16.04.2019 - 14:12 Uhr
AmbergOberpfalz

Die ganz große ÖPNV-Koalition

Keine im Kreistag vertretene Partei verschließt sich mehr dem Ansinnen, den Nahverkehr in der Region zu optimieren. Schnelle Ergebnisse dürfte es jedoch kaum geben.

Notfalls, so sieht es ein Antrag der Kreistags-ÖDP vor, soll auch der Landkreis deutlich tiefer in die Tasche greifen, um den busgebundenen Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) leistungsfähiger zu machen.
von Michael Zeissner Kontakt Profil

Etappensieg für die ÖDP im Kreistag. Nach der SPD unterstützt nun auch die CSU den Antrag der konservativen Ökologen, den Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) in der Region zu stärken und deutlich attraktiver zu gestalten. Notfalls unter dem Einsatz von nicht unerheblichen Landkreismitteln.

Erstmals kam das Thema auf die Tagesordnung des Kreisausschusses (www.onetz.de/2690909), eine Woche später befasste sich am Montag der Kreistag damit. Inzwischen hatte sich ein breiter parteipolitischer Konsens rund um das Anliegen gebildet, das nun alle sechs Fraktionen unterstützen und zu einem zentralen Bestandteil des übergreifenden Nachhaltigkeits-Bekenntnisses des Landkreises erklären.

"Volle Aufgeschlossenheit" signalisiert jetzt auch die CSU-Fraktion mittels eines Antrags, den ihr Vorsitzender Stefan Braun in die Sitzung am Montag einbrachte. Das Papier der Christsozialen trägt den Titel "Klimafreundliches Mobilitätskonzept im Landkreis". Zu einer ausführlichen Diskussion kam es im Gegensatz zum Kreisausschuss am Montag nicht mehr, wobei inzwischen klar ist, dass alle im Kreistag vertretenen Parteien den Vorstoß unterstützen. Bereits vor einer Woche war einstimmig in kleinerem Kreis beschlossen worden, den ÖDP- und die ergänzenden Anträge zum Gegenstand einer Plenumssitzung im Sommer zu machen. Mit dem Ziel, einen Runden Tisch zu konstituieren.

Das wurde im Kreistag nun bestätigt. Doch Stefan Lindenberger (Grüne) ist das etwas zu wenig. "Nur einen Arbeitskreis zu gründen, weil wir nicht weiter wissen", ist ihm zum jetzigen Zeitpunkt etwas zu dünn. Als unmittelbare Reaktion darauf warnte Landrat Richard Reisinger (CSU) vor Aktionismus, weil das Thema ÖPNV derart komplex sei, dass sich vermeintlich einfache Lösungen als kontraproduktiv erweisen könnten. Außerdem stellte der Landrat klar, dass es nicht Ziel sein könne "den ZNAS (Zweckverband Nahverkehr Amberg-Sulzbach, Anm.d.Red.) aufkündigen zu wollen". Und im Sommer könne "jeder so lange darüber reden, wie er will".

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