06.09.2018 - 17:05 Uhr
AmbergOberpfalz

Gegenpol zu Hass und Hetze

Die Stimmung im Land ist aufgeheizt, in Chemnitz entladen sich Hass gegen Fremdsein und Hetze. Die interkulturelle Woche setzt einen Gegenpol. "Vielfalt verbindet" lautet ihr Motto.

Die Veranstalter stellen das Programm der interkulturellen Woche vor.
von Kristina Sandig Kontakt Profil

Angesichts der gegenwärtigen gesellschaftlichen Lage sei "Vielfalt verbindet" ein sehr treffender Untertitel für die interkulturelle Woche, fand Carsten Jakimowicz vom Malteser-Hilfsdienst. Ähnlich sah es Tobias Berz, Geschäftsführer des Bündnisses für Migration und Integration. Die Veranstaltungen der interkulturellen Woche seien ein Lichtblick angesichts der aktuellen politischen Lage. Manfred Lehner, Leiter der Landkreis-Volkshochschule, pflichtete bei: "Chemnitz steht für die Spaltung der Gesellschaft, wir bieten einen Gegenpol dazu."

Diese stellten ihre einzelnen Angebote zwischen Samstag, 15. September, und Donnerstag, 8. November, ausführlich vor. Astrid Knab, Integrationslotsin beim Malteser-Hilfsdienst, ging auf den Auftakt ein. Eröffnet werde die interkulturelle Woche mit "Bridges of Art", einer Gemeinschaftsaktion Amberger Künstler mit Geflüchteten. Vernissage ist am Samstag, 15. September, im CJD-Jugendgarten an der Vils in der Nähe der Périgueux-Brücke.

Knab machte außerdem auf den internationalen Kochtreff am Dienstag, 2. Oktober, aufmerksam. Zubereitet werde Fingerfood aus aller Welt. Sie verwies noch auf das Begegnungscafé an jedem letzten Mittwoch im Monat im Jugendzentrum Altes Klärwerk, dessen Termin während der interkulturellen Woche am 26. September ist. Manfred Lehner verwies auf den von der Landkreis-Volkshochschule organisierten Vortrag von Pfarrer Harald Hofmann über Islam und Europa am Dienstag, 2. Oktober.

Um Gott, das Christentum und die Religionen dreht sich ein weiterer Vortrag am Freitag, 5. Oktober. Und schließlich befasst sich auf Einladung der VHS noch Peter Seidl am Mittwoch, 8. November, um 19 Uhr aus Sicht eines Germanisten. Unter dem Titel "Gottes ist der Orient, Gottes ist der Okzident" erläutert er das Verhältnis von Goethe (Lehner: "der deutsche Poet schlechthin") zum Islam. Hans Bauer von der Katholischen Erwachsenenbildung legte den Besuchern der interkulturellen Woche einen besonderen Referenten ans Herz: Notker Wolf, bis 2016 Abtprimas der benediktinischen Konföderation, der auch E-Gitarre in einer Rockband spielt, widmet sich am Donnerstag, 8. Oktober, dem Umgang mit Ängsten, auch im Hinblick auf Migration und fremde Kulturen. Salesianer-Pater Alfred Lindner aus Ensdorf stellte die Ausstellung zum Projekt Weltethos (Donnerstag, 25. Oktober, bis Donnerstag, 15. November) vor und forderte insbesondere Schulklassen zu einem Besuch auf, um die Welt der Religionen besser kennenzulernen. Ebenso geplant ist ein Gesprächsabend, bei dem es darum geht, was Papst Franziskus unter Religionsfreiheit versteht.

Die Caritas bietet laut Sylvia Benjamin wieder den orientalischen Frauentanz an (Sonntag, 30. September im JuZ) und feiert das 25-Jährige des Arbeitskreises Flüchtlingshilfe (Freitag, 28. September im Musikomm). Johannes Blohm vom Evangelischen Bildungswerk stellte noch die Versammlung der Religionen am Mittwoch, 10. Oktober, bei der israelitischen Kultusgemeinde vor. Zum Thema "Den Kindern Wurzeln und Flügel geben" sollen bei einer Art Podiumsdiskussion unterschiedliche Aspekte beleuchtet werden.

Info:

Die interkulturelle Woche hat sich längst etabliert, freut sich Tobias Berz, Geschäftsführer des Bündnisses für Migration und Integration. „Jedes Jahr kommen mehr Besucher.“ Heuer seien 20 Veranstaltungen im Programm. Die Angebote reichen von Film („Ein Dorf sieht schwarz“`) über Theater („Willkommen bei den Hartmanns") und einer Ausstellung über zehn Funktionäre des FC Bayern München, die in der Nazizeit flüchten mussten oder deportiert wurden, bis hin zur gemeinsamen Zillenfahrt auf der Vils zwischen Hahnbach und Kümmersbuch.

Zu hören ist laut Hans Bauer (Katholische Erwachsenenbildung) auch die bolivianische Musikgruppe Sacambaya. Geboten sind dabei Musik, Tanz und Folklore. Angesprochen werden beim Auftritt aber auch die ökologischen und gesellschaftlichen Probleme in der südamerikanischen Heimat der Musiker.

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