24.08.2021 - 10:50 Uhr
AmbergOberpfalz

Heftige Kritik der Gailoher CSU am Kreisel-Kunstwerk

Das Kunstwerk im neuen Kreisel in Gailoh stößt nicht nur im dortigen CSU-Ortsverband auf Kritik. CSU-Fraktionschef Matthias Schöberl sah sich damit in der emotional geführten Debatte in der Hauptversammlung der Gailoher CSU konfrontiert.

So sieht das Kunstwerk im neuen Kreisverkehr am Haager Weg aus.
von uscProfil

In seinem Jahresbericht ging Tobias Konrad, der Vorsitzende des CSU-Ortsverbandes Gailoh, bei der Hauptversammlung erst ganz am Ende auf das Reizthema Kreisverkehr und Kunstwerk ein, dessen Kosten von 50.000 Euro „für Verärgerung bei uns an der Basis gesorgt haben“, sagte Konrad. „Der Würfelhaufen lenkt ab“, so seine Einschätzung. Die Kosten von 50.000 Euro seien "total unverhältnismäßig".

CSU-Fraktionsvorsitzender Matthias Schöberl machte kein Hehl daraus, dass es im Laufe des Verfahrens zu einer Umplanung im Baureferat kam, denn ursprünglich habe die CSU für das Kunstwerk den Kreisverkehr bei der Diska an der Sebastianpassage favorisiert. Da wäre man näher an der ehemaligen Möhlkaserne gewesen. Im Bauamt machte nach Schöberls Einschätzung der im dortigen Kreisverkehr stehende Baum wohl Unbehagen, weshalb die Planer nach längerem Hin und Her den neuen Kreisverkehr als Standort ausgesucht hätten.

Von Verwaltung "leicht überfahren"

Schöberl räumte unumwunden ein, dass sich die CSU in der Angelegenheit von der Verwaltung „leicht überfahren“ fühlt. Für eine Änderung der Planung hätte die CSU im Stadtrat aber keine Mehrheit gefunden, so Schöberl. Seine Folgerung aus der Angelegenheit: „Das passiert uns nicht mehr, dass man im Bauamt was umdreht."

„Wer hat denn dieses Kunstwerk ausgesucht?“, wollte ein sichtlich irritiertes Vorstandsmitglied des CSU-Ortsverbands wissen. Schöberl machte die Versammlung darauf aufmerksam, dass bei bestimmten Baumaßnahmen auch Geld für ein Kunstwerk einzuplanen sei. Was die Auswahl des Kunstwerks anbelangt, so Schöberl, bedarf es nach den gängigen Regelungen keiner Alternativen. Schöberl: „Formal gesehen ist alles richtig und sauber gelaufen."

Scherze über das Kunstwerk

Aus den Reihen der Versammlungsteilnehmer kam die unbeantwortete Frage, was denn das Kunstwerk am neuen Kreisverkehr mit der deutsch-amerikanischen Freundschaft zu tun habe. Da hätte es doch sicherlich andere Motive gegeben. Spaßeshalber kam der Vorschlag, dass das Kunstwerk vielleicht die nach dem Krieg nach Deutschland versandten Care-Pakete darstellten könnte.

Schöberl warb in der Versammlung für die Unterstützung des Ratsbegehrens am Tag der Bundestagswahl, um nach 20 Jahren Planungen und Diskussionen auf dem Bürgerspitalareal weiterzukommen: "Mit einem erfolgreichen Ratsbegehren können wir endlich den Stillstand beenden."

Die Versammlung befasste sich auch mit dem Thema Neugestaltung des Rosenplatzes. Hier geht es, wie in der Diskussion zu hören war, auch um die Sicherstellung einer pünktlichen Bustaktung zum Bahnhof. Bei dem Treffen wurde als Endstation die Haltestelle Kindergarten favorisiert, da dort die meisten Fahrgäste einsteigen würden. Dort am Dorfplatz befinde sich ja auch ein Wartehäuschen.

Klagen der Anwohner

Angenommen habe sich der Ortsverband auch der Klagen über den Verkehr in der Sandackerstraße während der Umleitung beim Bau des Kreisverkehrs. Ein einseitiges Parkverbot habe die Situation verbessert. Vorsitzender Konrad verwies in seinem Bericht auch darauf, dass sich die CSU für die rasche Realisierung eines Garagenbaus am Feuerwehrhaus eingesetzt habe.

Künstlerpaar erklärt Kunstwerk im Gailoher Kreisel

Amberg
Hintergrund:

Der Vorstand des CSU-Ortsverbandes Gailoh

  • Vorsitzender: Tobias Konrad
  • Stellvertreter: Christina Heinrich, Evi Bauer-König und Ralf Kuhn
  • Beisitzer: Elisabeth Streher, Werner Laurer und Johannes Hüttner
  • Schatzmeisterin: Christa List
  • Schriftführerin: Margit Stöcklmeier-Heinrich
  • Digitalbeauftragter: Matthias Birner
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