Der Fußballplatz des SV Freudenberg liegt am Fuße des Johannisbergs, der Hennenbach plätschert vorbei. Das idyllische Gelände, auf dem regelmäßig die Gegner aus der Kreisliga-Süd begrüßt werden, hat nun einen wohlklingenden Namen: "Mühlerlhof-Stadion" heißt das Areal jetzt. Kurz vor dem ersten Spieltag nach der Winterpause brachten die Verantwortlichen ein entsprechendes Schild am Sportheim, gleich über dem Vereinswappen, an. Und der Namensgeber, der "Mühlerl Tom" strahlte dabei über das ganze Gesicht.
Spannendes Bieter-Duell
Die Namensgebung hat eine Vorgeschichte, die an Weihnachten 2025 ihren Anfang nahm. Damals überlegten die Vereinsvertreter des Sportvereins, wie sie die bevorstehende Christbaumversteigerung gestalten sollen. Schwarzgeräucherte Würste werden da oft angeboten, selbstgebastelte Vogelhäuschen, Reiserbesen und andere Dinge mehr, die den Spendensammlern mitgegeben werden. Besondere Aufmerksamkeit erhalten natürlich die ausgefalleneren Preise. Ein Klavier war schon mal dabei oder ein Motorroller, mitunter wurde sogar die ganze Fußballmannschaft für einen Arbeitseinsatz versteigert. Heuer kam die Idee, für drei Jahre die Namensrechte für das Sportgelände anzubieten.
Gut, dass mit Matthias Tafelmeier und Patrick Meiler zwei eingefleischte SV-Aktive die Versteigerung leiteten. Die beiden führten unterhaltsam durch die Auktion und konzertierten dann zu späterer Stunde ein spannendes Bieter-Duell zwischen zwei Firmen, die unbedingt Namensgeber für den Fußballplatz und das dazugehörige Sportheim sein wollten. Kaum hatte der "Mühlerlhof" (Bio-Bauernhof mit eigener Metzgerei) ein Gebot abgegeben, lag schon ein höheres des in Freudenberg ansässigen Start-Ups "Sackkarre-Mieten.de" vor. Es ging über 500 Euro, über 800 und über 1000 Euro, als "Sackkarre-Mieten.de" vorne lag. Durch einen beherzten Ruf aus dem voll besetzten Saal, dass sich der "Mühlerhof" noch einmal einen Ruck geben muss, legte Tom Binner (Hausname Mühlerl) einen Fünfziger drauf und der Deal war besiegelt.
Lernen von den Großen
"Ich bin schon immer ein Fan des SV Freudenberg", sagt der Metzger aus Wutschdorf, der den Hof zusammen mit seiner Familie betreibt. Das Anwesen grenzt unmittelbar an das Sportgelände an. Jeden Heimspiel-Sonntag steht Tom Binner mit seiner Vereinskappe am Balkon des Sportheims und verfolgt das Spiel. Der ganze Verein weiß das zu schätzen. "Wir sind dankbar, dass es solche Unterstützer gibt", freut sich SV-Vorsitzender Andreas Koch. Er bedankt sich auch bei seinen Vereinskameraden, die die Idee für die Versteigerung der Namensrechte hatten. "Wir dachten, wird können von den Großen nur lernen. Wenn der FC Bayern München die Namensrecht an seiner Spielstätte verkauft, dann können wir das auch."
Es gibt tatsächlich auch in den unteren Spielklassen etliche Fußballplätze, die augenzwinkernd als Arenen oder Stadien bezeichnet werden. Das "Rängberg-Stadion" in Ursensollen zum Beispiel, das "Stadion am Mennersberg" in Kastl oder die "Arena am Hahnenkamm" in Edelsfeld. Auch das Sportgelände in Freudenberg wurde schon mal als "Stadion am Hennenbach" bezeichnet. Aber Geld gemacht wurde damit bisher kaum. Das hat sich durch die Christbaumversteigerung heuer geändert. Die Einnahmen fließen direkt in den Unterhalt der Sportanlagen, erklärt Andreas Koch. So kann die Instandhaltung des Platzes mit seiner Beregnungsanlage und den beiden Mährobotern unterstützt werden. Drei Jahre ist der Name nun vergeben, dann bietet sich eine neue Chance – nicht nur für "Sackkarre-Mieten.de".














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