Amberg
30.05.2018 - 17:34 Uhr

Es gibt zu wenig Organspender

Deutschland ist nahezu Schlusslicht in Europa, wenn es um Organspenden geht. Der Tag der Organspende (2. Juni) sei ein guter Anlass, darüber nachzudenken, meint Dr. Martin Pöllath (Ärztlicher Kreisverband Amberg-Sulzbach).

Dr. Pöllath. exb
Dr. Pöllath.

(exb) 2017 haben in Bayern 143 Frauen und Männer Organe gespendet – und damit einem Teil der über 1500 Menschen geholfen, die auf ein Organ warten. Das seien immerhin 22 mehr als im Jahr zuvor gewesen, sagt der Vorsitzende des Ärztlichen Kreisverbandes Amberg-Sulzbach, Dr. Martin Pöllath und bedauert: „Leider gibt es nach wie vor zu wenig Organspender.“

Anlässlich des Tags der Organspende am 2. Juni, weist Pöllath darauf hin, dass die Zahl der Organspenden seit Jahren rückläufig ist oder stagniert. Deutschland bildet nach einer Presseinfo des Ärztlichen Kreisverbands „nahezu das Schlusslicht bei den Organspende-Zahlen im Vergleich der europäischen Länder“. 2017 sei die Zahl sogar auf den Tiefstand der vergangenen 20 Jahre gesunken.

Dabei könnte vielen Menschen mit einem neuen Organ geholfen werden, betont Pöllath. Im Schnitt könnten von einem Spender drei Organe transplantiert werden. „Für mich ist es nicht nachvollziehbar, dass viele Menschen im Fall einer schweren Krankheit gerne ein Organ transplantiert bekommen würden, selber aber nicht bereit sind, ihre Organe nach dem Tod für andere Kranke zu spenden“, sagt Pöllath. Der Tag der Organspende wäre ein guter Anlass darüber nachzudenken, meint der KV-Vorsitzende. „Bei einer positiven Entscheidung muss diese aber auch umgesetzt werden“, betont Pöllath. Mit einem Organspendeausweis könne man sich generell für eine Organspende aussprechen. Es sei aber auch möglich, diese auf bestimmte Organe oder Gewebe zu beschränken. Den ausgefüllten Organspendeausweis, den es auch im Scheckkartenformat gibt, sollte man immer dabei haben ihn deshalb am besten in der Brieftasche oder bei den Ausweispapieren aufbewahren.

Weitere Informationen zum Thema Organspende gibt es bei der Deutschen Stiftung Organspende (DSO) im Internet (www.dso.de).


Info:

Organspende

Auch wer einen Spenderausweis hat, kann seine Zustimmung zur Organspende jederzeit widerrufen: Dazu müsse nur der Organspendeausweis vernichtet werden, wie der Ärztliche Kreisverband betont.

„Ein Organspendeausweis ist beim Arzt, in der Apotheke, bei den Krankenkassen und beim Gesundheitsamt erhältlich“, heißt es in einer Presseinfo des Verbands. Er kann auch kostenfrei bestellt oder im Internet heruntergeladen werden (0800/ 9 04 04 00, www.organspende-info.de). Auch eine App für I-Pad und Tablet gibt es.

„Eine ärztliche Untersuchung ist nicht notwendig“, betont Kreisvorsitzender Dr. Martin Pöllath. Er weist auch darauf hin, dass bereits Jugendliche ab 16 Jahren ihre Bereitschaft zur Organspende erklären können.

Ein Höchstalter gibt es nicht. „Ausschlaggebend ist der Gesundheitszustand des Spenders“, erklärt Pöllath: „Auch die funktionstüchtige Niere eines 70-Jährigen kann einem anderen Menschen wieder ein fast normales Leben schenken.“


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