27.06.2019 - 18:01 Uhr
AmbergOberpfalz

Gregor-Mendel-Gymnasium Amberg: Schülerin belegt dritten Platz bei "Jugend debattiert"-Bundesentscheid

2017 und 2018 schaffte es die Schülerin Miriam Witt vom Gregor-Mendel-Gymnasium in Amberg in das Bayerische Finale von "Jugend debattiert". Zum Debattier-Bundesfinale durfte sie heuer nach Berlin fahren. Dort belegte sie den dritten Platz.

Miriam Witt (Zweite von links) beim Bundesfinale von „Jugend debattiert“ in Berlin.

Lehrerin Tanja Lucknerist mächtig stolz auf ihre rhetorisch so versierte Schülerin: "Man muss sich das mal vorstellen. Insgesamt nehmen so um die 200 000 Schüler jedes Jahr an dem Wettbewerb teil. Davon unter die drei Besten zu kommen, das ist wirklich eine großartige Leistung." Bei der Preisverleihung traf die 16-Jährige unter anderem die Moderatorin Shary Reeves, die besonders durch das Kinder-Wissensmagazin "Wissen macht Ah!" bekannt ist. Im Finale stand die Schülerin vor circa 600 Zuschauern auf der Bühne. Sie sagt: "Am Anfang war ich sehr nervös. Sobald es aber losging, habe ich mich nur noch auf das Thema konzentriert."

Kulturgüter aus Kolonialzeit

Grundlage der Diskussion in der Altersgruppe der 10. bis 13. Jahrgangsstufe war die Frage "Sollen unsere Museen Kulturgüter aus der Kolonialzeit an die Ursprungsländer zurückgeben?" Der Jury zufolge konnte Miriam Witt "die Debatte inhaltlich entscheidend bereichern", heißt es in einer Pressemitteilung des bayerischen Kultusministeriums.

Drei Themen standen zur Auswahl. Damit sich die Teilnehmer darauf vorbereiten können, bekommen sie diese zehn Tage vor dem Wettbewerb mitgeteilt. Miriam Witt erinnert sich: "Ich habe recherchiert und Quellen gesammelt. Wenn man sich so richtig in ein Thema einarbeitet, dann wird man tatsächlich zum Experten."

Eigene Note einbringen

Dadurch sei es möglich gewesen, sich eine eigene Meinung zu komplizierten Sachverhalten zu bilden. Die Schülerin musste sich sowohl Pro- als auch Contra-Argumente überlegen und in der Eröffnungsrunde zwei Minuten ihren Standpunkt kurz und knapp der Jury vorstellen. "Ich musste mich auf einen Hauptaspekt konzentrieren. Gleichzeitig war es wichtig, sich von den anderen abzuheben und eine eigene Note mit reinzubringen."

Während der Debatte selbst sollte Miriam Witt für die Rückgabe von Kulturgütern an die Ursprungsländer argumentieren. "Mein Argument war, dass es dabei um Gerechtigkeit geht und dass für die Aufarbeitung dessen, was während der Kolonialzeit passiert ist, noch nicht genügend Maßnahmen ergriffen worden sind. Die Menschen in anderen Ländern leiden unter dem Fehlen der kulturellen Schätze", sagt sie.

Traumjob in der Wissenschaft

Weil sie unter den sechs Erstplatzierten ist, darf sie als eine der Bundessiegerinnen im kommenden Jahr nicht sofort wieder an dem Wettbewerb teilnehmen. "Danach schreibe ich Abitur. Da werde ich mich auf meine Prüfungen konzentrieren", erklärt sie. Für ihre Leistung hat sie eine Gratis-Mitgliedschaft bei dem Studentenverband "Alumni-Netzwerk" bekommen. Zudem darf sie lebenslang kostenlos das Bundesfinale von Jugend debattiert besuchen und an einem Rhetorik-Seminar in München teilnehmen.

Übrigens: Miriam Witt hat schon eine Idee, in welchem Bereich sie später einmal arbeiten möchte, und der hat weniger mit Debattieren zu tun. "Ich möchte in die Naturwissenschaft. Aber das, was ich jetzt kann, kann ja bei Präsentationen und Vorstellungsgesprächen nicht schaden."

Klicken Sie hier für mehr Artikel zum Thema:

Für Sie empfohlen

 

Videos aus der Region

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.