15.04.2020 - 11:11 Uhr
AmbergOberpfalz

Georg Baumann wird 65: Keine Spur von Ruhestand

Ein erfolgreicher Unternehmer aus Amberg feiert am Donnerstag Geburtstag: Georg Baumann wird 65. Er stammt aus einer traditionsreichen Firmen-Dynastie.

Georg Baumann
von Gerd SpiesProfil

Er ist ein Spross der Email-Dynastie Baumann in Amberg. Als junger Ingenieur musste er 1987 das Ende des Familienunternehmens miterleben. Dann baute er mit Baumann Automation selbst ein Unternehmen auf, das inzwischen rund 630 Mitarbeitern zählt. Am Donnerstag, 16. April, feiert Georg Baumann seinen 65. Geburtstag. Von Ruhestand ist aber noch lange keine Rede.

Liest man heute das Wort Email, assoziiert man diesen Begriff ganz automatisch mit Mitteilungen auf dem Computer. Vor der Erfindung des PC verstand man aber unter Email einen glasartigen Schmelzüberzug auf Metall, emailliertes Geschirr. In Amberg ist der Begriff untrennbar mit der Familie Baumann verbunden, die vor gut 150 Jahren in der Nähe des Bahnhofs die Emaille-Fabrik gegründet hatte, die aber 1987 das Zeitliche segnete.

Die Firmengeschichte hat Georg Baumann III akribisch untersucht und in Wort und Bild festgehalten. Der Spross der "Baumänner" hat aber auch das Unternehmer-Gen seiner Vorfahren geerbt. Aus einem kleinen Ingenieurbüro in den 80er Jahren baute er mit "Baumann Automation" ein inzwischen weltweit agierendes Unternehmen auf. "Wir bauen Maschinen bzw. Anlagen, auf denen unsere Kunden ihre Produkte fertigen", beschreibt der promovierte Maschinenbauer seine Unternehmensstrategie. "Lieber eine schlechte Entscheidung als keine Entscheidung!" Mit dieser Philosophie ist Baumann als Unternehmer nicht schlecht gefahren. Bereits wenige Jahre nach Gründung des Ingenieurbüros baute und programmierte er in eigener Montagehalle die ersten Maschinen. Ab 1991 konzentrierte er sich auf Automations-Technologie und Roboter. Überhaupt entwickelte sich die Roboter-Technologie zur Kernkompetenz des Unternehmens. Inzwischen gibt es weltweite Service-Stützpunkte wie zum Beispiel in China, Mexiko und Rumänien, zählen die Firmen Vectralis in Mexiko, Solin GmbH in München, Syskomp und Gehmeyr zu seinem Konsortium. Im Industriegebiet Immenstetten steht die durchdacht-designte Architektur von "Baumann Automation", die sich inmitten von rein auf Produktion ausgelegten Gebäuden abhebt. Sie belegt, dass Kunst und Kultur dem Firmeninhaber wichtig sind. "Wir Konstrukteure fühlen uns ja als die Künstler des Maschinenbaus", sagt er. Diese Leistung würdigt auch Ambergs Oberbürgermeister Michael Cerny. "Neben dem wirtschaftlichen Erfolg zeichnet ihn auch sein Engagement im sozialen, kulturellen und kreativen Bereich aus", sagt er über den Amberger Unternehmer.

Georg Baumann ist aber trotz seiner weltweit unternehmerischen Aktivitäten ein Familienmensch geblieben. Es macht ihn sichtlich stolz, dass "Baumann Automation" nach wie vor ein Familienunternehmen ist und vermutlich auch bleiben wird. Seine drei Töchter Carlotta, Hanna und Marlena sind schon im Unternehmen integriert. Der Einstieg des jüngsten Sprösslings, Sohn Oskar, kommender Maschinenbauer, wird nicht mehr lange auf sich warten lassen. "Unsere Kinder werden die Firmen übernehmen", lautet der Plan. Dann dürfte der heute 65-Jährige endlich mehr Zeit haben, gemeinsam mit seiner Frau Annette seinen Hobbys nachzugehen, nämlich Skitouren im Winter und Segeln im Sommer.

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