Amberg
27.12.2021 - 14:36 Uhr

Gesundheitsamtsleiter wünscht sich schärfere Corona-Maßnahmen

Weniger Tests, weniger positive Coronafälle: so sieht die Lage derzeit aus. Dr. Roland Brey, der Leiter des Gesundheitsamts Amberg, spricht über diesen Umstand und erklärt, wie verbreitet die Omikron-Variante in Amberg und Umgebung ist.

Dr. Roland Brey äußerte sich zur Omikron-Variante und erklärt, warum er aktuell schärfere Maßnahmen für sinnvoll gehalten hätte. Archivbild: Stephan Huber
Dr. Roland Brey äußerte sich zur Omikron-Variante und erklärt, warum er aktuell schärfere Maßnahmen für sinnvoll gehalten hätte.

Eine Einschätzung zur aktuellen Coronalage? Derzeit sehr schwer. Die Feiertage verzerren das Bild. Auf diesen Umstand weißt nicht nur das Robert-Koch-Institut hin, sondern das betont auch Gesundheitsamtsleiter Dr. Roland Brey bei einem Gespräch mit Oberpfalz-Medien.

"Wegen der Feiertage gehen weniger Menschen zum Testen. Trotzdem ploppen immer wieder positive Befunde auf", erklärt Brey. Was sich hingegen nicht geändert habe, sei die Tatsache, dass weiterhin mit Corona Infizierte auf den Intensivstationen liegen und auch versterben.

Omikron spielt in Amberg und in Amberg-Sulzbach noch kein so große Rolle. Zusammengerechnet gibt es in der Stadt und im Landkreis elf dringende Verdachtsfälle. Heißt: Sie müssen erst noch bestätigt werden. Mit aller Wahrscheinlichkeit, wird das laut Brey aber der Fall sein. Außerdem geht der Gesundheitsamtsleiter davon aus, dass täglich neue Omikron-Fälle gemeldet werden. "Die Prognose ist insgesamt nicht günstig."

Was deshalb noch alles auf die Menschen zukomme, sei derzeit ungewiss. Schnellen die positiven Tests im neuen Jahr in die Höhe, hieße das: Viele Bürger in Quarantäne. Was das wiederum bedeuten kann, zeigt sich derzeit an den vielen abgesagten Flügen – laut Tagesschau allein über die Feiertage weltweit mehr als 7000. Das liegt daran, dass sich viele Airline-Mitarbeiter in Quarantäne befinden.

Gerade deshalb hätte Brey sich von der Politik schärfere Maßnahmen für die Zeit nach Weihnachten gewünscht. Zum Fest der Liebe sei das schwer möglich. Die Familien und Freunde wollen sich treffen. Aber: "Ich hätte mir gedacht, dass es (nach Weihnachten; Anm. d. Red.) eine günstige Zeit ist, um das Leben noch stärker herunterzufahren und damit wir versuchen, die Ausbreitung zu verhindern. Ich hätte mir gewünscht, dass wir mehr präventiv tätig werden."

Der Gesundheitsamtsleiter hofft, dass die Menschen sensibilisiert genug sind, um Kontakte zu beschränken. Vor allem von oder mit Hochrisikopatienten. Brey fordert außerdem, sich boostern zu lassen.

Denn wie sich das Infektionsgeschehen derzeit entwickelt, sei erst wirklich festzumachen, wenn sich die Menschen wieder mehr testen lassen und viele Arztpraxen wieder öffnen. "Das wahre Ausmaß werden wir erst im Januar erkennen. Bis dahin fahren wir auf Sicht."

Oberpfalz25.05.2022
 
Kommentare

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Martin Pfeifer

Es ist erfreulich, das Herr Dr. Brey aus seinem Herzen keine Mördergrube macht und offen sagt, was eigentlich notwendig wäre.

27.12.2021
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