16.02.2020 - 11:46 Uhr
AmbergOberpfalz

Gewerkschaft und SPD: Kritik an Arbeit auf Abruf

Viele von der SPD und Gewerkschaften erkämpfte Rechte der Arbeitnehmer würden mehr und mehr unterlaufen. "Das führt zu immer schlechteren Arbeitsbedingungen", sagte SPD-Fraktionsvorsitzende und Oberbürgermeisterkandidatin Birgit Fruth.

Stefan Dietl (rechts) im Gespräch mit Birgit Fruth von der SPD.
von Autor GFRProfil

Viele von der Sozialdemokratie und den Gewerkschaften erkämpfte Rechte der Arbeitnehmer würden mehr und mehr unterlaufen. "Das führt zu immer schlechteren Arbeitsbedingungen", sagte SPD-Fraktionsvorsitzende und Oberbürgermeisterkandidatin Birgit Fruth. Gerade in der digitalen Arbeitswelt sei Vorsicht angebracht, damit Arbeitnehmer nicht auf der Strecke bleiben, betonte sie, bevor sie das Wort an Stefan Dietl übergab. Der Verdi-Bezirks-Chef sprach über die "prekäre Arbeitswelt".

Wenn mehr als eine Million Menschen als Leiharbeiter ihr Geld verdienen, rund 7,7 Millionen geringfügig beschäftigt sind, fünf Millionen Minijobs existieren, mehr als 3,2 Millionen ein befristetes Arbeitsverhältnis und 8,5 Millionen nur einen Teilzeitjob haben, dann sei das keine geregelte Arbeitswelt mehr, sagte Dietl. Auf Einladung des SPD-Stadtverbands sprach der gebürtige Amberger in der Gaststätte Alte Kaserne.

Gerade das Internet biete vielen Unternehmen neue Formen des Lohndumpings über Arbeit auf Abruf. Davon seien schon fast zwei Millionen Arbeitnehmer betroffen. War das früher in Einzelhandel und Gastronomie üblich, so nutzten immer mehr in der Sozial- Logistik- und Gesundheitsbranche dieses Modell. Für Arbeitnehmer heiße das schwankende Einkommen und unsichere Jobs. Auch das Outsourcing gehöre derzeit zur Strategie der Gewinnmaximierung. Mehr als unsozial sei, was sogenannten Gig-Workern zugemutet werde. Dabei handelt es sich um unabhängige Selbständige, Freiberufler oder geringfügig Beschäftigte, die kleinere Aufträge kurzfristig übernehmen - im Handwerk oder bei Essenslieferungen. Diese digitalen Freiberufler, wie sie Dietl nannte, müssten sich von Job zu Job hangeln - ohne Urlaubsanspruch, ohne Lohnfortzahlung im Krankheitsfall und ohne Sozialversicherung. Über Werksvertrags- oder Subunternehmer werde deutsches Arbeitsrecht ausgehebelt.

Dietl kritisierte auch befristete Arbeitsverhältnisse, die im öffentlichen Dienst alltäglich seien, und wovon mehr als 30 Prozent der Arbeitnehmer betroffen seien. Mit Unterstützung der Gewerkschaften rege sich nun Widerstand gegen Ungerechtigkeiten. "Von diesen neumodischen Firmen sowie deren dubiosen Arbeitsverträgen und Machenschaften halte ich nichts", kommentierte Birgit Fruth.

Klicken Sie hier für mehr Artikel zum Thema:

Für Sie empfohlen

 

Videos aus der Region

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.