Am Wochenende kam von der Stadt eine öffentliche Mitteilung, in der es heißt, dass auf den Spielplätzen in der Hans-Thoma-Straße und in der Karlsbader Straße „mutwillige Manipulationen an Spielgeräten“ festgestellt wurden. „Unbekannte haben Schrauben und Bolzen an verschiedenen Spielgeräten gelockert und teilweise vollständig entfernt“, heißt es in dem Schreiben. Betroffen davon seien Schaukeln und Klettergerüste gewesen.
„Durch die gelockerten oder fehlenden Verbindungen besteht die Gefahr, dass Spielgeräte während der Benutzung plötzlich versagen, was zu schweren Verletzungen von Kindern führen kann.“ Einen solchen Vorfall gab es bis dato auf dem Spielplatz in der Hans-Thoma-Straße noch nicht, wie Ambergs Pressesprecher Simon Hauck auf Nachfrage beim Baureferat der Stadt Amberg in Erfahrung bringen konnte.
Keine voreiligen Schlüssen
Die Amberger Polizei hat die Ermittlungen übernommen. Wie Polizeioberkommissar Marcus Helfensdörfer im Gespräch mit Oberpfalz-Medien jedoch betont, sei Alarmismus nicht das Gebot der Stunde. „Derzeit drehen sich die Ermittlungen darum, ob die betroffenen Schrauben tatsächlich mutwillig gelöst wurden“, sagt er. Das nämlich stehe noch überhaupt nicht fest. „Ich würde daher auch nicht gleich von einem Sabotageakt sprechen“, erklärt er. Bislang habe weder eine konkrete Gefahr für die Kinder bestanden, noch sei es zu Unfällen aufgrund gelockerter Elemente gekommen.
Dennoch werde die Amberger Polizei in den kommenden Tagen verstärkt ein Auge auf die Spielplätze im Stadtgebiet haben. „Falls da jemand ist, der die Spielgeräte absichtlich manipuliert, wird er das kaum tun, wenn Kinder mit ihren Eltern auf den Spielplätzen unterwegs sind“, sagt Helfensdörfer. In Amberg gibt es eine sogenannte Spielplatzverordnung, die festlegt, dass die Spielplätze nur in der Zeit von 9 Uhr morgens bis zum Einbruch der Dunkelheit benutzt werden dürfen. Dementsprechend möchte sich die Amberger Polizei insbesondere auf die Zeit nach dem Spielende konzentrieren.
Verstärkte Kontrollen
Nichtsdestotrotz dürfte die Meldung für Unsicherheit bei Amberger Eltern sorgen. Wie die Stadt mitteilt, hat der Betriebshof die Mängel, die schon bekannt waren, bereits beseitigt und zur Vorsicht an den betroffenen Spielplätzen Hinweisschilder angebracht, die Eltern Auskunft geben. Ebenso, so heißt es vonseiten der Stadt, hat der Betriebshof die Kontrollen auf den Spielplätzen im Stadtgebiet erhöht. Als die Mitarbeiter dort die Mängel feststellten, stand das Wochenende vor der Tür, was dazu führte, dass zunächst nicht die Kapazitäten vorhanden waren, um alle Spielplätze – und davon gibt es einige – im Stadtgebiet zu überprüfen. Am Montag aber konnte das Baureferat bereits mitteilen, dass alle noch ausstehenden Kontrollen nachgeholt werden konnten und dass die Mitarbeiter die betroffenen Spielplätze in der kommenden Zeit verstärkt überprüfen werden.
Aufgefallen sind die möglichen Manipulationen nicht, weil ein Kind einen Unfall gehabt hätte, sondern bei routinemäßigen Kontrollen des Betriebshofs. „Diese aktuelle mutwillige Manipulation wurde durch unsere städtischen Mitarbeiter bei der wöchentlichen Spielplatzkontrolle bemerkt“, teilt Simon Hauck mit. So oder so würden die Spielplätze ohnehin jede Woche auf ihre Sicherheit überprüft.
Mängel für jeden erkennbar
Angst, dass fehlende Teile oder mögliche Sicherheitsrisiken nicht auffallen, brauchen Eltern laut der Stadt Amberg übrigens nicht zu haben. „Teilweise wurden ganze Schraubverbindungen an einer Schaukel mit Werkzeug entfernt. Dadurch hing die Schaukel nur noch an einer Seite. Schrauben eines Spielturms wurden teilweise halb herausgedreht. Das sollte daher auch einem Laien auffallen können“, teilt Simon Hauck auf die Frage von Oberpfalz-Medien mit, ob die mutmaßlichen Manipulationen auch mit dem bloßen Auge zu erkennen gewesen seien.
Was Eltern beachten sollten
Dennoch kann Achtsamkeit seitens der Eltern nicht schaden. Worauf sie laut Stadt daher achten sollten, sind folgende Punkte: Eltern und Aufsichtspersonen sollten zur Sicherheit einen kurzen Check der Spielgeräte durchführen, bevor sie die Kinder darauf spielen lassen. „Tragende Verbindungen und offensichtliche Befestigungspunkte sollten dabei mit der Hand auf festen Sitz überprüft werden. Wer lose Schrauben, fehlende Bauteile oder andere Auffälligkeiten entdeckt, sollte Kinder umgehend von den betroffenen Geräten fernhalten“, teilt die Stadt mit.
Und was ist, wenn man feststellt, dass Teile an einem Spielgerät fehlen? Dann, so Hauck, ist es am sinnvollsten, diese in den Mängelmelder der Stadt Amberg einzutragen. „Damit wir dann umgehend und effektiv reagieren können“, so Hauck. Wer überdies verdächtige Dinge oder Personen im Umfeld der Spielplätze während des Besuchs wahrnimmt, soll sich bei der Amberger Polizei melden.
















Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.
Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.