neumüller und Christine Weigl von der Organisation "Socials for the Gambia" setzen sich für das Wohl der Kinder ein.
"Socials for the Gambia":

Das Leben hierzulande wird immer unsicherer, schwieriger und teurer … Wirklich? Viele von uns vergessen, dass mehr als 80 Prozent der Menschen weltweit in wesentlich ärmeren Verhältnissen leben. Wer sich mit dem Elend in anderen Ländern beschäftigt, möchte oftmals gerne helfen, zweifelt jedoch an manchen Projekten und fragt sich, ob die Spendengelder auch wirklich dort ankommen, wo sie gebraucht werden. Genau hier setzt der Amberger Verein „Socialis für The Gambia“ an. Seit inzwischen 20 Jahren betreibt er eine Schule und zwei Bildungszentren für mehr als 650 Kinder und Jugendliche in Gambia, die anfallenden Kosten werden vollständig über Mitgliedsbeiträge und Spenden finanziert. „Unser Ziel ist es, den Kindern und Jugendlichen bessere Startvoraussetzungen für ihr Leben zu ermöglichen“, sagt Vorstandsvorsitzende Karin Neumüller. „Bildung, Hygiene und gesundes Essen helfen dabei.“

Sauberes Wasser ist keine Selbstverständlichkeit in dem westafrikanischen Land Gambia.
Die Organisation "Socials for the Gambia" half, eine Schule aufzubauen und ermöglichte so vielen Kindern den dringend benötigten Zugang zu Bildung.
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