22.10.2018 - 14:33 Uhr
AmbergOberpfalz

"Was Gott tut, das ist wohlgetan“

Wenn die Orgel mit Dietrich Buxtehudes „Präludium, Fuge und Ciacona in C-Dur das Konzert der Amberger Chorgemeinschaft unter der Leitung von Dieter Müller eröffnet, dann mischen sich Andacht und Kunstgenuss ganz wundervoll.

Lang anhaltenden Applaus gibt es für das Chor- und Orgelkonzert der Amberger Chorgemeinschaft in der Kirche Hl. Dreifaltigkeit.
von Marielouise ScharfProfil

Warmes Herbstlicht beleuchtet das gewaltige Altarbild im sehr gut besuchten Gotteshaus Heilige Dreifaltigkeit, vor dem die Mitglieder der Amberger Chorgemeinschaft und die Musiker des Streicherensembles des Sinfonieorchesters der Berufsfachschule für Musik am Sonntagabend Aufstellung nehmen. Festlich in Schwarz sind sie gekleidet und festliche Musik haben sie auch ausgewählt mit Werken barocker und romantischer Komponisten.

Nach der gewaltigen und virtuosen Orgeleröffnung, die in Vertretung des erkrankten Christian Farnbauer der junge Bastian Wagner übernommen hat, kommt Dietrich Buxtehudes „Alles was ihr tut“ mit Chor, Solo, Streicher und Continuo zur Aufführung. Hier können der glänzend eingestellte Chor und die virtuosen Streicher großartig punkten. Es folgen Kompositionen von Josef Rheinberger und Johann Pachelbel. Mit dessen Choralkantate „Was Gott tut, das ist wohlgetan“ setzen Dirigent, Musiker und Sänger einen fantastischen Schlussakzent. Zuerst die Streicher im Vorspiel, weich und balsamisch, da hinein flechten die Sopranstimmen ihren Part, man meint die Sonnenstrahlen im herbstlichen Laub zu sehen.

Von der empfindsamen Spielwiese lenkt der Komponist zur hitzigen Chorkantate, die alle Stimmen einschließt, aufbaut und mit den Instrumenten gemeinsam zu großem Klang führt. Die harmonische Geschlossenheit des Chores, seine Stimmreinheit, saubere Artikulation und rhythmische Modulation, das Hin- und Her zwischen sanftem Piano und kraftvollem Fortissimo verweben sich zu einzigartigen Hörerlebnissen.

Dieter Müller hat seinen Chor fest im Griff. Immer wieder motiviert er die disziplinierten Sänger neu und lässt so besonders die A-capella-Chorwerke von Anton Bruckner (Graduale: „Locus iste“) und Franz Liszt („Pater noster“ aus dem Oratorium „Christus“) in besonderem Glanz erstehen. Das „Amen“ am Schluss des "Vater unser" kommt innig, intensiv und mit feiner Farbe. Chor, Streichensemble und Dirigent gehen mit den akustischen Gegebenheiten des weiten und hohen Raumes eine gute Partnerschaft ein. Mit eleganter Dirigierverve und engagiertem Ausdruck führt Müller die Mitwirkenden zu großem Gleichklang, was mit minutenlangem Schlussapplaus honoriert wird

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