16.02.2020 - 15:00 Uhr
AmbergOberpfalz

Handys und Baumarkt-Artikel geklaut und verkauft

In einem Amberger Baumarkt kam einiges auf die Verlustliste. Rauch- und Bewegungsmelder, Wasseraufbereitungsanlagen, vor allem aber Gasgrillgeräte. Der Angeklagte gesteht das. Doch er gibt noch mehr zu.

Ein ehemaliger Mitarbeiter eines Elektronikmarkts muss sich vor Gericht verantworten.
von Autor HWOProfil

"An der Kasse vorbei konnten sie wohl nicht gestohlen worden sein", beschrieb Staatsanwältin Kathrin Heitzer ihren Eindruck und fügte hinzu: "Das sind doch keine Sachen, die man einsteckt und mitnimmt."

Große Teile der Beute tauchten später im Internet auf. Die Kripo bekam Wind davon und ermittelte. Die Spur führte zu einem wegen Diebstahls erheblich vorbestraften 32-Jährigen und dessen bis dahin nie bei der Polizei bekannt gewordenen Lebensgefährtin (28). Über sie waren die im Baumarkt entwendeten Waren angeboten worden. Der Verteidiger des aus einer Haftzelle vorgeführten 32-Jährigen ließ erkennen, dass sein Mandant an den Diebstählen beteiligt gewesen sei. Nähere Einzelheiten und Fakten wurden nicht genannt.

Auch der Anwalt der 28-Jährigen gab ein Geständnis zu Protokoll. Die junge Frau habe sich an den Internetverkäufen zwar beteiligt, ihr seien aber weitere Hintergründe unbekannt gewesen. Es gab noch einen weiteren Anklagepunkt. Als Mitarbeiter eines Elektromarkts in Amberg hatte der 32-Jährige Handys im Wert von über 3000 Euro gestohlen und sie ebenfalls im Internet offeriert. Auch das bestätigte er. Allerdings ohne Zutun seiner Lebenspartnerin.

Für die als Mittäterin überführte 28-Jährige ging die Beteiligung an den Internetverkäufen relativ glimpflich ab. Von der Staatsanwaltschaft waren sechs Monate Haft zur Bewährung und 1200 Euro Geldauflage beantragt. Das Schöffengericht verhängte 2700 Euro Geldstrafe wegen Hehlerei.

Weitaus heftiger traf es ihren Partner. Er, der schon etliche Jahre in Haft zubrachte, muss wegen gewerbsmäßigen Diebstahls für drei Jahre und zwei Monate hinter Gitter. Einbezogen in diese Entscheidung wurde ein Urteil aus Nürnberg. Dort hatte der Mann Antiquitäten für 11.000 Euro aus einem Geschäft geklaut.

"Ich brauche eine Therapie", erfuhr das Schöffengericht unter Vorsitz von Kathrin Rieger von dem 32-Jährigen. Diese Maßnahme zum Entzug von Suchtmitteln wie Drogen und Alkohol war von der psychiatrischen Sachverständigen Anna-Christine Wunder-Lippert aus Nürnberg empfohlen worden. Das Schöffengericht ordnete sie an.

Das bedeutet: Der verurteilte Mann kommt in eine geschlossene Klinik und kann bei erfolgreichem Verlauf nach längstens zwei Jahren mit einer Bewährung für die Reststrafe rechnen.

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