Update 27.08.2018 - 13:46 Uhr
AmbergOberpfalz

Große Polizeiaktion im Rauschgiftmilieu

Ein Schlag gegen das Drogenmilieu gelingt der Amberger Polizei am frühen Freitagmorgen: Bei überraschenden Durchsuchungen von sechs Objekten stößt sie auf größere Mengen Betäubungsmittel und Diebesgut. Das führt zu Festnahmen.

Diesen Rauschgift-Bauchladen mitsamt Geldvorräten stellen die Polizeibeamten bei einem 23-Jährigen sicher.
von Markus Müller Kontakt Profil

(ll) Die Polizeiinspektion Amberg hatte sich für diese Aktion, wie sie am Montag in ihrem Pressebericht mitteilte, Unterstützung eines Zuges der Bayerischen Bereitschaftspolizei aus Nürnberg geholt. Ein Hundeführer mit einem Rauschgiftsuchhund gehörte ebenfalls zum Team. Die intensiv durchsuchten Objekte liegen allesamt im Stadtgebiet. "Die Verdächtigen standen bereits seit längerem im intensiven Fokus, das Amtsgericht hatte deswegen auch entsprechende Beschlüsse erlassen", vermeldet der Pressebericht zu den Voraussetzungen des Vorgehens.

Wie der polizeiliche Einsatzleiter, Erster Polizeihauptkommissar Hans-Peter Klinger betonte, bestätigten die Sicherstellung von 40 Gramm Amphetamin, 20 Gramm Marihuana und Cannabis, 10 Gramm vermutlich „wertigem Badesalz“ sowie als Ersatzstoff verwendeten verschreibungspflichtigen Arzneimitteln den Verdacht, der sich aus den Indizien ergeben habe.

Mit Ramme gegen Wohnungstür

Ein 37-Jähriger, gegen den wegen des Vorwurfs erheblicher Körperverletzungshandlungen an seiner Ex-Lebensgefährtin bereits strafrechtliche Ermittlungen laufen, weigerte sich, seine Wohnungstür zu öffnen, die schließlich mit einer Ramme eingedrückt werden musste. Hier stellten die Beamten das erwähnte „Badesalz“ sowie mehrere Konsumeinheiten Amphetamin sicher.

Zudem fanden sie den Personalausweis und eine Vielzahl persönlicher Gegenstände der Freundin des Mannes, die nach dem letzten Gewaltexzess vor kurzem Hals über Kopf aus dem Appartement geflohen war.

Diebesgut sowie Rauschgiftutensilien beschlagnahmte die Polizei bei einem 20-Jährigen. Für einen 23-Jährigen, der laut Presseinfo "gleichsam einen Bauchladen mit verschiedenen Betäubungsmitteln für den Straßenverkauf betrieben hatte", bedeutete die Durchsuchungsaktion das Ende der Geschäfte. Zudem hatte er eine Tüte mit 40 Gramm Amphetamin in Besitz, eine Menge, die etwa 400 Konsumeinheiten verspricht. Über 500 Euro Bargeld, aus dem Betäubungsmittelhandel generiert, zogen die Beamten ein.

Ein 19-Jähriger hatte nicht nur verschiedene Formen von kleinteiligem Diebesgut gebunkert, sondern sich auch ein hochwertiges Fahrrad angeeignet, das er kürzlich einem US-Amerikaner in Amberg gestohlen hatte.

Die Verdächtigen, bei denen etwas gefunden wurde, mussten zur erkennungsdienstlichen Behandlung mit zur Polizei. Da sie alle einen festen Wohnsitz aufweisen, wurden sie anschließend, nach Absprache mit der Staatsanwaltschaft, wieder auf freien Fuß gesetzt.

Konsument erst 14 Jahre alt

Eine Besonderheit ergab sich in der elterlichen Wohnung eines 14-jährigen Rauschgift-Konsumenten. Hier stufte die Polizei den Zustand der Zimmer als so bedenklich ein, dass die Beamten sofort das Jugendamt vor Ort baten. "Immer wenn Drogen oder Gewalt und Kinder im Spiel sind, wird die Polizei das Jugendamt zuziehen", bemerkte Hans-Peter Klinger dazu. Man arbeite hier sehr eng und gut zusammen.

In diesem speziellen Fall ergaben sich erhebliche Zweifel, "ob die Mutter für ihren weiteren Säugling sorgen könne". Bei einem sofortigen Drogentest stellte sich laut Polizeibericht heraus, dass sie selbst vor nicht allzu langer Zeit noch konsumiert hatte. Das Jugendamt ordnete deshalb sofort "nachhaltige Familienbetreuungsmaßnahmen" an. Das heißt, die Mutter steht jetzt so stark im Fokus der Behörden, dass sie nicht nur unmittelbar nach dem Ende des Polizeieinsatzes verpflichtet wurde, ihre Wohnung in einen den Erfordernissen entsprechenden Zustand zu bringen, sondern dass auch bereits am Samstag weitere Kontrollen erfolgten.

"Für Folgeermittlungen arbeitet die Polizeiinspektion eng mit der Kripo Amberg zusammen", heißt es abschließend im Pressebericht der PI.

So testet die Polizei das „Badesalz“ auf Betäubungsmittel.

Dieses hochwertige Fahrrad hatte ein 19-Jähriger erst kürzlich einem US-Amerikaner in Amberg gestohlen.

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