12.09.2019 - 11:24 Uhr
AmbergOberpfalz

Gewollte Explosionen bei Herding Filtertechnik

Welch enorme Staubexplosion eineinhalb Kilogramm Maisstärke ausrichten können, sahen die Teilnehmer eines Praxisseminars mit Workshops zum Brand- und Explosionsschutz. Dazu hatte die Firma Herding Filtertechnik zu sich eingeladen.

Ein lauter Knall und eine riesige Stichflamme: So sieht eine Staubexplosion aus. Beim Praxisseminar zum Brand- und Explosionsschutz bei der Firma Herding im Industriegebiet Immenstetten waren kontrolliert – und völlig ungefährlich für die Teilnehmer – eineinhalb Kilo Maisstärke zur Explosion gebracht worden.
von Kristina Sandig Kontakt Profil

Laut Pressemitteilung des Unternehmens mit weltweit 450 Mitarbeitern, das einer der führenden Hersteller industrieller Filtersysteme ist, stieß das zweitägige Seminar auf enormes Interesse des Fachpublikums. Vor allem der Workshop zur Erarbeitung des gesetzlich vorgeschriebenen Explosionsschutzdokuments stellte einen Mehrwert dar.

Experten unter sich

Staub-Luft-Gemische können explosionsfähig sein. Organische Stäube, beispielsweise aus der chemischen, pharmazeutischen und Lebensmittelindustrie sowie metallische Stäube der metallver- und -bearbeitenden Industrie sind brennbar und im aufgewirbelten Zustand explosionsfähig. Die Vorführungen am Mittwochmittag zeigten, wie die von Herding entwickelte Technologie dazu beiträgt, die Folgen von Staubexplosionen zu vermindern. Im theoretischen Teil war es um die geltenden Regelungen und Neuerungen im Bereich der Filtertechnik sowie die Umsetzung der Betriebssicherheitsverordnung gegangen. Auch der Erfahrungsaustausch der Experten, darunter Beschäftigte der Industrie, Entstaubungsanlagen-Betreiber sowie Planer, Konstrukteure, Sicherheitsingenieure, Sachverständige oder Gutachter, kam ebenfalls nicht zu kurz.

Kracher zum Abschluss

Die Teilnehmer lernten den Weg von einem explosionsfähigen Staub-Luft-Gemisch hin zu einer sicheren Anlagentechnik kennen und erarbeiteten ihr eigenes Explosionsschutzdokument, zu dem jeder Betreiber nach der Betriebssicherheitsverordnung gesetzlich verpflichtet ist. Zum Abschluss ließ es Herding dann richtig krachen: mit drei Versuchen zu Live-Explosionen. Diese waren sicher gezündet und somit ungefährlich für die Zuschauer.

Neben den eigenen Referenten aus dem Hause Herding, die Diplom-Ingenieure Klaus Rabenstein und Ulrike Ruppert, waren auch Gastreferenten aus branchennahen Unternehmen vor Ort, um die Teilnehmer mit Information aus verschiedenen Blickwinkeln zu versorgen.

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